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Berlin-GP

in Rennberichte 15.06.2009 12:55
von PS. | 1.294 Beiträge

Hallo und herzlich willkommen aus Berlin. Ich freue mich sie in der deutschen Hauptstadt begrüßen zu dürfen zum ersten Rennen der Wintersaison 2008. Ein ganz besonderes Ereignis. Heute sehen wir gleich ein Highlight. Wahrscheinlich ein Sprint Royal auf der 1400 m-langen Zielgeraden der Straße des 17. Juni. Die Fahrer können das Ziel im Prinzip aber schon 6,7 km vor dem Ziel sehen, aber da stehen ihnen noch zwei Kreisverkehre, die heute aber abgesperrt und nur auf einer Seite befahrbar sind, im Weg. Die Zielgeraden ist 11,5 m breit also ungefähr der Champs Elysées. Es könnte auf einen Chaossprint hinauslaufen und umso mehr wundert es mich, dass Robbie McEwen heute nicht am Start ist. Wir sehen hier die ersten Luftbilder vom Tiergarten und damit schauen wir mal auf die Favoriten des heutigen Tages.



Erstmal haben wir natürlich Mark Cavendish. Er ist heute der Favorit, da auch ein Tom Boonen oder aniele Bennati nicht am Start stehen. Größter Konkurrent wird wohl Napolitano sein. Van Avermaet und sein CSC-Team darf man natürlich auch nicht unterschätzen. Genauso wenig wie Greipel, Rojas Gil, Renshaw, Seb. Chavanel oder Brown.

*** Cavandish
** Napolitano, van Avermaet
* Seb. Chavanel, Greipel, Brown


Hier können sie übrigens die Streckenkarte sehen: http://www.bikemap.net/route/65361

Wir werden gleich live ins Rennen einsteigen, aber vorher bekommen wir noch eine Zusammenfassung, was bisher geschah. Das Rennen startete natürlich auch auf der Straße des 17. Juni. Es ging erstmal durchs Regierungsviertel, wo die Strecke sehr kurvig ist. Das ganze ist nicht gerade einfach. Erst als sie am Hauptbahnhof vorbei waren und an der Charité gab es den ersten Angriff. Klimov sorgte für die Tempoverschärfung. Zu ihm gesellten sich noch Zberg und O’Brien.

Zitat
M. Zberg (C.A)
Klimov (BMC)
O’Brien (FLM)



Diese Gruppe setzte sich ab und fuhr dem Feld unter den Linden in Richtung Alexander Platz davon. Unterm Fernsehturm hatten sie schon rund zwei Minuten Vorsprung. Danach wieder zurück über die Spree in Richtung West-Berlin. Am Checkpoint Charlie vorbei zum Potsdamer Platz. Auch hier im Gebiet des ehemaligen Stasigeländes müssen mehrere Kurven bewältigt werden, was nicht einfach ist. Am Potsdamer waren die ersten 12 Kilometer geschafft und der Vorsprung der Ausreißer war bei 3:15 angelangt. Im Feld beteiligten sich sehr viele Teas an der Nachführarbeit bzw. die Ausreißer zu kontrollieren. Milram-Trikots, Gerolsteiner-Trikots oder auch ein CSC-Jersey sehe ich in den vorderen Reihen. Zudem noch die neuen von Cervelo oder Vacansoleil. Jetzt, wo es in Richtung Kurfürstendamm geht, pendelt sich der Abstand so langsam ein. Drei Minuten ungefähr. Ich kann ihnen sagen das änderte sich nicht mehr viel bis zur ersten Zieldurchfahrt nachdem sie an der zerfallenden Wilhelm-Kaiser-Gedächtnis-Kirche und dem Olympiastadion vorbei fuhren. Bei der ersten Zieldurchfahrt gab es dann den ersten Zwischensprint. Ich kann ihnen sagen Klimov wurde nicht im Geringsten daran gehindert diese Wertung zu gewinnen. Wir werden nach einer Werbepause dann live ins Renngeschehen gehen.

Zitat
1. Zieldurchfahrt; Sprint:
Klimov (BMC)
O’Brien (FLM)
M. Zberg (C.A)

2. Zieldurchfahrt; Sprint:
Klimov (BMC)
M. Zberg (C.A)
O’Brien (FLM)

3. Zieldurchfahrt; Sprint:
Klimov (BMC)
M. Zberg (C.A)
O’Brien (FLM)

4. Zieldurchfahrt; Sprint:
Klimov (BMC)
O’Brien (FLM)
M. Zberg (C.A)



So nun wurde das Ziel zum vierten Mal durchfahren und es sind noch zwei Runden also 63 km. In der Sprintwertung ist Klimov eindeutig vorn und dahinter sind O’Brien und Zberg punktgleich. Es geht nun durch das Regierungsviertel. Die Fahrer sind nun zwischen Reichstag und fahren am Platz der Republik vorbei, wo ehemals die Siegessäule stand. Eine rechts-links Kombination weiter steht das Bundeskanzleramt und das Paul-Löbe-Haus mit den Büros der Abgeordneten, sowie die Schweizer Botschaft. Die Ausreißer können sich das noch ansehen vor dem Feld. Sie haben zwar noch zwei Minuten Vorsprung, aber das Feld hat sie die ganze Zeit an der langen Leine gelassen. Es geht jetzt gleich über die Spree und am neuen Hauptbahnhof vorbei, das neue Prachtstück Berlins. Fünf Stockwerke, zwei Gleisebenen, drei Shoppingebenen und noch viele Büroräume.



Jetzt sehen wir gerade das Feld, wie es die Ziellinie passiert mit einem Rückstand von 1 Minute und 53 Sekunden. Zurück zu den Ausreißern, die jetzt auch an der Nordseite des Hauptbahnhofs vorbeifahren. Die eine Gleisebene ist nun genau unter ihnen, denn diese führt unterirdisch durch Berlin und acht Gleise sind auch unterirdisch. Jetzt bekommen wir gerade eine Einstellung vom Pariser Platz mit de Brandenburger Tor aus der Luft. Das ist ja der Endpunkt der Straße des 17. Juni und von Unter den Linden. Dort biegen gleich die Spitzenreiter wieder ein. Dort sind sie schon wieder. Es geht nun Richtung Osten. Wir sind schon im Ostteil, aber es geht zum östlichsten Punkt der Strecke. Dem Alexander Platz. Ichn kann man in fast ganz Berlin erkennen, weil der Fernsehturm aus den Häusern herausragt. Er ist mit der Antennen 368,03 m hoch und damit das höchste Bauwerk Deutschlands. Vorher passiert die Gruppe aber noch den ehemaligen Palast der Republik. Dieser war eines der wichtigsten Bauten der DDR und wird heute aber abgerissen, weil er Asbestverseucht ist. Bis auf die Treppenhäuser steht heute nichts mehr. Jetzt geht es aber am Fernsehturm und dem Roten Rathaus vorbei zum Alexander Platz. Das Rote Rathaus ist der Regierungssitz des Berliner Bürgermeisters. Nun sehen wir auch endlich mal ein Bild vom Berliner Fernsehturm.



Jetzt gehen wir zum Feld, das seinen Rückstand auch wieder verringert hat. Nur noch eine Minute und 45 Sekunden. Diese fahren jetzt auch unter den Linden in Richtung Alexander Platz. Sie werden auch den Palast der Republik passieren, aber auf der anderen Seite steht der Berliner Dom. Noch ein sehr berühmtes Bauwerk, welches inzwischen sein Kuppelkreuz nach der Restaurierung wieder hat. Der Berliner Dom steht auf der Spreeinsel oder besser bekannt als Museumsinsel, welche fünf Museen insgesamt beherbergt. Zurück zur Spitzengruppe, die die Spree wieder überquert hat und nun in einen kurvigen Teil der Strecke kommt. Gerade sind sie in die Friedrichstraße eingebogen und fahren nun auf den Checkpoint Charlie zu, dem berühmtesten Grenzübergang Berlins. Jetzt können wir auch das Gelände der Stasi sehen, wo jetzt die Topografie des Terrors beherbergt ist, die über den Nationalsozialismus und die Stasi informiert. Jetzt schauen wir zurück zum Feld, wo ich auch Columbia Trikots sehe, sowie Trikots von Cofidis. Nun bekommen wir ein Bild vom Gendarmenmarkt mit dem Konzerthaus, dem Deutschen und dem Französischen Dom. Die Spitzengruppe ist hingegen schon am Potsdamer Platz angekommen, dem ehemaligen Grenzstreifen. Innerhalb weniger Jahre wurden hier mehr als 100.000 m² bebaut. Spektakulärstes und bekanntestes Gebäude ist natürlich das Sony Center. Die DB hat hier ihren Sitz im Bahn Tower, sowie Daimler im Daimler Quartier. Nebenan steht u. a. die Philharmonie Berlin.



Weiter geht es in Richtung Kurfürstendamm. Es geht jetzt durch das Botschaftsviertel. Hier stehen die meisten ausländischen Botschaften, sowie die Vertretungen der Bundesländer in Berlin. Auch das Feld fährt jetzt in Richtung Potsdamer Platz. Gegenüber am Leipziger Platz steht der Bundesrat, wo die 16 Bundesländer über bestimmte Gesetze abstimmen und diskutieren. Das Feld hält immoment den Abstand und fährt relativ gemütlich. 50 km sind es noch für die Spitzengruppe, die jetzt am Konrad-Adenauer-Haus vorbei fährt, der Zentrale der CDU. Wir melden uns nach einer kurzen Werbepause wieder.

Herzlich willkommen zurück. Wir sind beim Hauptfeld, welches sich gerade auf dem Ku’damm, wie er umgangssprachlich genannt wird, unterwegs. Er ist bekannt mit seinen vielen Geschäften und Restaurants. Die Wilhelm-Kaiser-Gedächtsniskirche ist ein Bauwerk, was durch die Bomben im Krieg ziemlich zerstört wurde und nicht restauriert wurde. Inzwischen zerfällt es immer mehr und man sucht Hände ringend Investoren, die es ermöglichen diese Kirche zu erhalten. Die eigentlichen Gottesdienste finden schon lange in den Gebäuden mit den Glassteinen daneben statt. Damit ist unsere „Stadtrundfahrt“ so gut wie abgeschlossen und nun konzentrieren wir uns auf das Rennen. Die Spitzenreiter sind jetzt kurz vor dem Berliner Olympiastadion und rund 42 km vor dem Ziel. Der Abstand ist auf eine Minute und 20 Sekunden geschrumpft und diese Gruppe hat sich auch schon längst aufgegeben. Sie werden jetzt noch mindestens bis zum Sprint durchziehen, wo es dann um die letzten Punkte geht. An den Olympischen Ringen vorbei sind es jetzt noch drei echte Kurven, die auf acht Kilometer verteilt sind. Eine tolle Voraussetzung für einen Massensprint. Die Spitzengruppe ist jetzt auf der Straße des 17. Juni angekommen du überquert nun die A100, die Stadtautobahn Berlins. Das Feld hingegen ist gerade am Olympiastadion vorbei. Vorne belauern sich Zberg und O’Brien schon. Zberg ist natürlich ein alter Fuchs, aber er darf O’Brien nicht unterschätzen. Der junge Ire will natürlich ihn überlisten. Klimov macht brav die Führungsarbeit. Es geht um den Ernst-Reuter-Platz. Noch 3,5 km. Das ist hier ja schon Spannung, wie vor einem Massensprint. Sie kommen zum Großen Stern. Die Siegessäule ist vor ihnen. Es geht links herum. O’Brien hat sich hinter Zberg eingereiht.





Die bessere Position. Die machen das hier wie beim Sprint um den Tagessieg. Es geht hier zwar nur um einen Punkt mehr oder weniger im Wintermainranking, aber für diese Teams kann das sehr wichtig sein. Noch 700 m. O’Brien tritt an. Das ist sehr früh aber Zberg hat ein Loch. Klimov versucht nicht den Anschluss zu verlieren. Zberg hat ein Radlängen Rückstand. 400 m sind extrem weit. Zberg kommt näher er saugt sich heran. Ein Sprinterloch kann man das nennen.Das wird eng aber Zberg zieht vorbei und holt sich den Sieg. O’Brien wird Zweiter und dann Klimov. Das Feld ist jetzt schon um den Großen Stern gebogen und sieht sie schon.

Zitat
5. Zieldurchfahrt; Sprint:
M. Zberg (C.A)
O’Brien (FLM)
Klimov (BMC)



Es geht jetzt am Brandenburger Tor vorbei. Ins Regierungsviertel. Das Feld kommt näher und näher. Die Ausreißer verabschieden sich voneinander, aber sie werden sich bald hinter dem Feld wieder sehen. Sturz m Hauptfeld. Mehrere Fahrer liegen am Boden in der Kurve vor dem Reichstag. Das sieht nicht so schlimm aus, aber sie werden wohl damit nicht mit dem Feld ins Ziel kommen, denn dort wird das Tempo erhöht. Die letzten 30 km hier beim Berlin GP. Wir bekommen gerade die Liste der gestürzten Fahrer.

Zitat
Bodrogi (BMC)
Furlan (BMC)
Hernandez (FLM)
Van Bon (FLM)
Elmiger (GST)
Sieberg (ASA)
Niermann (SDV)
Gajek (TSV)
Cooke (BAR)
Rosseler (CSC)



Das ist natürlich sehr bitter für BMC. Zwei wichtige Helfer für Fischer im Sprint sind hier betroffen, genauso Baden Cooke, der vllt sogar selber hätte eingreifen können. Wir verabschieden uns ein letztes Mal in die Werbung und zu den Nachrichten bevor wir das Finale live und in voller Länge sehen.

Es sind noch 17 km. Wir sind auf dem Kurfürstendamm, Höhe Bahnhof Zoo. Es hat sich keiner vom Feld absetzen können. Die gestürzten Fahrer konnten alle weitermachen, aber fahren hinter dem Feld. Es sind noch acht gefährlichere Kurven bevor das Ziel erreicht ist. Das ist sehr wenig und das ist natürlich sehr schön. Das Feld rast sehr schnell durch die Straßen Berlins. Das Rennen ist übrigens ganz gut besucht vor allem auf der Zielgeraden. Im Regierungsviertel hingegen z. B. ist sehr wenig oder auch im Botschaftsviertel und in Richtung Olympiastadion. Dort, wo wir gerade sind. Die Sprinter orientieren sich nach vorne. Noch 14 km. Die Spannung steigt. Wer gewinnt das erste Rennen der Wintersaison 2008. Wer gewinnt den Berlin-GP? Ein Favorit oder ein Außenseiter? Gibt es ein Duell Cavendish gegen Napolitano oder macht Cavendish das Ding klar. Kann er überhaupt eingreifen? Wir werden es sehen. Noch 10 km. Es geht in Richtung Wendepunkt am Olympiastadion dem westlichsten Punkt der Strecke. Vom westlichsten bis zum östlichsten Punkt der Strecke sind es übrigens 12 km. Keine große Distanz. Noch 8 km. Sturz. An der kleinen Kopfsteinplasterüberquerung der Straßenmitte hat es Adam Hansen erwischt, aber auch er hat Glück gehabt. Trotzdem fehlt auch er im Zielsprint. Hoffentlich war das der letzte Sturz. Es sind ja nur noch zwei Kurven bzw. das sind die Kreisverkehre am Ernst-Reuter-Platz und am Großen Stern. Es geht auf die Straßen des 17. Juni. Die Straße ist erreicht, aber noch nicht die Zielgeraden. Noch 6 km. Es versuchen sich die ersten Sprintzüge zu formieren. Die Straße ist zwar fast 12 m breit, aber es können sich hier keine 14 Sprintzüge bilden. Ich verstehe die Manager nicht, dass sie das nicht begreifen. Es herrscht, wie so oft in der Saison wieder heilloses Chaos auf der Straße. Noch 4 km. Der Ernst-Reuter-Platz kommt. Wie soll das gut gehen Es sind glaube ich sechs Züge auf einer Linie. Die Straße ist voll und jetzt ein Kreisverkehr. Es geht über den Ernst-Reuter-Platz. Wieder haben sich einige Züge verloren. Jetzt kann ich aber Columbia und Milram sehen, drei Kilometer vor dem Ziel. Napolitano gegen Cavendish. Milram gegen Columbia. Fischer war schlau. Er hat sich das Hinterrad von Cavendish geschnappt, während die anderen versuchen ihre 11 anderen Züge aufzubauen. Noch 2 km. Die Spannung steigt. Die Siegessäule kommt näher genauso wie das Brandenburger Tor und das Ziel. Der Große Stern. Vorne die beiden Züge. Das klappt gut. Dahinter ist ein großes Gedränge. Das wird eng. Stu… Nein. Das war eng aber da sind manche komplett ausgebremst weil sie von außen im Kreisverkehr noch innen wieder rein mussten und da fast in die Bande gekracht sind. Der Teufelslappen kommt. Cancellara bringt jetzt seine CSC-Mannen nach vorne wahrscheinlich van Avermaet. Noch 400 m. Greipel übernimmt für Cavendish und Velo zieht für Napolitano an. Van Avermaet schon im Wind. Das ist doch viel zu früh. Nein, die fahren für Breschel. Van Avermaet vorne für Breschel. Noch 200 m. Breschel vorn, dann Cavendish und Napolitano. Cavendish kommt angeflogen, Breschel sieht da aus als würde er stehen bleiben, aber Napolitano kommt und da ist Fischer. Er fliegt aus dem Windschatten von Cavandish. Cavendish, Napolitano oder Fischer. Noch 50 m. Cavendish vorne, aber Napolitano kommt näher. Fischer ist raus. Die Ziellinie und… Cavendish siegt! Mark Cavendish gewinnt den Berlin-GP und damit das erste Rennen der Wintersaison 2008. Wir verabschieden uns mit dem Bild des Siegers.

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