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Post Denmark Rundt - Dänemark-Rundfahrt (2.HC)

in Rennberichte 15.12.2008 20:54
von Schnurer | 838 Beiträge

Hallo und herzlich Willkommen zur diesjährigen Dänemark-Rundfahrt. Auf die Fahrer warten in den nächsten Tagen sehrwahrscheinlich einige Massensprints und der Gesamtsieger wird demnach erst beim Zeitfahren am vorletzten Tag ermittelt. Die heutige erste Etappe, einem Kurs Rund um Holstebro mit einer Länge von 175 Kilometern bietet topograpisch eigentlich kaum Schwierigkeiten:

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Da es, wie angesprochen am vorletzten Tag ein 14,5 Kilometer langes Zeitfahren gibt, können jene Sprinter, die halbwegs Zeitfahren können, hoffen viele Bonifikationen zu sammeln, um dann bei jenem relativ kurzen Zeitfahren nicht allzu viel Zeit zu verlieren und vielleicht vorne zu bleiben. Allerdings starten wir heute ersteinmal mit der ersten Etappe und da werfen wir doch gleich einen Blick auf die Grafik unserer dänischen Kollegen:

[align=center] * * * = Gert Steegmans (CSC), Jose Joaquin Rojas Gil (CSC), Francesco Chicci (MRM)
* * = Wouter Weylandt (BTL), Graeme Brown (LPR), Matthew Harley Goss (CHO)
* = Gregory Henderson (ELK), Mauro Richeze (ROR), Enrico Gasparotto (MRM)
[/div]

Das sind also die Favoriten der dänischen Kollegen und man sieht schon, dass hier und heute ein paar richtig endschnelle Männer am Start stehen. Dennoch werden sicherlich auch wieder ein paar Fahrer ihr Heil in der Flucht suchen, aber besonders die dänische CSC-Equipe, die hier mit einem starken Aufgebot antritt, wird sich in der Heimat keine Blöße geben wollen und hier voll auf Sieg fahren. Jetzt aber genug geredet, wir bekommen jeden Moment die ersten Livebilder von der Strecke.

Liebe Zuschauer, zunächst auch von mir herzlich Willkommen zur 1.Etappe der Dänemark-Rundfahrt 2008. Wie mein Kollege im Studio bereits gesagt hat, ist heute mit einer Sprintankunft zu rechnen. Wir haben aktuell 76 Kilometer zurückgelegt und es hat sich eine dreiköpfige Spitzengruppe gebildet, die im Moment 7:12 Minuten vor dem Feld fährt.

Zitat
Spitzengruppe:
ISTA Kevin (A2R)
SCHORN Daniel (ELK)
VERMELTFORT Coen (CHO)



Ursprünglich gehörte dieser Spitzengruppe auch der junge Kasache Andrey Zeits an, doch ein Defekt trennte ihn von der Spitzengruppe. Er ist mittlerweile wieder vom Feld gestellt, genau wie LPR-Fahrer Walter Proch, der nachspringen wollte, aber den Anschluss nicht mehr herstellen konnte.

Im Rennen ist derzeit nicht viel los, bei noch 91 zu fahrenden Kilometern beträgt der Vorsprung 7:47 Minuten, aber die Teams von CSC, Bouygues Télécom, Columbia und Milram zeigen sich schon vorne im Feld und werden wohl auch demnächst mit der Jagd der Ausreißer beginnen, den bei der Faustregel eine Minute auf zehn Kilometern bleibt nicht mehr sehr viel Luft.

Im Hauptfeld geht es jetzt aber ersteinmal zum gemütlichen Teil - die Verpflegung steht an. Sturz! Sturz! Drei Fahrer liegen da auf der Straße. Das typische Bild, da ist einem der Verpflegungsbeutel in die Speichen geflogen ... es ist auf jeden Fall ein Fahrer der LPR-Equipe, der hier mit schmerzverzertem Gesicht auf dem Asphalt liegt. Ja, ich habe es vermutet, es ist der Italiener Raffaele Ferrara (LPR). Durch ihn kamen auch Matthew Brammeier (KGZ) und Rigoberto Uran (CSC) zu Fall, aber diese beiden sitzen schon wieder auf dem Rad. Ihnen ist nichts passiert, aber Ferrara wird hier jetzt mit dem Krankenwagen abtransportiert. Ich gehe davon aus, dass wir während des Rennens weitere Informationen über seinen Gesundheitszustand bekommen werden.

Derweil haben die Ausreißer einen Vorsprung von 8:11 Minuten und es sind noch 84 Kilometer zu fahren. Aber jetzt fahren hier vorne gleich vier Teams ein hohes Tempo und ich sehe gestandene Fahrer wie Nicolas Jalabert (BTL), Sebastian Rosseler (CSC) oder Allan Davis (THR) an der Spitze des Peletons. Sie werden jetzt alles daran setzen, im Sinne ihrer Sprinter hier einen Massenspurt herbeizuführen. Da hier jetzt drei gegen ungefähr zehn Fahrer kämpfen, würde ich die Chancen für die Ausreißer auf ungefähr 10% beziffern.

Jetzt passieren die drei Ausreißer aber ersteinmal den zweiten Zwischensprint des Tages. Da fällt mir doch gleich ein, dass ich ihnen auch die Ergebnisse der ersten Sprint- und auch Bergwertung noch nicht genannt habe. Hier sind sie:

Zitat
1.Sprintwertung (km 45):
ISTA Kevin (A2R)
SCHORN Daniel (ELK)
VERMELTFORT Coen (CHO)

1.Bergwertung (km 82):
VERMELTFORT Coen (CHO)
SCHORN Daniel (ELK)
ISTA Kevin (A2R)

2.Sprintwertung (km 104):
ISTA Kevin (A2R)
VERMELTFORT Coen (CHO)
SCHORN Daniel (ELK)



Für die drei tapferen Kämpfer an der Spitze des Rennens sind es jetzt noch 63 Kilometer und ihr Vorsprung ist auch bereits auf 5:56 Minuten geschmolzen. So bitter es sich auch anhört, aber das Feld kann hier förmlich mit den drei Ausreißern spielen. Derweil bekommen wir eine weitere Aufgabe gemeldet. Carl Naibo (A2R) muss das Rennen aufgrund von Magenproblemen aufgeben. Verwunderlich, dass er da überhaupt zur ersten Etappe angetreten ist.

Apropos Aufgabe. Mein Kollege Günther Jauch hat sich mit dem sportlichen Leiter der LPR-Boifava Mannschaft, jugend07, in Verbindung gesetzt und der sagte ihm: "Ferrara hat es hart getroffen. Der Arzt meint, sein Schlüsselbein ist gebrochen. Das ist bitter für Raffaele und unser Team." Die fast schon übliche Radsportverletzung - von dieser Stelle auf alle Fälle die besten Genesungswünsche an Raffaele Ferrara.

Nun aber zurück ins Rennen. Die Ausreißer haben hier heute keine Chance. Das zeigt ihnen das rasente Peleton aber auch ganz deutlich. Der aktuelle Vorsprung beträgt noch 3 Minuten und 21 Sekunden bei 46 ausstehenden Kilometern. Vorne macht auf mich der Belgier Kevin Ista (A2R) den besten Eindruck. Er geht auch am meisten durch die Führung. Der Österreicher Schorn arbeitet dagegen kaum mit, was eben vorallem jenen Kevin Ista sehr erzürnt, was er auch schon mehrmals gestisch zum Ausdruck brachte.

Jetzt passieren die Ausreißer jeden Moment die dritte und letzte Sprintwertung des Tages, welche 35 Kilometer vor dem Ziel in Holstebro abgenommen wird. Und hier ist auch schon das Ergebnis:

Zitat
3.Sprintwertung (km 140):
ISTA Kevin (A2R)
VERMELTFORT Coen (CHO)
SCHORN Daniel (ELK)



Auch das Feld kommt jetzt hier am Messpunkt an und der Vorsprung ist nochmals geschmolzen. Es sind nur noch 2:37 und das bei noch 35 Kilometern - das wird nichts werden. Vorne kommt es auch zu interessanten Szenen. Ista und Vermeltfort unterhalten sich ab und zu und auch der sportliche Leiter der Chocolade Jacques Mannschaft hat schon das Gespräch mit Ag2r-Fahrer Kevin Ista gesucht. Ob die da etwas planen, um den Österreicher Schorn loszuwerden? ... da ist er weg ... wie eine lästige Fliege haben Ista und Vermeltfort die jungen Österreich abgehängt. Aber eigentlich haben die beiden garnichts besonders unternehmen, doch Schorn ist hier einfach fix und fertig. Die drei sind bereits seit dem Kilometer 4 unterwegs und beim Youngster aus dem Elk-Haus-Team waren jetzt einfach alle Körner verschoßen.

20 Kilometer noch! Der Vorsprung ist noch bei 59 Sekunden, während der junge Schorn vom jagenden Feld bereits geschluckt und auch durchgereicht wurde. Ista und Vermeltfort kämpfen hier verzweifelt, aber der heftige Wind macht es den beiden hier sicherlich nicht einfacher. Vorallem Ista hätte einen Etappensieg heute absolut verdient.

Der Zusammenschluss dürfte nun jeden Moment erfolgen und dann hat das Feld noch ungefähr acht Kilometer bis ins Ziel nach Holstebro ... da ist es um die zwei geschehen. Tolle Leistung der Ausreißer, aber kaufen können sie sich dafür allerdings auch nichts, wobei Kevin Ista (A2R) morgen im Trikot des besten Kämpfers fahren darf. Wofür es bei der legendären Tour de France also eine rote Rückennummer gibt, spenden die Dänen sogar ein Trikot.

Doch dieses Trikot ist Nebensache, hier geht es jetzt um den Etappensieg und die letzten fünf Kilometer brechen an:

5000m: Langsam aber sich zeigen sich die ersten Sprinterzüge an der Spitze des Feldes. Vorallem von den Teams CSC und ELK-Haus-Simplon sehen wir hier verdammt viele Fahrer an der Spitze des Feldes. Das Tempo machen im Moment aber zwei Fahrer der Milram-Mannschaft. Ich glaube es handelt sich da um Musiol und Verbist.

4000m: Defekt! Der Australische Sprinter Matthew Harley Goss aus dem Chocolade Jacques Team wird mit Defekt gemeldet. Das wars natürlich mit dem Etappensieg ...

3000m: Jetzt haben sich die Züge gebildet und das CSC-Team ist bereits ganz vorne. Sage und schreibe sechs Mann haben sich hier ganz vorne eingefunden. Die Frage dürfte sein, fahren die für Gert Steegmans oder Jose Joaquin Rojas Gil? Der ELK-Haus-Zug kommt auch auf der linken Seite, während jetzt wohl für Wouter Weylandt von Bouygues angefahren wird.

2000m: Attacke! Markus Eichler (Milram) versucht es nochmal, aber CSC lässt hier jetzt keinen mehr fahren. Viele Mannschaften versuchen hier ihre Züge aufzubauen, aber die Züge mancher Teams, wie z.B. der von Karpin-Galicia sind hier einfach zu schwach. Milram dagegen hat offensichtlich mehrere Optionen, denn direkt nach dem Scheitern der Eichler-Attacke kommt auch ihr Zug nach vorne.

1000m: Der Teufelslappen. Bradley Wiggins (THR) versucht es nochmal, aber auch sein Antritt verpufft. CSC hat hier scheinbar alles im Griff. Doch der Zug wird immer wieder gestört. Jean-Patrick Nazon (ROR) versucht hier immer wieder ans Hinterrad von Rojas Gil zu kommen, wobei CSC heute eher auf die Karte Steegmans setzt, wie es scheint.

500m: Rojas Gil eröffnet hier den schnellen Sprint. Hinter ihm sind mit Matti Breschel und Gert Steegmans weitere Teamkollege. Horillo mit Henderson am Hinterrad erkenne ich, da sind auch Tom Steels und Graeme Brown - ein packendes Finale.

250m: Breschel zieht jetzt mustergültig für Steegmans an. Der muss jetzt nur noch vollenden. Ag2r-Fahrer erkenne ich da auch. Ein Columbia-Mann ist jetzt auch ganz vorne dabei. Milram hat hier wirklich mehrere Optionen, denn Chicci versucht es mit dem Zug und Gasparotto hängt am Hinterrad von Gert Steegmans.

100m: Steegmans oder Chicci - ich denke das ist hier die Frage! Eigentlich ist Steegmans einen Tick stärker, aber Marco Velo hat diesen Francesco Chicci hier in eine wunderbare Position gefahren.

50m: Die beiden fahren Rad an Rad nebeneinandern. Aber auch die anderen geben sich nicht geschlagen. Der junge Said Haddou kommt mit einer brutalen Endgeschwindigkeit angeflogen - kann er hier noch gewinnen.

Ziel: Steegmans behält die Oberhand und siegt hier zum Auftakt der Dänemark-Rundfahrt. Auf Platz zwei hat es der überraschend starke Said Haddou geschafft, der Chicci noch übersprintete. Wirklich schwach von diesem Chicci, der er konnte die Top-Vorbereitung von Marco Velo einfach nicht nutzen. Wir verabschieden uns mit den Top10 und dem Bild des Siegers.

Zitat
Tagesergebnis 1.Etappe:
1 STEEGMANS Gert (CSC)
2 HADDOU Said (A2R)
3 CHICCI Francesco (MRM)
4 WEYLANDT Wouter (BTL)
5 GASPAROTTO Enrico (MRM)
6 HENDERSON Gregory (ELK)
7 BROWN Graeme (LPR)
8 RICHEZE Mauro (ROR)
9 ROELANDTS Jürgen (THR)
10 BRAMMEIER Matthew (KGZ)



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#2

RE: Post Denmark Rundt - Dänemark-Rundfahrt (2.HC)

in Rennberichte 15.12.2008 20:55
von Schnurer | 838 Beiträge

Hallo und herzlich Willkommen zur 2.Etappe der Dänemark-Rundfahrt. Nach der gestrigen 1.Etappe über 175 Kilometer Rund um Holstebro steht heute eine ähnliche Etappe auf dem Programm. Wenn man auf das Profil schaut, könnte man sogar meinen, es sei der selbe Abschnitt, denn es ist wieder flach und es gilt den kompletten Tag nur einen Anstieg zu bezwingen:

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Man kann also auch heute mit einem Massensprint rechnen, denn Steegmans und Co. haben hier wieder eine ausgezeichnete Siegeschance. Die heutige Etappe von Skjern nach Sonderborg ist mit 220 Kilometer zudem ziemlich lang, was einer Ausreißergruppe sicherlich nicht unbedingt entgegenkommt. Zudem bestreiten die Fahrer das komplette Rennen in Meeresnähe, weshalb mit starken Winden zu rechnen ist, was manche Teams zu taktischen Finessen wie z.B. Windkanten verleiten könnte. Jetzt aber erst wieder der Blick auf die Favoriten der dänischen Medien.

[align=center] * * * = Gert Steegmans (CSC), Francesco Chicci (MRM), Wouter Weylandt (BTL)
* * = Jose Joaquin Rojas Gil (CSC), Enrico Gasparotto (MRM), Said Haddou (A2R)
* = Gregory Henderson (ELK), Jürgen Roelandts (THR), Graeme Brown (LPR)
[/div]

Man darf also gespannt sein, für wen die beiden wohl stärksten Sprinterteams Milram und vorallem CSC/Saxo-Bank heute fahren werden. Gestern hat Teammanager Harryhase auf die Karte Gert Steegmans gesetzt und die Plan ging auf. Milram-Manager Alfonso hat seinen Zug dagegen für Chicci arbeiten lassen, der zwar 3. wurde, aber damit nur zwei Plätze vor seinem Teamkollege Enrico Gasparotto war, der ohne Hilfe des Teams auf Platz 5 sprintete. So genug der langen Rede, wir starten jetzt direkt mit der Live-Übertragung des Rennens.

Ja, so ist es. Auch von meiner Seite Guten Tag. Wie mein Kollege bereits angesprochen hat, dürfte es heute für die Ausreißer sehr schwer werden, etwas zu erreichen. Dennoch gab es zu Beginn wieder einige Attacken. Karpin-Galicia zeigte sich in der Anfangsphase sehr aktiv, doch die richtige Gruppe erwischten die spanischen Jungs nicht.

Zitat
Spitzengruppe:
CRUZ Antonio (QST)
IGNATIEW Michail (TCS)
TRAKSEL Bobbie (A2R)
VEELERS Tom (BTL)



Die Fahrer haben momentan fast 100 Kilometer zurückgelegt und ihr Vorsprung liegt bereits bei 7 Minuten und 21 Sekunden. Von CSC/Saxo-Bank oder auch von Milram ist im Feld noch nichts zu sehen, lediglich Columbia übernimmt abundzu mal ein bißchen die Führungsarbeit, aber der Vorsprung wird dadurch auch nicht kleiner. Die vier Mann an der Spitze haben übrigens auch schon zwei Zwischensprints hinter sich gebracht und hier sind die Ergebnisse:

Zitat
1.Sprintwertung (km 13):
1 DESCHROODER Benny (CHO)
2 MONTAGUTI Matteo (LPR)
3 ROWNY Ivan (TCS)

2.Sprintwertung (km 61):
1 TRAKSEL Bobbie (A2R)
2 VEELERS Tom (BTL)
3 IGNATIEW Michail (TCS)



Wie sie am Ergebnis der ersten Sprintwertung schon sehen, hat sich die heutige Spitzengruppe erst nach der ersten Sprintwertung gebildet. Zuvor konnten sich mit Deschrooder (CHO) und Montaguti (LPR) bereits zwei Fahrer absetzen, doch das heute wohl ambitionierte Tinkoff-Team setzte direkt nach und ließ die beiden nicht gewähren.

Der Vorsprung ist dagegen nach weiteren 10 Kilometern konstant geblieben. Er beträgt aktuell 7:19 und im Feld ist auch 110 Kilometer vor dem Ziel noch keine Mannschaft zu sehen, die hier die Ausreißer stoppen will. Vor dem heutigen Start sagte übrigens Columbia-Fahrer Bradley Wiggins, dass sein Team heute sehr motiviert sei und unbedingt den Sieg will. Das Columbia-Team ist auch bislang das einzigste, welches hin und wieder im Feld etwas die Arbeit übernimmt. Jetzt geben wir kurz zu den Tagesthemen ab, doch in ein paar Minuten sind wir auch schon wieder zurück.

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So und da sind wir auch schon wieder zurück bei der 2.Etappe der diesjährigen Dänemark-Rundfahrt. Bis ins Ziel nach Sonderborg sind es noch 92 Kilometer, aber hier passiert derzeit extrem wenig. Der Vorsprung pendelt sich bei etwas mehr als 7 Minuten ein und sowohl das Feld, als auch Ausreißer fahren gemächlich vor sich hin. Derweil haben wohl zwei Fahrer das Rennen aufgegeben. Es handelt sich um Renaud Dion vom Silence-Lotto-Team und um den doch deutlich bekannteren Mario Cipollini aus der Southaustralia-Equipe. Das war Gestern schon abzusehen, als man weder Cipollini, noch dessen Teamkollege Danilo Hondo im Massensprint vorne sah. Cipollini "fühlt sich müde und hat sich möglicherweise einen Infekt eingefangen", so sein Landsmann Adriano Malori. Über den Grund des Austeigens von Dion liegen uns dagegen keine Informationen vor.

Das Team Ceramica Flaminia ist zur heutigen 2.Etappe übrigens gar nicht mehr angetreten. Giuseppe Muraglia, ein Fahrer der Equipe um Manager FDJeux, ist des Dopings überführt worden. Deshalb strich das Team auch in Dänemark die Segel. Allerdings wird man irische Mannschaft kaum vermissen, denn sie hatten eigentlich keinen Fahrer dabei, der hier etwas ausrichten hätte können.

Aber nun zurück zum aktuellen Renngeschehen. Die Fahrer haben vor wenigen Minuten die einzige Bergwertung des Tages passiert und haben nun noch 67 Kilometer bis zum Ziel. Im Feld tut sich jetzt auch etwas, denn die beiden Columbia-Fahrer Scott Davis und Ian Stannard wollen die Ausreißer jetzt einholen. Im Moment beträgt der Vorsprung aber immernoch 6:43 Minuten.

Zitat
1.Bergwertung (km 132):
1 CRUZ Antonio (QST)
2 IGNATIEW Michail (TCS)
3 TRAKSEL Bobbie (A2R)



Da bleibt uns doch nun einmal kurz Zeit, Ihnen die vier Ausreißer etwas näher vorzustellen.

Zitat
Antonio Cruz (QSI):
Der erfahrene Amerikaner ist mit seinen 36 Jahren definitiv im Herbst seiner Karriere angekommen. Er gewann bereits schon zwei Etappen bei kleineren Rundfahrten, aber der ganz große Wurf ist ihm noch nicht gelungen. Viel mehr zeichnet er sich dadurch aus, ein exzellenter Helfer für seine Teamkollegen zu sein, der heute aber seine Chance bekommen hat.

Michail Ignatiew (TCS):
Wenn sich Cruz im Herbst der Karriere befindet, ist Ignatiew gerade einmal im Frühling angekommen. Er ist 23 Jahre alt und sowohl auf der Bahn, als auch auf der Straße zu Hause. Der junge Russe ist ein Mann mit Allrounder-Fähigkeiten und holte sich bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 mit 19 Jahren bereits eine Goldmedaille auf der Bahn.

Tom Veelers (BTL):
Ebenfalls ein noch relativ junger Fahrer, der es hier in die Ausreißergruppe geschafft. Eigentlich ist Veelers ein Klassikerspezialist, was sein Paris-Roubaix-Sieg in der U23-Klasse aus dem Jahr 2006 beweist. Aber der junge Belgier ist auch relativ endschnell und konnte so bereits ein paar kleinere Rennen bzw. Etappen bei kleinen Rundfahrten gewinnen.

Bobbie Traksel (A2R):
Traksel ist ein ähnlicher Fahrertyp wie Tom Veelers. Mit 26 Jahren befindet sich der Holländer im besten Radfahreralter. Er konnte in diesem Jahr die Gesamtwertung der Drei Tage von Westflandern für sich entscheiden. Zudem hat er auch bereits ein großen Erfolg bei den Junioren vorzuweisen, denn er gewann 2000 die Flandern-Rundfahrt.



Während ich Ihnen die vier Mann an der Spitze etwas näher vorgestellt, haben vorallem die Columbia-Fahrer Davis und Stannard den Rückstand des Hauptfeldes auf gute fünf Minuten verkürzt. Allerdings sind auch nur 34 Kilometer zu fahren und ich wage es zu behaupten, dass es heute nicht zu einem Massensprint kommt, wenn Columbia keine Unterstützung bekommt. Von CSC/Saxo-Bank und Milram ist noch nichts zu sehen.

Sturz ... aber kein Radfahrer, sondern ein Begleitmotorad hat sich hier auf den Asphalt gelegt. Eine traktische Szene, aber es scheint sowohl dem Fahrer, als auch dem Kameramann hinten drauf einigermaßen gut zu gehen ... sie steigen wieder auf das Motorrad, welches zwar ramponiert ist, aber dennoch den Geist nicht aufgibt.

Können sie mir sagen, warum weder CSC noch Milram Interesse zeigt, die Ausreißer zu stellen? Ich kapiere das einfach nicht! Davis und Stannard geben wirklich alles, aber der Vorsprung wird nur mühsam kleiner. Es sind aktuell noch 21 Kilometer ins Tagesziel nach Sonderborg und der Rückstand des Feld beträgt immernoch 4 Minuten und 23 Sekunden. Das wird wohl nichts mit dem Massensprint heute.

Da die Ausreißer wohl durchkommen werden, können wir ja schoneinmal schauen, wie die Rollen verteilt sein könnten. Ich sehe eigentlich den Holländer Traksel (A2R) als den schnellsten Sprinter der Gruppe, nur Veelers (BTL) konnte da vielleicht mithalten. Wobei. Wenn Ignatiew (TCS) einen guten Tag erwischt, ist vieles möglich. Cruz (QSI) muss es wohl aufjedenfall mit einer Attacke versuchen.

Noch 15 Kilometer. Im Feld arbeitet weiter Columbia, aber die Ausreißer investieren jetzt ihre letzten Körner. Die vier arbeiten jetzt nochmal richtig gut zusammen, weshalb sich Davis und Stannard die Zähne an ihnen ausbeißen. Aktueller Vorsprung 4:08.

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[size=7] Reibt sich wohl umsonst auf: Ian Stannard (Team Columbia) [/color][/div]

Jetzt erreichen die Ausreißer die letzten 10 Kilometer. Das Ding ist wohl gegessen, womit niemand gerechnet hat, wird heute wahr. Da das Zeitfahren relativ kurz ist, geht es hier jetzt auch schon um Gesamtsieg, deshalb helfen jetzt ein paar Teams, darunter BMC-Racing, nochmal mit, den Vorsprung etwas kleiner werden zu lassen. Attacke! Antonio Cruz sucht sein Heil in der Flucht. Die anderen drei schauen sich ersteinmal entsetzt an ...

5000m: Cruz wird jeden Moment wieder zurückgeholt. Die anderen drei haben den Anschluss gleich wiederhergestellt, das Feld ist noch gut drei Minuten zurück. Jetzt sind sie dran und ersteinmal wird das Tempo rausgenommen.

4000m: Ignatiew ... wow! Diese Attacke sieht richtig stark aus. Der Russe wechselt die Straßenseite, zieht voll durch und reißt direkt ein Loch. Traksel und Veelers zucken kurz, fahren jetzt aber hinterher. Cruz hingegen ist von seinem 5-Kilometer-Soloritt ziemlich kaputt. Er hat Mühe an Traksel und Veelers dranzubleiben.

3000m: Zehn Sekunden sind es ungefähr für Ignatiew und das könnte reichen. Traksel und Veelers geben zwar alles, haben so auch schon Cruz abgehängt, aber sie kommen kaum näher.

2000m: Der Vorspung bleibt stabil. Im Feld wurde Danny Pate (BMC), der es bei der 5000m-Marke versucht hat, inzwischen wieder gestellt und der Sieger heißt heute entweder Ignatiew, Traksel oder Veelers!

1000m: Der letzte Kilometer. Ungefähr 200 Meter trennen Ignatiew und seine beiden Verfolger. Das wird eine ganz enge Kiste, denn Traksel und Veelers investieren jetzt alles! Hinten attackiert derweil Bradley Wiggins (THR). Der Brite möchte hier wohl noch ein paar Sekunden herausfahren.

500m: Der Vorsprung wird kleiner. Traksel eröffnet endgültig den finalen Sprint und Veelers ist an seinem Hinterrad. Wiggins kann sich ebenfalls vom Feld lösen, während Cruz die Beine hochgenommen hat.

200m: 30 Meter sind es noch ... aber Ignatiew kämpft. Wird das reichen? Traksel gibt jetzt alles und Veelers versucht langsam aber sicher aus dem Windschatten heraus zu kommen.

100m: Das wird eine Milimeterentscheidung geben. Ignatiew hat die Augen zu und tritt nur noch wie ein wilder in die Pedale. Seine Verfolger aber auch. Reicht das?

Ziel: Veelers hat Traksel überflügelt, aber reicht es auch für Ignatiew. Veelers oder Ignatiew? Ignatiew! Der Russe rettet sich gerade so über die Linie und siegt hauchdünn vor dem Belgier Veelers. Dritter wird Bobbie Traksel vor seinem ehemaligen Begleiter Antonio Cruz. Fünfter wird Bradley Wiggins und Said Haddou (A2R) entscheidet den Sprint des Hauptfeldes für sich. CSC/Saxo-Bank und Milram gehören damit sicherlich zu den Verlierern des Tages. Sie wollten im Hauptfeld nicht mitarbeiten und haben dafür nun die Rechnung bekommen. Wir verabschieden uns mit den Top10 der 2.Etappe und dem Bild des Siegers:

Zitat
Tagesergebnis 2.Etappe:
IGNATIEW Michail (TCS)
VEELERS Tom (BTL) s.t.
TRAKSEL Bobbie (A2R) s.t.
CRUZ Antonio (QST) + 0"57
WIGGINS Bradley (THR) +2"43
HADDOU Said ((A2R) +2"58
ROELANDTS Jürgen (THR) s.t.
BONDARIEW Bogdan (KGZ) s.t.
GOSS Mathew Harley (CHO) s.t.
LODDO Alberto (TCS) s.t.




[size=7] Kämpfte wie ein Löwe und siegte dann verdient: Michail Ignatiew (TCS) [/color]

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#3

RE: Post Denmark Rundt - Dänemark-Rundfahrt (2.HC)

in Rennberichte 15.12.2008 20:55
von Schnurer | 838 Beiträge

Herzlich Willkommen zur Zusammenfassung der dritten Etappe der Post Danmark Rundfahrt 2008! Nachdem am gestrigen Tage durch eine Ausreissergruppe, die die Etappe unter sich ausmachte, die Gesamtwertung quasi entschieden wurde, wollten heute noch mal die ganz schnellen Männer zu ihrem Recht kommen, auf der vorletzten Etappe, die einen Massensprint zulässt. Der gestrige Etappensieger Ignatiev, der damit auch für seine beiden Mitausreisser Traksel und Veelers in der Gesamtwertung uneinholbar vorne liegt, wenn man die Zeitfahrqualitäten dieser drei Fahrer miteinbezieht, sollte heute keine Rolle spielen. Das Gelbe Trikot des führenden Russen blitzte nur ab und an der Spitze des Pelotons auf und verstecke sich ansonsten in der breiten Masse.

Der Kurs ließ, wie gesagt, nur Ausreissern oder Sprintern eine reelle Chance, hier der Kurs mit insgesamt 3 Sprint- und 4 Bergwertungen unterwegs:

[align=center] [/div]

Zu Beginn versuchten ähnlich wie gestern wieder Ausreisser ihr Glück, und wieder setzte sich eine eigentlich vielversprechende Gruppe ab, die aus 7 Fahrern bestand und damit die zahlenmäßig stärkste Ausreissergruppe dieser Rundfahrt bildete:

Zitat
Ausreisser
Boris Schpilewski (ROR)
Ilja Tschernetzki (ROR)
Fredrik Ericsson (SIL)
Markus Eibegger (ELK)
Cyril Lemoine (A2R)
Evgeny Popov (KGZ)
Giaro Ermeti (LPR)



Bemerkenswert sicher die Tatsache, dass mit Tschernetzki, Schpilewski und Popov gleich drei Russen den Weg in die Gruppe des Tages dangen. Dazu gesellte sich also eine bunte Mischung bestehend aus eine Franzosen, einem Schweden, einem Italiener und einem Österreicher. Favorit für den Sprint aus dieser Gruppe, sollte es zur Tagesentscheidung aus dieser Grupep kommen, sicher der Italiener Giaro Ermetti, wenngleich auch er kein reinrassiger Sprinter ist.

Die Gruppe lief die ganze Zeit über recht rund. Kein Fahrer versuchte sich um seinen Anteil der Führungsarbeit zu drücken, und trotzdem kristallisierte sich früh heraus, dass die Sprinter sich die heutige Gelgenheit nicht entgehen lassen würden. Dafür waren die Teams von CSC, Bouygues Telecom, Tinkoff und auch LPR einfach zu stark. Während Bouygues Telecom und Tinkoff neben der Chance auf den Etappensieg durch ihre Sprinter Yauheni Hutarovich bzw. Alberto Loddo auch die Verteidigung der jeweils ausgezeichneten Gesamtpositionen ihre beiden gestrigen Ausreisser Veelers bzw. Ignatiew im Sinn hatten, beteiligte sich das Team des dritten Ausreissers, ag2r, nicht an der Führung, sondern entsandte den Zeitfahrspezialist Cyril Lemone überraschend in die Gruppe des Tages.

Auch den mutigen Ausreissern muss recht früh klar gewesen sein, dass die heutige Aktion nichts wird, das merkte man daran, dass sie sich nicht ganz so kämpferisch gegen Ende zeigten, sondern sich in ihr Schicksal ergaben. Zudem sank der Vorsprung auf dem letzten Teil der Etappe kurz vor dem Massensprint recht schnell. Das kann jedenfalls nicht an dem Kräfteverschleiß der Ausreisser bei den Zwischenwertungen liegen, denn mit Lemoine und Eibegger hatten es nur zwei der Ausreisser Absichten bei den Zwischenwertungen. Während Lemoine beide Sprintwertungen gewann, konnte Eibegger drei der vier Bergwertungen für sich entscheiden, allein erneut der Franzose Cyril Lemoine konnte ihm einmal die gesamte Punktzahl streitig machen. Der Rest der Gruppe scherte sich nicht weiter um die Zwischenwertungen, sodass die beiden jungen Fahrer leichtes Spiel im Stile Eins gegen Eins hatten.

Aber auch das konnte die Favoritenteams nicht aufhalten, die weiter unaufhaltsam ihren Weg Richtung Massensprint gingen und Maßarbeit lieferten. Die Ausreisser wurden bis Kilometer 195 letztendlich an der langen Leine gehalten, der Lohn für die sieben Fahrer war im Endeffek nichts außer Kamerapräsenz und im Falle von Markus Eigebber das Begtrikot. Einen anderen Lohn in Form von Etappensiegen streben dann natürlich die Spinterteams an. Es entwickelte sich in selbigem Massensprint dann vor allen ein Kopf an Kopf Rennen zwischen zwei Fahrern, die da waren Gert Steegmanns von CSC, der bereits eine Etappe gewinnen konnte, sowie Alberto Loddo von Tinkoff. Während der Rest der Konkurrenz deutlich das Nachsehen hatte, ging es zwischen diesen beiden Sprintern sehr eng zu. Durchsetzen konnte sich aber, fast schon erwartungsgemäß der Belgier, der damit den zweiten Etappensieg für das Team CSC Saxo Bank bei der Heimrundfahrt perfekt machte und damit auch über die wahrscheinlich schon verlorene Gesamtwertung hinwegtäuschen konnte. Der dritte Platz ging mit Yauheni Hutarovich an einen Bouygues Fahrer, der nach dem zweiten Platz von Veelers am gestrigen Tage heute die Kapitänsrolle im Spint einnehmen durfte. Ob morgen dann für Veelers oder Hutarovich gefahren wird, bleibt abzuwarten. Die Plätze 4-8 belegten Dann Jean-Patrick Nazon, Graeme Brown, Said Haddou, Greg Henderson und Jürgen Roelandts.

Das war´s vom dritten Wettkampftag der Dänemark-Rundfahrt, die wichitgen Fakten des Tages der Etappensieg von Gert Steegmanns und die Eroberung des Bergtrikots von Markus Eibegger. Ich verabschiede mich, wünsche eine gute Nacht und verbleibe mit der Hoffnung, dass wir morgen wieder live berichten können.


Erneut nicht zu schlagen: Gert Steegmanns

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#4

RE: Post Denmark Rundt - Dänemark-Rundfahrt (2.HC)

in Rennberichte 15.12.2008 20:56
von Schnurer | 838 Beiträge

Herzlich Willkommen zur Zusammenfassung der vierten Etappe der Dänemark-Rundfahrt. Aufgrund des Großen Preises von San Sebastian, welchen der Luxemburger Fränk Schleck für sich entscheiden konnte, ist der Zeitplan leider wieder sehr eng. Trotzdem hoffe ich, dass diese Zusammenfassung Sie umfassend informieren kann, die übrigen Informationen wie etwa die genauen Ergebnisse aller Zwischenwertungen sind später im Teletext nachzulesen.

Die heutige Etappe war wieder eine ziemlich flache Etappe, sodass auch heute ein Massensprint von allen Experten erwartet wurde. In selbigem galt natürlich Gert Steegmanns als Topfavorit, der bei dieser Rundfahrt ja schon zwei Etappen gewinnen konnte und heute somit sein Etappentriple perfekt machen wollte. Graeme Brown, Alberto Loddo, Yauheni Hutarovich, Jean-Patrick Nazon: So die Namen derer, die neben Steegmanns die heißesten Anwärter auf den Etappensieg bei dieser vierten Etappe waren, deren Profil es hier noch einmal zu sehen gibt:

[align=center] [/div]

Wie wir sehen gibt es also eine Sprintwertung, dazu drei Bergwertungen. Trotzdem sind diese Anstiege fast marginal und werden heute keinen Einfluss auf den Ausgang dieser Etappe haben. Die Fahrer starteten heute gegen 13:30 Uhr in Ringe, Ziel dieser Etappe war die Stadt Odense, die vielen wegen des dort ansässigen Fußballvereins vielleicht ein Begriff sein dürfte.

Gleich zu Beginn gab es wieder Versuche, eine Ausreissergruppe zu initiieren. Der Erste, der dies versuchte war der Franzose Benoit Sinner. Ihm folgte der Kanadier Svein Tuft, doch diese Attacke verpuffte letztendlich, die beiden allein waren zu schwach und sahen dies ein, sodass schließlich ein Angriff des jungen Björn Thurau zur Bildung der heutigen Ausreissergruppe führte, welche Sie hier im Überblick sehen können:

Zitat
Ausreissergruppe
VERMELTFORT Coen (CHO)
THURAU Björn (ELK)
TRENTIN Guido (KGZ)
BERKHOUT Thomas (SIL)
MARINANGELI Sergio (LPR)
BODNAR Maciej (ROR)



Auffallend viele junge Fahrer, von Thomas Berkhout, Coen Vermeltfoort und nicht zuletzt Björn Thurau hörte man im vergangenen Jahr noch im Nachwuchsbereich etwas, zumeist Positives, sonst hätten sie den Sprung zu ihren jeweiligen Teams ja auch nicht geschafft. Zu ihnen gesellten sich mit Marinangeli und Trentin zwei Italiener, dazu kam noch der Zeitfahrspezialist Maciej Bodnar aus Polen. Aussichtsreichster Kandidat im Sprint dieser Gruppe wäre für mich Coen Vermeltfoort.

Die Gruppe baute ihren Vorsprung nur recht langsam aus, dafür zum Einen der große Gegenwind, zum Anderen ach das recht hohe Tempo im Peloton verantwortlich. An der spitze des großen Fahrerfeldes waren vermehrt natürlich die Trikots von CSC zu sehen, aber auch Tinkoff, Bouygues Telecom und das Team Columbia ließen sich vermehrt an der Spitze sehen, sodass eigentlich von vornherein wieder keine große Chance für die Ausreisser bestand. Sie konnten einzig darauf spekulieren, dass die Sprinterteams sich verrechnen und die sechs Fahrer nicht rechtzeitig stellen, doch diese Chance lag natürlich recht gering. Das dachte sich wohl auch Björn Thurau. Der junge Deutsche investierte nämlich viel Kraft bei den Zwischenwertungen, besser gesagt bei den Bergwertungen, die er allesamt für sich entscheiden konnte. Somit macht er in dieser Sonderwertung natürlich einen großen Sprung nach vorne und schließt nahezu zu seinem Teamkollegen Markus Eibegger auf, der momentan Träger des Bergtrikots ist. Die anderen Fahrer zeigten sich nur mäßig an den Zwischenwertungen interessiert, die Sprintwertung nahm ausnahmsweise mal nicht Thurau mit. Dort war der Holländer Coen Vermeltfoort der Erste.

Nichtsdestotrotz wohl zum großen Teil vergeudete Kraft der sechs Fahrer, denn das Peloton ließ heute wie erwartet nichts anbrennen. Obwohl diese Etappe mit nur 115 Kilometern und mit dem morgigen Zeitfahren in Aussicht als eigentlich größte Chance für die Ausreisser galt, investierten die Sprinter- bzw. Favoritenteams einige Kraft und leisteten beim Stellen der Ausreisser Maßarbeit. Exakt 2 Kilometer vor dem Tagesziel in Odense bei der Orteinfahrt wurden die Ausreisser gestellt. Thomas Berkhout probierte es dann nochmals mit einer Attacke, doch diese stellte sich, nachdem der junge Niederländer zuerst eine vielversprechende Lücke reißen konnte, auch nur als Strohfeuer heraus und brachte die Favoriten auf den Tagessieg kaum bis gar nicht ins Schwitzen.

So kam es auch heute, wie es kommen musste, die Sprinter mussten ran. Und wenn ich nun sage alle guten Dinge sind drei, dann wissen Sie schon, wer die Etappe gewinnen konnte. Heute wieder mit einem recht komfortablen Vorsprung konnte der Belgier Gert Steegmanns heute sein persönliches Etappentriple perfekt machen. Trotzdem hat er auf den Gesamtsieg sicherlich keinerlei Chancen. Der wird morgen im Zeitfahren ermittelt, bei dem es aber auch nur um Platz Zwei und Drei zwischen Traksel und Veelers, sowie um Rang Sechs für den Rest des Pelotons gehen wird. Michail Ignatiev dürfte nämlich aufgrund seines gelungenen Ausreissversuchs als Gesamtsieger feststehen, weil er seinen Mitausreissern Veelers und Traksel im Kampf gegen die Uhr wohl haushoch überlegen sein müsste. Rang Vier und Fünf müssten im Normalfall an die beiden anderen Ausreisser Cruz und Wiggins gehen. Wie gestern kam auch heute wieder der Italiener Alberto Loddo auf Platz Zwei und setzte damit die bisher durchaus gelungene Rundfahrt für sein Team Tinkoff fort. Auf dem dritten Platz folgte der Australier Graeme Brown, ihm folgten dann die überraschend starken Mauro Richeze und Matthew Brammeier vor Matthew Goss, Gregory Henderson, Jean-Patrick Nazon und den beiden Enttäuschenden Said Haddou und Yauheni Hutarovich, die die Top Ten des Tages komplettierten.

So, das war´s für heute, morgen bei der Entscheidung in Sachen Gesamtklassement sehen bzw. hören wir und hoffentlich wieder, bis dahin noch einen schönen Tag.


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Alle guten Dinge sind Drei: Gert Steegmans [/div]

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#5

RE: Post Denmark Rundt - Dänemark-Rundfahrt (2.HC)

in Rennberichte 15.12.2008 20:57
von Schnurer | 838 Beiträge

Herzlich willkommen zur 6. und damit letzten Etappe der diesjährigen Dänemark Rundfahrt. Auch heute ist das profil wieder relativ flach, wie es eigentlich auch die ganze Rundfahrt schon so war. Somit können wir auch heute wieder mit großer Sicherheit auf einen Massensprint festlegen. In dem man wieder Steegmanns, Brown und Haddou zu den Favoriten auf den Etappensieg zählen kann. Aber auch weitere Sprinter wie Goss, Henderson oder Roelandts könnnten heute eine Rolle Spielen.
In der Gesamtwertung wird es auch heute langweilig bleiben, da die Rundfahrt leider schon sehr früh nämlich auf der 2. Etappe als sich das Trio Ignatiev, Veelers und Traksel mehr als zwei Minuten vor dem Hauptfeld ins Ziel retten konnten. In dieser Reihe liegen sie auch in der gesamtwertung.
Doch hier wird uns von unseren dänischen Kollegen erstmal das Profil eingeblendet:

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Jetzt zeigen wir ihnen erstmal eine kurze Zusammenfassung bevor wir 10 Kilometer vor dem Ziel live in die Etappe einsteigen.

Recht schnell nach dem offiziellen Start am Stadtrand von Slagelse wo diese 6. Etappe gestartet wurde gingen gleich viele Fahrer in die Offensive.
Es war eine recht große gruppe in der auch einige gefährlich eFahrer vertreten waren. Insgesamt sechs fahrer konnten sich absetzten. Hier eine Einstellung der gruppe:

Zitat

ROSSELER Sébastien (CSC) 15.07.1981
URAN Rigoberto (CSC) 26.01.1987
ZABRISKIE David (HIR) 12.01.1979 Zeitfahrmeister
PROCH Walter (LPR) 17.02.1984
VEIKKANEN Jussi (CHO) 29.03.1981 Straßenmeister
TUFT Svein (ACE) 09.05.1977



Aber sofort gingen die Teams Elk Haus, Ag2r und Bouygues gingen sofort hinterher. Ihnen war die gruppe mit starken Zeitfahren wie uran oder Zabriskie wohl zu stark. Außerdem wollten die beiden Französischen Teams ihre gute Gesamtwertungsplatzierung behalten. Nach einiger Zeit wurden die sechs dann wieder eingeholt. Dann wurde das tempo schlagartig rausgenommen und es herrschte Ruhe im Feld.
In diesem Momen kam dann die entscheidende Attacke des Tages. Vier Fahrer konnten sich recht schnell vom Feld absetzten hier ein Überblick der gruppe:

Zitat

EIBEGGER Markus (ELK) 16.09.1984
PATE Danny (BMC) 24.03.1979 Straßenmeister
TRENTIN Guido (KGZ) 24.11.1975
ERMETI Giairo (LPR) 07.04.1981



Sie konnten sich vom Feld absetzten und teilten alle Wertungen unter sich auf. Sie wurden eigentlich recht fair verteil, nur Eibegger wollte alle bergwertungen gewinnen, was er dann auch schaffte und wir ihm hiermit zu Bergtrikot gratulieren können. Hier ein Überblickd der gefahrenen Wertungen:

Zitat

Sprint 1: Pate, Ermeti, Trentin
Sprint 2: Trentin, Ermeti, Pate
Berg 1: Eibegger, Ermeti, Trentin
Berg 2: Eibegger, Pate, Ermeti



So jetzt gehen wir live ins Renngeschehen hinein.....

Hallo und Herzlich willkommen, die Ausreißer haben jetzt nur noch 23 Sekunden Vorsprung vor dem heranjagenden Feld, die hier wieder für einen Massensprint arbeiten.
So jetzt ist es endgültig für die gruppe vorbei. 8 Kilometer vor dem Ziel wurden sie vom peloton eingeholt. Sie schütteln sich die Hände und fallen sofort durch das Hauptfeld durch.
Und jetzt ist das tempo unglaublich hoch. CSC, Ag2r und Bouygues halten dass Tempo weiter so hoch das niemand ausreißen kann. Auch heute scheint wieder alles auf einen Massensprint herauszulaufen.

Noch 4 Kilometer bis zum Ziel jetzt geht es in die heiße Phase. das tempo ist weiterhin sehr hoch die Helfer opfern sich hier für ihre Sprintkapitäne auf und geben wirklich alles. jetzt könnten wir ihnen nochmal die Streckenführung der letzten 2KIlometer näher bringen.
Die Starßen hier in frederiksberg sind ziemlich eng, wodurch dass tempo im peloton ein wenig langsamer werden könnte, außerdem gibt es 900 Meter vor dem Ziel noch eine Haarnadel kurve. Eigentlich ist dieses Profil für Ausreißer, starke Zeitfahrer die hier die letzten Kilometer nochmal richtig durchziehen.

Und wo ich es gerade ausgesprochen habe hier ist so ein Angriff. Bradley Wiggins vom team Columbia geht jetzt, und oh mein Gott der hat hier ein Tempo drauf, dieser Angriff sieht sehr gut aus.
Jetzt durchfährt er den Bogen der den letzten Kilometer signalisiert, und das sieht wirklich gut aus für ihn, ach was sage ich für die beiden, da konnte noch ein Fahrer mitgehen, wenn ich richtig sehe ist es Moises Aldape Chavez vom BMC Racing Team. ja die beiden haben jetzt schon 50 Meter zwischen sich und dass feld gebracht.
Jetzt nur noch 500 Meter bis zum Ziel un der Sieger wird zwischend en beiden da vorne ausgemacht. Hinten formieren sich die Züge ganz vorne wieder der von CSC für Steegmanns und der von Lpr sieht ganz stark aus.
Noch 100 Meter bis zum Ziel vorne Aldape Chavez an seinem Hinterrad der Brite Wiggins, uund jetzt geht er aus dem Sattel und er kann 3 Meter zwischen sich und Aldape Chavez bringen. Hinten ist jetzt Steegmanns vorne an seinem Hinterrad Goss und Brown. Wer wird wohl die 6 Etappe gewinnen?
Ja und tatsächlich es macht Bradley Wiggins. Mit einem starken Finish konnte er sich knapp vor Moises Aldape Chavez durchsetzten. Dritter wird durch einen starken Sprint Graeme Brown, vierter wird Goss vom team Chocolade jaques und fünfter wird noch Gert Steegmanns.
Mit diesem Sieg hat Wiggins wohl die Rundfahrt für das team Columbia um Manager freire gerettet.



Hiermit verabschieden wir uns mit einem Bild des Siegers von der diesjährigen Dänemark Rundfahrt und sagen tschüß und auf Wiedersehen!

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