#1

Ronde van Vlaanderen (PT)

in Rennberichte 05.04.2009 10:49
von PS. | 1.294 Beiträge

Herzlich willkommen sage ich. Ich darf sie heute begrüßen. Mein Name ist PS und ich bin stolz für sie heute die Flandernrundfahrt kommentieren zu dürfen. Sie haben alles richtig gemacht und WCS TV eingeschaltet. Heute erwartet uns ein großes, hartes, langes und hoffentlich spannendes Rennen. Die Flandernrundfahrt 2009 steht an. Es ist dieses Jahr die 93. Auflage dieses Rennens. Es ist ein Rennen mit langer Tradition mit großen Rennen mit großen Siegern, aber auch mit großen Tragödien. Was uns das Rennen heute bringen wird wissen wir noch nicht, aber sie können es mit uns erleben. Auch wir erwarten heute ein spannendes Rennen, was uns hoffentlich mitreißt und uns das Rennen lange in Erinnerung behalten lässt. Das zweite Radsportmonument steht am heutigen Tag also an. Das Erste ist mit Mailand – San Remo schon zu Ende gegangen. In Italien konnte für einige überraschend sich Enrico Gasparotto durchsetzen. Er war schon bekannt dafür, dass er italienische Klassiker gewinnen kann, aber dass er die Primavera gewinnt damit haben nur wenige gerechnet. Ob es heute wieder eine Überraschung gibt? Es ist aber eher unwahrscheinlich, denn es steht einer der härtesten Klassiker an, den man nur in Topform gewinnen kann. Aber zur Strecke und auch zu den Favoriten kommen wir später. Erstmal wollen wir uns dem Start in Brügge widmen. Der Start der Flandernrundfahrt befindet sich seit jeher auf dem Grote Markt. Es geht nun los. Die Flandernrundfahrt 2009, die 93. Auflage beginnt. Nun fahren die Fahrer noch ein paar Kilometer neutralisiert durch Brügge bevor dann kurz vor der E40 der scharfe Start beginnt. Die Kamera blickt durch das Feld welches nun durch Brügge fährt. Wir haben ein paar Infos noch zum Startort Brügge.

Zitat
Brügge (Niederl.: Brugge, Franz.: Bruges) ist die Hauptstadt und mit etwa 117.000 Einwohnern die größte Stadt der Provinz Westflandern in Belgien. Außerdem ist Brügge Bischofssitz der katholischen Kirche für das Bistum Brügge.
Der mittelalterliche Stadtkern wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Im Jahr 2002 war Brügge Europäische Kulturhauptstadt.
Brügge beherbergt das renommierte Europakolleg (College of Europe) und verfügt über einen wichtigen Seehafen im Teilort Zeebrügge.


Soviel also zu Brügge selber. Wir fahren nun durch Sint-Michiels. Das ist ein Stadtteil von Brügge und damit ist es nicht mehr weit bis zum scharfen Start. Wir werfen einen letzten Blick aus dem Hubschrauber auf Brügge bevor wir uns dem Renngeschehen widmen.



Und prompt haben wir den scharfen Start verpasst. Na ja das Fahne schwenken ist ja auch nicht so wichtig. Ich bin gespannt wann hier die ersten Fahrer Ernst machen und versuchen einen Ausreißversuch zu starten. Das Rennen ist verdammt lang und ein Ausreißversuch jetzt zu starten wäre fast schon vermessen, zumindest man hat es auf eine Überraschung abgesehen. Vor allem die Wildcard-Teams erwarte ich hier vorne um sich zu zeigen. Schon 7 km liegen hinter uns und noch fährt das Feld in Bummeltempo durch die Vororte von Brügge. Jetzt aber die erste Attacke von Devenyns. Der Mann von Topsport Vlaanderen setzt hier die erste Attacke und zwar die erste frühe Attacke. Gleich kommt ein Konter von einem FDJeux-Fahrer. Das ist Meersman. Die beiden schließen sich nun zusammen, aber das Feld reagiert ein wenig und die beiden arbeiten zwar zusammen, aber Devenyns scheint nicht so glücklich mit seinem Kollegen, den er hier dabei hat. Er führt auch nicht vernünftig mit. Das sieht nicht gut aus. Das Feld kommt wieder näher und beide nehmen wieder raus. Damit ist der erste Ausreißversuch vereitelt. Was passiert nun? Wir haben 15 km gefahren und das Tempo im Feld schläft wieder ein. Aber jetzt der nächste Fluchtversuch. Khalilov ist das von Vacansoleil, aber der bekommt sofort Gesellschaft. Da sehe ich Cofidis und wieder Topsport. Da attackieren damit drei aus dem Feld und sie können sich absetzen. Das Feld reagiert nicht wirklich. Doch aber das ist nicht ernsthaft. Die drei sind sich auch einig. Damit haben wir eine dreiköpfige Ausreißergruppe. Ein Trio, was ab jetzt erst einmal die 93. Flandernrundfahrt anführen wird. Hier noch einmal die Übersicht.

Zitat
Lodewyck (COF)
Gardeyn (TSV)
Khalilov (VAC)



Damit steht die Ausreißergruppe und wir werden uns erst einmal für eine Zeit verabschieden, aber spätestens zur Überfahrt des Oude-Kwaremont sind wir zurück. Also bis später und ich hoffe sie schalten dann zur Entscheidung des zweiten Radsportmonuments wieder ein. Das war für sie live aus Ninove PS, bis später und viel Spaß beim Formel 1-Rennen.

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#2

RE: Ronde van Vlaanderen (PT)

in Rennberichte 05.04.2009 13:42
von PS. | 1.294 Beiträge

Hallo und herzlich willkommen zurück. Ich hoffe das Formel 1-Rennen war spannend, aber das, was sie nun erwartet, sollte alles übertreffen. Die Flandernrundfahrt 09, das zweite Radsportmonument des Jahres, sie geht in Richtung entscheidende Phase. Wir sind kurz vor der ersten von 16 Hellingen. Der Molenberg, er ist 463 m lang und davon sind es 300 m auf Kopfsteinpflaster. Die durchschnittliche Steigung liegt bei 7 % und die maximale Steigung bei 14,2 %. Also nichts für schwache Fahrer. Die Helling war übrigens die vorletzte bei „Quer durch Flandern“ einem Klassiker in der Wintersaison. Den Start- und Zielort Oudenaarde werden wir auch in Kürze erreichen sowie auch die meisten anderen Hellingen und Kopfsteinpflasterstücke. Es wird wohl nicht viel hier an der ersten Helling passieren deswegen werden wir uns jetzt dem Parcours widmen. Dieses Jahr stehen 261,5 km von Brügge nach Ninove an. Die Strecke variiert ja nur wenig von Jahr zu Jahr und daher auch diese Distanz ungefähr immer zu fahren. Es stehen 16 Hellingen auf dem Programm, eine weniger als im letzten Jahr, davon insgesamt neun mit Kopfsteinpflaster, also noch schwerer, aber genau diesen steilen Anstiege inklusive Kopfsteinpflaster zeichnen dieses harte Rennen aus. Zu diesen Hellingen kommen auch noch diverse Pavés, wie die 3000 m lange Kerkgate. Insgesamt müssen die Fahrer heute 27085 m auf Kopfsteinpflaster fahren. Das sind ca. 10 % des gesamten Rennens! Das ist eine unglaubliche Länge und eine unglaubliche Anstrengung, die die Fahrer heute auf sich nehmen. Acht Pavés und nun auch eine Helling liegen bereits hinter den Fahrern. Was kommt noch? Also es geht nun durch Oudenaarde, dem Zentrum der Flandernrundfahrt, aber dazu später mehr. Dann steht der Wolvenberg an und zudem einige Kasseien bevor dann 81,5 km vor dem Ziel sich der Oude Kwaremont den Fahrern in den Weg stellt. Anschließend geht es über Paterberg, Kppenberg, Mariaborrestraat, Steenbeekdries, Taienberg und Eikenberg zum Anstieg Varent, der nach 1996 einer Pause wieder ins Programm genommen wurde. Dann kommt noch ein Kasseien bevor es fünf Hügel ohne Kopfsteinpflaster zu bezwingen gilt. Leberg, Berendries, Valkenberg, Tenbosse und Eikenmolen. Hier sollte sich spätestens eine Favoritengruppe gebildet haben, aber es könnte hier schon viele Grüppchen geben, denn mit Oude Kwaremont oder dem Koppenberg standen schon schwere Prüfungen auf dem Programm und als wäre das nicht schon genug geht es 15,8 km vor dem Ziel in den Anstieg der Kapelmuur. Und als finalen Anstieg steht dann auch noch der Bosberg nach 249,7 km an. Schwerer geht es nicht mehr. Das Profil ist perfekt für ein spektakuläres Rennen. Was die Fahrer daraus machen werden ist eine andere Frage. Die Antwort bekommen wir nun in den nächsten Stunden. Die Ausreißer sind übrigens immer noch in Front, allerdings mit nur drei Minuten Vorsprung. Zwischenzeitlich waren es auch mal 7 Minuten, aber viele Teams haben hier nachgeführt. Astana, Fuji, Bouygues und Ag2R waren die Teams, die hier der Gruppe bisher keine Chance gelassen haben. Sie haben die ersten beiden Hellingen überwunden. Auch das Feld hat gerade den Wolvenberg überwunden. Damit sind die Fahrer jetzt im Ort Oudenaarde, das Zentrum der Flandernrundfahrt. Hier befindet sich das Museum der Flandernrundfahrt und damit wollen wir ein wenig auf die Geschichte dieses Rennens eingehen.

Zitat
Das heutzutage vom Grote Markt in Brügge aus durch den radsportverrückten flämischen Teil Belgiens führende Eintagesrennen wurde erstmals 1913 gestartet. Erster Gewinner war der Belgier Paul Deman. Am Anfang wenig erfolgreich und durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, wurde es in den 20er und 30er Jahren populärer. Während bis in die 50er Jahre hinein aufgrund des unzureichenden Straßenausbaus in Flandern ungefähr die Hälfte der Strecke aus nicht-asphaltierten Wegen bestand, besteht heute eher das Problem, überhaupt noch Kopfsteinpflasterstrecken zu finden. Heute ist die „Ronde“ das wichtigste Rennen in Flandern und zusammen mit Lüttich-Bastogne-Lüttich und dem Flèche Wallonne das wichtigste in Belgien.
Spitzname des Rennens ist Vlaanderens mooiste (das Schönste von Flandern). Die zahllosen flämischen Fans machen die Ronde jedes Jahr wieder zum größten Volksfest Belgiens. In Oudenaarde befindet sich ein Museum zur Geschichte der Rundfahrt.


So viel also zur Geschichte. Die Durchfahrt ist sehr eng und kurvig und wir haben einen Sturz. Jacobs (FDJ) und Grabsch (THR) sind betroffen. Zum Glück ist es heute trocken sonst ist die Sturzgefahr noch höher. Die beiden können aber weiterfahren und zum Glück gab es nur ein paar Schürfwunden. Nun haben wir vom Streckenverlauf noch ein wenig Zeit, denn jetzt kommen einige flache Kilometer mit nur zwei Kasseien. Damit kommen wir zu den Favoriten. Es sind heute übrigens überraschender Weise nicht alle Teams am Start. Ob das Konsequenzen haben wird, wissen wir noch nicht. Wenn wir Informationen darüber haben, informieren wir sie natürlich. Also kommen wir zum Favoritencheck. Der Topfavorit ist natürlich Tom Boonen, aber dann kommt eine breite Reihe von Fahrern, die sich hier den Sieg sichern können. Cancellara hat sich bei keinem Kopfsteinpflasterrennen bisher gezeigt und sich anders vorbereitet, was sehr überraschend ist. Zudem muss man natürlich den Mann von Bouygues Télecom Juan Antonio Flecha auf dem Zettel haben. Ein wenig schwächer vielleicht Devolder, O’Grady, Pozzato und der Vorjahressieger Nuyens. Allerdings ist bei Nuyens und auch bei O’Grady die Frage wer der Kapitän im Team. Denn ein Sylvain Chavanel ist einer der Geheimfavoriten hier aus dem Fujiteam, aber auch Langeveld und Gilbert sollte man in diese Kategorie einordnen. Dann kommen eine ganze Reihe von Fahrern, die wenn es gut läuft auch hier gewinnen können, weil die Favoriten auf sich schauen. In diese Reihe sollte man Kroon, Breschel, Klier (Vorjahresdritter), Spilak, Steegmans, Quinziato, Eisel oder Vansummeren zählen. Also wie sie sehen es gibt einen großen Kreis an Favoriten und damit eine spannende Ausgangssituation. Hier haben wir das ganze noch grafisch für sie aufbereitet:

Zitat
***** Boonen
**** Flecha, Cancellara
*** Devolder, Pozzato, Nuyens
** O’Grady, Syl. Chavanel, Langeveld, Gilbert
* Kroon, Breschel, Spilak, Klier, Quinziato



Einige Favoriten sind hier nicht am Start weil die Teams hier nicht gemeldet haben. Das ist schade, da hier Fahrer wie Ballan, Maaskant oder auch Hoste fehlen. Wir befinden uns nun ca. 10 km vor dem Oude-Kwaremmont und gehen noch in eine Werbepause bevor es in die entscheidende Rennphase geht.

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#3

RE: Ronde van Vlaanderen (PT)

in Rennberichte 05.04.2009 14:48
von PS. | 1.294 Beiträge

Wir sind zurück in Flandern und es gab eine Attacke aus dem Feld. Tossato (MRM) und Lagutin (VAC) sind die beiden, die hier aber ungefährlich sein sollten. Damit geht es nun in die dritte Helling des Tages. Die Ausreißer haben den Oude-Kwaremont erreicht. Mit der Länge von 2,2 km ist er die längste Helling. Davon sind das 1,5 km Kopfsteinpflaster und eine maximale Steigung von 11,6 %. Die durchschnittliche Steigung ist immerhin nicht so schlimm mit 4 %. Die Ausreißergruppe fällt nun auch auseinander, während das Duo Tossato Lagutin näher kommt. Lodewyck, der Cofidis-Mann setzt sich alleine ab. Seine beiden Begleiter können sein Tempo nicht halten. Nun sehen wir das Feld, wo sich nun de Waele und Veelers (beide BBO) vor das Feld gespannt haben und dahinter kämpfen die Favoriten um die Positionen. Das Tempo ist jetzt sehr hoch und der Abstand zu den Spitzenreitern ist nur noch 40 Sekunden. Ein Sturz im Feld wird vermeldet. Del Nero (EUS), Coenen (LAN), Zingle (FDJ) und Bol (MR) sind betroffen. Alle werden jetzt wohl keine Chance mehr haben an das Feld zu kommen, denn dort wird jetzt volle Pulle in den Oude-Kwaremont gefahren. Wir sehen noch die beiden ehemaligen Ausreißer wie sie hier geschluckt werden. Die sind fast stehen geblieben. Vorne hat sich nun ein neues Trio gebildet mit Tossato, Lagutin und Lodewyck, obwohl dieser schon sehr fertig aussieht. Das Feld bröckelt jetzt aber stark. Wer kein guter Kopfsteinpflasterfahrer ist, hat jetzt arge Probleme. Die Ausreißer sind schon wieder in der Abfahrt und das Feld kommt nun auch über die Kuppe. Dieser extrem schwere Anstieg wurde gleich mal als Anlass genommen kräftig zu sieben. Vielleicht noch 50 oder 60 Fahrer sind hier zusammen. Wenn hier ein Favorit nicht vorne war, könnte er abgehangen sein, weil die Straße so extrem eng ist. Die Ausreißer haben nur noch 30 Sekunden Vorsprung und sind nun im nächsten Anstieg. Der Paterberg, der zwar nur 360 m lang ist, davon ist aber kein Meter asphaltiert und die durchschnittliche Steigung ist 12,9 %! Das ist ein ganz schöner Hammer und schon kann Lodewyck nicht mehr folgen. Im Feld ist das Tempo weiterhin nicht gerade niedrig. Ein paar Fahrer können hier in der kurzen Abfahrt aufschließen aber auch das Feld geht nun in den Anstieg zum Paterberg. Wieder sind es die beiden Bouygues Télecom Fahrer, die hier das Tempo bestimmen. Also was hier schon mal feststeht. Irgendein unbekannter Ausreißer wird hier nicht gewinnen, wenn das Tempo schon 80 km vor dem Ziel so hoch ist. Weiter fallen wieder Fahrer hinten heraus. Vor allem die, die in der Abfahrt aufgeschlossen haben sind natürlich wieder die, die abreißen lassen müssen. Noch haben wir keinen Überbllick wer hier in der ersten Gruppe ist. Die Fahrer haben jetzt 7 km Zeit um ein wenig Luft zu schnappen, denn dann kommt der nächste Hammer. Der Koppenberg. Wir erinnern uns zurück an das Jahr 2006, als es an dieser Helling das große Schieben gab.



Mit maximal 22 % Steigung ist ach der Koppenberg fast unmöglich zu bezwingen, gerade im hinteren Teil des Feldes, weil dort sich das Feld staut, aufgrund der schmalen Straße. Hier können wir auch am Paterberg keine Begleitfahrzeuge fahren, die umgeleitet werden. Deshalb wäre hier eine Panne fatal. Auch der Koppenberg ist komplett bedeckt mit Kopfsteinpflaster und zwar ganze 600 m, die im Durchschnitt 11,6 % steil sind. Das sind schier unfassbare Werte. Die Ausreißer haben übrigens wieder ein wenig mehr Vorsprung. Es sind 33 Sekunden, die sie in den Koppenberg mitnehmen werden. Dadurch, dass er restauriert wurde, ist es ein wenig angenehmer, aber nun kommt der Koppenberg. Die Ausreißer stehen fast hier im Anstieg. Der ist so schwer und das Feld fliegt hier wieder hinein. Lang gezogen, aber auch die beiden Männer von Bouygues bekommen so langsam Probleme. Trotzdem ist das Tempo hoch. Keiner muss hier absteigen, aber sie quälen sich hoch. Die Favoriten zeigen sich hier schon in den ersten Reihen. Das Feld ist lang auseinander gezogen und sollte in der Abfahrt ein wenig zusammenrollen. Dann kommt die Verflegungszone. Die Ausreißer sind nun fast eingeholt und damit ist so langsam das Rennen der Favoriten eröffnet. In der Abfahrt rollt das Feld jetzt zu Tossato und Lagutin auf. Jetzt kommt die Verflegung und danach direkt die Mariaborrestraat, ein Kasseien von 2100 m Länge. Schon wieder ein Sturz wird uns gemeldet. In der Abfahrt vom Koppenberg hat es gekracht. Eine Aufgabe von Van Winden hat das zur Folge und auch Pütsep und Bozic sind betroffen. Das war relativ heftig. Das Feld ist durch die Verflegungszone und kommt jetzt auf die Mariaborrestraat und der nächste Sturz. In der Verpflegungszone hat es Velo (MRM) erwischt. Auch er ist damit natürlich aus dem Rennen um den Sieg. Die Mariaborrestraat wird nun überfahren. Das Rennen ist gerade nicht so schwer. Das Feld hat das Tempo ein wenig heraus genommen, aber die Mariaborrestraat ist nun auch nicht so schwierig. Das Feld ist nun ein Favoritenfeld und die Spitze der 93. Flandernrundfahrt. Die nächste Helling steht auf dem Programm. Der Steenbeekdries mit 700 m Kopfsteinpflaster die nächste Schwierigkeit. „Nur“ eine durchschnittliche Steigung von 5,3 %. Aber auch hier wird ein hohes Tempo gefahren und das Feld besteht vielleicht nur noch aus rund 40 km. Auch diese Helling ist überwunden und nun kommt in wenigen Kilometern auch der Taienberg. 530 m lang und 6,6 % steil ist dieser Anstieg. Jetzt steigen auch weitere Fahrer in die Tempoarbeit ein. Rojas, Dockx (beide SAX), Steegmans (AST), Ista und auch Quinziato (beide ALM) machen jetzt das Tempo. Das Tempo ist wieder ganz extrem hoch. Die Fahrer knallen hier in den Taaienberg. Das Feld fällt hier auseinander. Hier sind die Favoriten fast nur noch unter sich. Ich hoffe wir bekommen in Kürze eine Übersicht. Auch der Taaienberg ist jetzt überfahren. Nun geht es über zwei kurze Kasseien bevor der Eikenberg ansteht. Wir gehen wieder in eine kurze Pause.

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#4

RE: Ronde van Vlaanderen (PT)

in Rennberichte 05.04.2009 15:14
von PS. | 1.294 Beiträge

Wir sind zurück zur Flandernrundfahrt 2009. Der Eikenberg stand gerade im Programm, aber außer einem hohen Tempo ist nicht viel passiert. Die Gruppe vorne ist nun auf rund 25 Fahrer geschrumpft. Es geht nun in eine Abfahrt bis der Varent ansteht. Ein Anstieg, der das letzte Mal 1996 im Programm stand. Mit einer Länge von 900 m ist er aber nicht gerade kurz. 400 m davon werden auf Kopfsteinpflaster gefahren und die durchschnittliche Steigung liegt bei 5 %, aber auch hier geht es z. T. mit 10 % bergauf. Das Tempo ist weiterhin verdammt hoch. Die Steigung Varent steht nun auf dem Programm. Weiterhin machen Ista und Quinziato hier das Tempo. Jetzt fallen schon Favoriten hier aus der Gruppe und wir haben eine Übersicht, wer in der Gruppe ist.

Zitat
O’Grady (FUJ)
Leukemans (FUJ)
Syl. Chavanel (FUJ)
Offredo (FDJ)
Langeveld (FDJ)
Gilbert (FDJ)
Nuyens (BBO)
Flecha (BBO)
Eeckhout (BBO)
Quinziato (ALM)
Devolder (ALM)
Kroon (ALM)
Pozzato (ALM)
Burghardt (THR)
Rast (THR)
Boonen (THR)
Boom (SAX)
Breschel (SAX)
Vansummeren (SAX)
Cancellara (SAX)
Terpstra (AST)
Spilak (AST)
Bakelants (COF)
Pronk (COF)
Curvers (COF)
Veuchelen (TSV)
Vermeltfort (TSV)
Vanendaert (TSV)



Da sehen wir, dass die Gruppe noch aus genau 27 Fahrern besteht und jetzt am Varent hat sich da auch nichts getan. Es geht nun in eine Abfahrt über das Kasseien Haaghoek. Die Fahrer haben das schon erreicht, während wir uns die Grafik angeschaut haben, aber auch hier belauern sich die Favoriten noch. Quinziato (ALM) und Vansummeren (SAX) machen hier das Tempo und wir sehen, dass noch kein Favorit isoliert ist und auch kein Favorit diese Gruppe verpasst hat. Eine neue Sturzmeldung haben wir auch gerade bekommen. Mizourov, Malacarne (beide AST), Dockx (SAX) und Irizar (EUS) sind auf den letzten 10 km in den schwierigen und kurvigen Abfahrten gestürzt. Alle mussten leider aufgeben. Der Leberg steht nun vor den Fahrern. Damit haben wir alle Kopfsteinpflasterabschnitte bis auf die letzten drei überwunden. Es kommen nun fünf Anstiege inklusive dem Leberg. Ich bin gespannt, ob einige Hügelspezialisten hier die Initiative ergreifen, weil sie so vielleicht einen Boonen oder anderen Fahrer, der nicht so gut über die Hügel kommt abhängen können. Aber auch hier belauern sie sich. Einige Fahrer können von hinten wegen des niedrigen Tempos wieder aufschließen. Als nächstes kommt der Berendries mit einer Länge von 940 m und einer durchschnittlichen Steigung von 7 %. Es machen jetzt einige Helfer das Tempo, was aber nicht so hoch ist. Ein Rast oder auch ein Curvers spannen sich vor die Gruppe. Damit ist auch der Berendries ohne Aktion überfahren worden. Ich habe das Gefühl, dass man sich auf die Muur verlässt. Als nächstes steht der Valkenberg an, der mit einer Steigung von 8,1 % auch nicht von schlechten Eltern ist. Hier fahren auch fast mehr Fahrer hinten in die Gruppe als, dass irgendwelche Fahrer herausfallen. Eher gesagt immoment scheint es hier eine Ruhe vor dem großen Sturm zu herrschen. Also auch der Valkenberg hat keine Aktionen gebracht. Wir geben noch einmal ab zu den Nachrichten bevor es hier zur Entscheidung kommt.

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#5

RE: Ronde van Vlaanderen (PT)

in Rennberichte 05.04.2009 17:12
von PS. | 1.294 Beiträge

Ich begrüße sie zurück aus Meerbeke zur 93. Flandernrundfahrt. Das Rennen ist immer noch spannend. Wir haben eine rund 30 Fahrer starke Favoritengruppe. Sie befindet sich nun rund 5 km vor der Mauer von Gerardsbergen. Die Muur, auf diese warten scheinbar alle Favoriten und hier wird dann wohl auch ene Vorentscheidung fallen, aber wer wird hier die Initiative zuerst ergreifen. Wir sehen immer noch einige Helfer das Feld anführen. Die Muur ist mit 475 m zwar nicht so lang, dafür ist sie aber komplett mit Pflaster bedeckt, welches aber auch schon 400 m vorher beginnt. Also im Prinzip sind es 875 m Kopfsteinpflaster. Aber viel wichtiger sind auch die Steigungsprozente. Durchschnittlich 9,3 % machen es den Fahrern schwer und vor allem z. T. 19,8 % Steilheit und das nach 245 km am heutigen Tag. Das ist brutal. Die Positionskämpfe sind nun enorm, denn die Einfahrt in den Ort isst geschehen. Es geht jetzt schnurgerade in Richtung Marktplatz, wo das Kopfsteinpflaster beginnt. Hier stehen die Menschenmassen in 10er-Reihen. Das Kopfsteinpflaster ist erreicht und die Favoriten sind vorne. Wer setzt hier die erste Attacke, vielleicht sogar noch vor dem eigentlichen Anstieg? Der Marktplatz ist passiert und nun greift Lars Boom an. Der Crossfahrer will sich hier absetzen, aber die Meute fährt hinterher. Das Tempo ist nun enorm hoch. Hier wird jetzt Ernst gemacht. Boonen schon vorne genauso wie Cancellara. Flecha sehe ich auch noch weit vorne. Boom hat sich übernommen und fällt völlig zurück. Jetzt geht Nuyens und der Antritt hat es in sich. Boonen versucht zu folgen. Devolder ist da und auch Fujitrikot sehe ich. Vorne Nuyens, der hier die Muur hochstiefelt. Dahinter Boonen gefolgt von Cancellara, aber auch Flecha und Devolder und noch ein paar. Die Gruppe ist völlig auseinander gezogen. Jetzt sind sie fast an der Kappelle, ganz oben.



Da können wir uns einen Überblick verschaffen. Wer ist vorne? Nuyens kommt als Erster über die Kuppe, direkt gefolgt von Boonen und Sylvain Chavanel! Zudem ist da auch noch O’Grady, sowie Devolder. Wen ich aber nicht mehr vorne sehe ist Pozzato und Gilbert. Die sind in der Verfolgergruppe. Jetzt bekommen wir eine Übersicht von der Regie. Das Tempo war enorm hoch hier.

Zitat
Nuyens (BBO)
Flecha (BBO)
Boonen (THR)
Syl. Chavanel (FUJ)
O’Grady (FUJ)
Cancellara (SAX)
Devolder (ALM)

Langeveld (FDJ) + 0:12 Min.
Gilbert (FDJ)
Pozzato (ALM)
Spilak (AST)
Breschel (SAX)

Vanendaert (TSV) + 0:25 Min.
Eeckhout (BBO)
Burghardt (THR)

Terpstra (AST) + 0:35 Min.
Bakelants (COF)
Rast (THR)
Leukemans (FUJ)
Pronk (COF)
Curvers (COF)
Veuchelen (TSV)
Boom (SAX)

Offredo (FDJ) + 0:43 Min.
Vermeltfort (TSV)



Wir haben also 7 Mann an der Spitze, trotz dieses mörderischen Antritts von Nick Nuyens. Interessante Konstellation vor allem in der zweiten Gruppe, wo Pozzato und Breschel sich zwei Sprinter ausruhen können, während FDJeux uund Spilak unbedingt nach vorne wollen, aber die Gruppe um Boonen läuft. Sie läuft gut. Es sind noch 4 km bis zum Bosberg. Fällt dort schon die Entscheidung oder erst auf dem letzten Stück ins Ziel nach Meerbeke? Die Spannung steigt. Der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Gruppe wächst aber nur minimal. Es sind 13 Sekunden. Das ist nicht viel. Vorne müssen sie sich einig sein, aber sind sie sich es? Mit Boonen hat man einen ganz schnellen Mann in der Gruppe und auch O’Grady ist stark im Sprint. Noch läuft die Gruppe, aber wir haben noch die Helling Nummer 16 vor uns. Der Boberg mit seinen 980 m Länge und 400 m Kopfsteinpflaster. Wer hat hier noch die größten Reserven und kann hier den anderen wegfahren? Die Steigung liegt durchschnittlich bei 5,8 % und maximal bei 11 %. Es ist also noch ein ganz schöner Akt hier hinauf zu kommen. Noch ein Kilometer. Die Fahrer sehen den Bosberg jetzt schon kommen. In der Spitzengruppe belauern sie sich ein wenig. Vor allem ist aber Boonen isoliert. Fuji und Bouygues können jetzt Katz- und Mausspiel veranstalten. Die Verfolger sind auf 9 Sekunden herangekommen. Was für eine Spannung. Der Bosberg. Jetzt geht es los und gleich die Attacke von Devolder. Boonen ist der erste, der hier am Hinterrad klebt. Der attackiert hier selber. Boonen setzt zur Gegenattacke an. O’Grady hat Probleme. Große Probleme. Ich würde sagen der ist raus aus dem Kampf. Auch Cancellara und Nuyens können das Tempo nicht halten. Vorne Boonen und da kommt auch noch Flecha der hier noch einmal das Tempo anzieht. Sie sind fast oben und auch Syl. Chavanel kann das Tempo der drei vorne nicht ganz mitgehen. Er fällt auch zurück. Der Banner mit der 16 ist erreicht. Devolder hat auch den Kontakt ein wenig verloren nach vorne. Kam die Attacke ein wenig zu früh? Nun geht es in die Abfahrt. Es geht jetzt fast nur noch bergab nach Ninove bzw. Meerbeke. Vorne ein Duo. Flecha und Boonen. Dahinter Devolder, dann Chavanel, Cancellara und Nuyens und dann erst O’Grady, der vielleicht sogar von der Gruppe um Langeveld geschluckt werden kann. Hier das ganze in einer Grafik zusammengefasst.

Zitat
Boonen (THR)
Flecha (BBO)

Devolder (ALM) + 0:07 Min.

Nuyens (BBO) + 0:16 Min.
Syl. Chavanel (FUJ)
Cancellara (SAX)

O’Grady (FUJ) + 0:22 Min.

Langeveld (FDJ) + 0:26 Min.
Gilbert (FDJ)
Pozzato (ALM)
Spilak (AST)
Breschel (SAX)



Wer gewinnt die Flandernrundfahrt 2009? Boonen und Flecha arbeiten noch gut zusammen. Sie verscuhen sich Stijn Devolder vom Hals zu halten. Der Abstand bleibt konstant bei 7 Sekunden. Es sind noch 8 km bis ins Ziel. Die Gruppe um den Vorjahressieger Nick Nuyens hat wohl keine Chance mehr auf den Tagessieg. Devolder kämpft alleine gegen zwei, aber er hält sich gut. Es sind noch 7 km und er hat die beiden vor sich. Er kann sie auf der z. T. geraden Strecke sehen und als Zeitfahrer kann er das vielleicht aufholen. Er kämpft. Wir sind inzwischen in Ninove. Genauergesagt wir sind in Denderwindeke. Es geht hier geradeaus in Richtung Meerbeke. Der Abstand ist um eine Sekunde geschmolzen. Es sind nur noch 6 Sekunden und noch 6 km. Wenn er so weitermacht hat er sie am Teufelslappen, aber das glaube ich fast gar nicht, denn der Flecha wird nicht mit Boonen auf die Zielgeraden fahren wollen. O’Grady wurde übrigens von der Gruppe um Langeveld geschluckt. Es sind noch 5 km. Flecha und Boonen können den Abstand wieder auf 7 Sekunden erhöhen. Das ist vielleicht spannend. Kann Boonen hier nach 2005 und 2006 den dritten Sieg einfahren? Oder kann Juan Antonio Flecha hier zum ersten Mal gewinnen? In vier Kilometern werden wir es wissen. Auch Stijn Devolder hat hier noch nie siegen können. Es ist in Sichtweite, aber sechs Sekunden Rückstand hat er noch. Das wird noch eine verdammt enge Kiste. Es sind nur noch 5 Sekunden! Noch 3 km. Noch 5 Sekunden. Kann Devolder den Anschluss schaffen? Angriff Flecha! Der Spanier versucht es vom Hinterrad Boonen’s wegzukommen. Boonen reagiert. Er kann die Lücke schließen und Devolder ist wieder distanziert. Der kann nicht noch das Tempo forcieren. Der ist am Anschlag. Flecha gibt sich aber nicht geschlagen. Boonen geht jetzt wieder in die Führung. Es sind wieder acht Sekunden auf Devolder. Nur noch 2 km. Wer gewinnt die 93. Ausgabe der Flandernrundfahrt? Wer? Nur noch 1800 m. Wir sind schon in Meerbeke. Es geht gleich noch kurz nach Ninove bevor die Zielgeraden wieder in Meerbeke ist. Im Prinzip ein Stadtteil von Ninove. Noch 1500 m. Flecha wieder in der Führung. Ich behaupte Devolder ist geschlagen. Nur noch 1100 m. Flecha versucht es erneut. Boonen hat Probleme die Lücke zu schließen, aber er kommt wieder heran. Die letzte Kurve. Noch 800 m sind es. Wer gewinnt das zweite Monument des Jahres? Das dritte steht mit Paris-Roubaix ja in 7 Tagen an. Flecha oder Boonen? Boonen oder Flecha? Noch 500 m. Flecha von vorne. Devolder kommt näher aber das reicht nicht mehr. Flecha zieht den Sprint mit einem Überraschungsangriff von vorne an, aber Boonen hat ein kleines Sprinterloch und er ist jetzt im Windschatten. Noch 200 m und er schert aus. Ein Jubelschrei durchfährt die Menge. Sie toben. Boonen zieht. Er ist schneller. Die Menge tobt. Sie will ihren Landsmann zum Sieg schreien. Und Tom Boonen gewinnt! Tom Boonen gewinnt die 93. Flandernrundfahrt vor Juan Antonio Flecha und Stijn Devolder. Wer wird Vierter? Da kommen sie. Cancellara konnte sich absetzen. Er wird Vierter und im Sprint setzt sich Sylvain Chavanel gegen den Vorjahressieger Nick Nuyens durch. Jetzt erwarten wir noch die Gruppe um Langeveld. Da sind vier sprintstarke Fahrer dabei. Da geht es auch noch einmal richtig zur Sache. Pozzato kann Sprint um Platz 7 für sich entscheiden vor Gilbert, Breschel und O’Grady. 11. wird Langeveld und 12. Spilak. Damit ist die Flandernrundfahrt 2009 zu Ende gegangen. Ich hoffe sie hatten Spaß bei unserer Übertragung aus Flandern und schalten wieder am Mittwoch ein und zwar zu Gent-Wevelgem. Auch dort werde ich sie begleiten bei WCS TV. Ich, PS, verabschiede mich mit dem Bild des Siegers, Tom Boonen und hoffe sie wieder begrüßen zu dürfen am Mittwoch beim Halbklassiker Gent-Wevelgem und am Sonntag zu Paris-Roubaix. Das komplette Ergebnis finden sie natürlich im Videotext.

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