#1

UCI Rad-WM Varese (CM)/Straße/U23

in Rennberichte 16.12.2008 15:06
von Schnurer | 838 Beiträge

Heute erwartet uns ein Feuerwerk der guten Laune, denn es steht das Straßenrennen der U23 Junioren bei der Weltmeisterschaft in Varese an. Der Favoritenkreis ist größer denn je und heute wird Niemand den kritischen Augen der Profis Scouts entgehen.
Die U23 Weltmeisterschaft gilt als Abschussrampe in den Profiradsport und wir dürfen gespannt sein, wer es in die Fußstapfen von Fahreren wie Gerald Ciolek, Peter Velits oder Yaroslav Popovytch, die sich allesamt
im Radsport etablieren konntnen, schafft. Bevor wir uns auf die heutigen Favoriten des Renenns konzentrieren, blicken wir kurz auf das Profil, das durchaus anspruchsvoll ist.





Wie im Vorjahr wird das Rennen auf einem Rundkurs entschieden, der 10x absolviert wird.
Nach nur wenigen Metern geht es also direkt in eine kleine Steigung, auf die eine längere Abfahrt folgt, in der sich die Sportler etwas erholen können. Doch aufgepasst, denn es folgen drei steile Kilometer, auf denen ein Höhenunterschied von 140 Metern zu vermerken ist. Die letzten sieben Kilometer der Runde führen durch die flacheren Straßen von Varese . Obwohl die letzten Meter der Strecke leicht ansteigend sind, kann man mit einem Sprint aus einer kleineren Gruppe rechnen, was dem ganzen Rennen einen weiteren Schuss taktische Finesse abverlangt. Letzten Endes haben die Fahrer 10x die Zielline passiert und 173,5 Kilometer in den Beinen. Eine weitere Schwierigkeit dürfte die kurze Regenerationsphase darstellen, denn zwischen dem kleinen Flachstück und der Abfahrt liegen unzählige kleine Steigungen, die nicht ohne Kraftaufwand überfahren werden können, also auch hier macht sich eine ausführliche Rennplanung bezahlt.

KM 1

Die Fahrer haben sich in ihre Pedale eingeklickt und befahren bereits die erste Runde des heutigen Rundkurses. Noch sehen wir ein entspanntes Tempo, doch das wird sich bald ändern, denn besonders die Außenseiter werden sich heute in Szene setzten wollen, um sich möglicherweise für einen Profivertrag zu präsentieren.

Doch jetzt wollen wir uns einen genaueren Blick auf den Favoritenkreis gönnen. Speziell bei den U23-Rennen gibt es einen riesigen Favoritenkreis, das liegt zum einen daran, dass jeder Fahrer topmotiviert ist und hier den Grundstein für eine glorreiche Karriere setzten will. Zum anderen sind nicht nur die Startenden jung, sondern auch deren Karrieren und dementsprechend auch ihre Palmarès. Eine Einschätzung ist also nicht nur gewagt, sondern auch schwer – Überraschungen vorprogrammiert.

Jan Bakelants

Jan Bakelants gewann mit 17 Jahren die Junioren-Austragung des belgischen Klassikers Omloop Het Volk. Im nächsten Jahr war er beim Vlaams-Brabant Classic erfolgreich. Beim Triptyque Ardennais gewann Bakelants 2006 die zweite Etappe nach Polleur. In der Saison 2008 gewann er das Eintagesrennen Brussel-Opwijk, die Gesamtwertung des Circuit des Ardennes und die U23-Austragung von Liege-Bastogne-Liege.
Besonders sein kaltschnäuziger Fahrstil, der fast immer durch spritzige Attacken auffällt, macht ihn zu einem Favoriten auf dem welligen Rundkurs. Auf einen Sprint kann er sich nicht verlassen, aber sollte es zu einer kraftvollen Attacke in den letzten Runden kommen ist er der Anwärter für den Tagessieg.




Das sagt der Teamchef „Ete92“:
„"Natürlich ist Jan Bakelants unser Kapitän für diese WM. Nachdem er nach anfänglichen Problemen zu Beginn der Saison nur schwer in Tritt kam, lief es für ihn immer besser wie man ja bei der Tour de L´Avenir gesehen hat.
Die komplette am Start stehende belgische Mannschaft wird natürlich komplett für Jan arbeiten. Da er jedoch nicht der endschellste sein sollte, wird er natürlich versuchen durch eine aggressive Fahrweise versuchen den Titel zu holen, was ja kein Geheimnis sein sollte.“


Simone Ponzi

Simone Ponzi konnte 2007 die Trofeo ZSŠDI für sich entscheiden. Eine Woche später gewann er auch das italienische Eintagesrennen Trofeo Franco Balestra. Außerdem wurde er Vierter beim Gran Premio San Giuseppe, Siebter beim Gran Premio Palio del Recioto und Etappenzweiter auf dem sechsten Teilstück des Giro delle Regioni.
Seit dieser Saison fährt der Italiener für das Team Bouygues Telecom und wird bereits hoch gehandelt. Der Klassikerjäger ist heute ein richtiger Favorit, wenn es heißt Ruhe und Rennübersicht zu behalten. Zwar könnte er sich auf einen Sprint verlassen, doch wir erwarten einen Angriff in der Endphase, wenn die Wasserträger schon längst abgefallen sind und die Favoriten sich belauern.


Matthew Harley Goss

Der junge Australier, der ursprünglich von der Bahn kommt ist heute der große Favorit, wenn es zu einem unerwarteten Massensprint kommt. Seine lange Erfolgsliste bestätigt, dass er der Sprinter der Zukunft seien wird, doch das heutige Profil sollte ihm nicht entgegenkommen. Wir dürfen gespannt sein, ob der Australier, der bei den letzten beiden Austragungen der Britannien-Rundfahrt überzeugte, über die Anstiege des heutigen Tages kommt. Auf jeden Fall kann er auf sein Team zählen


Robert Gesink

Der wohl bekannteste Fahrer mit Profivertrag im Feld. Der 22-jährige Holländer wurde fürsorglich beim Team Rabobank aufgezogen und hat mit Astana einen Rennstall mit erfahrenen Teamkollegen gefunden. Gesink ist ein ambitionierter Klassementfahrer, der sich erstmals bei der Algarve-Rundfahrt 2006 beweisen konnte. Am Berg ist er einer der ausdauerstärksten Fahrer und ist damit ein großer Favorit. Allerdings ist fraglich, ob ihm das sehr abwechslungsreiche Profil entgegenkommt, denn er ist eigentlich ein Fahrer, der seinen Rhythmus sucht und nicht den eiskalten Instinkt für einen solchen „Klassiker“ hat.

Das sagt der Teamchef „freire“ :
„Naja wir haben mit Robert einen, wenn nicht sogar den, Topfavoriten dabei. Das ganze Team ist auf ihn ausgerichtet und wir werden voll für ihn fahren, deshalb müssen wir versuchen die sprintstarken Fahrer unterwegs abzuhängen.
Nach der Silbermedaille im Zeitfahren ist Robert hoch motiviert und wir wollen den Titel.“



Clement Lhotellerie

Clément Lhotellerie ist ursprünglich ein Cyclocrosser, der seit 2006 auch auf der Straße aktiv fährt. Der junge Franzose konnte erst dieses Jahr seinen richtigen Durchbruch feiern, bei seiner einheimischen Rundfahrt Paris-Nizza konnte er sich das Bergtrikot überstreifen und gewinnen, dazu konnte er mit einem zweiten Etappenplatz überzeugen. Seine eigentliche Stärke liegt an den kurzen Steigungen und schnellen Abfahrten und genau das könnte ihm heute zu einer Topplatzierung verhelfen. Am wahrscheinlichsten ist eine frühe Attacke, denn seine Sprintschwäche kann er nicht durch seine zähe und kraftvolle Fahrweise blocken.

Das sagt der Teamchef „Kai“ :
Ich erwarte von unserem Team eigentlich sehr viel. Wir haben mit Clement Lhotellerie einen Kapitän, der auch bei den Profis von sich reden machen konnte und dazu ein in der Breite sehr starkes Team mit Fahrern wie Cyril Gautier und Blel Kadri . Unser Ziel ist eindeutig das Regenbogentrikot, entweder per Attacke durch Lhotellerie oder durch Gautier im Sprint einer kleineren Gruppe. Vielleicht werden wir auch den einen oder anderen Joker ins Spiel bringen“


Paul Voss

Paul Voss ist der wohl größte deutschsprachige Favorit und hat heute mehrere Möglichkeit sich zu gut platzieren. Wie auch Lhotellerie kommt der Deutsche vom Cyclocross, wo er 2005 deutscher Vizemeister wurde. Doch der Rostocker verfügt neben seiner Stärke auf welligem Terrain auch über eine hohe Endgeschwindigkeit und sollte somit nicht in Zugzwang kommen. Besonders seine Coolness und ruhige Ader in kniffligen Situationen könnte ihm heute zum Sieg verhelfen. Taktisch kann er mit seinem starken Team agieren und das Rennen mitbestimmen.

Das sagt der Teamchef „Tony“ :
Paul Voss ist unser Kapitän. Solche anspruchsvollen Kurse liegen ihm enorm gut, auf diesem Terrain hat er auch schon gute Erfolge gefeiert. Außerdem verfügt über enorme Endschnelligkeit, sodass ihm auch in einem unwahrscheinlichen Massensprint vor der Konkurrenz nicht bange sein muss. John Degenkolb wird wahrscheinlich eine Helferrolle einnehmen, kann aber je nach Rennverlauf zum wichtigen Joker werden.










Alle Favoriten im Überblick

Robert Gesink

Paul Voss

Simone Ponzi

Matthew Harley Goss

Jan Bakelants

Damiano Caruso

Clement Lhotellerie

John Degenkolb

Daniel Martin

Cyril Gatuier

Michael Schär

Ben Swift

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#2

RE: UCI Rad-WM Varese (CM)/Straße/U23

in Rennberichte 16.12.2008 15:07
von Schnurer | 838 Beiträge

KM 20

Das war also unser Favoritencheck und damit wir alle Hintergrundinformationen geklärt haben, spiele ich exklusiv für Sie den Wetterfrosch.

Scheinbar ist Petrus ein gnädiger Radsportfan, denn das Wetter ist für einen kalten September Monat sehr, sehr angenehm. Die Sonne ist schon seit einigen Stunden herausgekommen und verwöhnt uns mit warmen 24°C. Der wolkenlose blaue Himmel zeigt uns Varese von seiner schönen Seite und das wird auch so bleiben, denn Regenwolken sind nicht in Sicht. Um einen fließenden Übergang zum Radsport zu geben sage ich Ihnen, dass es fast Windstil ist und die Fahrer keinen Gegenwind zu erwarten haben

KM 25

Mittlerweile sind wir schon in der zweiten Runde deshalb erläutere ich Ihnen den bisherigen Rennverlauf.

Zitat
Um 11:37 starteten die 87 Fahrer in der Morgensonne der italienschen Kleinstadt. Wie erwartet gab es unzählig viele Attacken von Fahrer, die aus den exotischen oder osteuropäischen Ländern stammten. Jeder wollte möglichst schnell in die Tagesgruppe, doch im Hauptfeld waren Favoritenländer wie Deutschland oder Frankreich anderer Meinung und ordneten die unübersichtliche Situation, indem sie ein hohes Tempo vorlegten.
Schließlich konnten sich folgenden Fahrer nach 15KM absetzten

Guillaume Bonnafond
Geraint Thomas
Gil Gusneiver
Simon Clarke
Francesco Masciarelli


Nachdem Frankreich mit Bonnafond einen Fahrer an der Spitze hatte, nahm man hinten das Tempo kurzzeitig raus. An der Zeitmessung im Ziel wurde mit 38 Sekunden ein bereits großer Vorsprung wahrgenommen, der sich allerdings immer weniger vergrößert.





KM 40

Damit sind wir auch wieder live im Renngeschehen und können etwas bemerkenswertes wahrnehmen. Nicht etwa ein weiterer Angriff oder ein Sturz, sondern eine Tempoverschärfung vom italienschen Nationalteam
Etwas überraschend, denn mit Francesco Masciarelli hat man vorne einen Fahrer der italienschen Radsportfamilie dabei, der letztes Jahr bei der Japan-Rundfahrt zeigen konnte, was er draufhat.

Scheinbar hat Francesco Masciarelli ein ernsthaftes Problem, denn er fährt am Ende der Spitzengruppe und schüttelt den Kopf. Sichtbare Sturzverletzungen gibt es nicht und da blendet die Regie uns ein interessantes Bild ein. Der Fahrer ist am Begleitfahrzeug und diskutiert mit seinem Teamchef und das sieht nicht gerade harmonisch aus.

KM 50

Drei Runden bisher gefahren und die Tempoverschärfung von Italien und dem amerikanischen Nationalteam macht sehr bemerkbar – der Vorsprung fällt langsam aber sicher auf 3:30 Minuten.
Oho, die Amerikaner haben sich heute wohl einiges ausgerechnet, hinten ist man mit drei Fahrern im Wind und möchte die Ausreißer frühzeitig einholen. Heute Morgen, kurz nach dem Start versuchte Adam Switters sein Glück in der Flucht und zeigte sich damit als einer der angriffslustigen Fahrer im Team. Das Rennen ist noch jung und wir haben viel Zeit, also gönnen wir uns einen kurzen Blick auf den Kader der USA.

Zitat


USA

PETERSON Thomas 24.12.1986
DEVINE John 02.11.1985
LEWIS Craig 01.10.1985
SWITTERS Adam 25.02.1987
MILLER Nathan 31.05.1985
COZZA Steven 03.03.1985
HOWARD Steven 14.01.1987
BEAMER Spencer 29.09.1987
CURRY Brock 22.04.1987




Die Anwesenheit von Devine, Cozza oder Peterson ist wohl der Grund für die Nachführarbeit im Feld. Letzter ein Klassikerjäger, der uns in einem Interview seine Siegeschancen erklärt. Vielleicht etwas hochgegriffen, aber typisch für seine ehrgeizige Art.

KM60

Das Tempo wird tatsächlich durchgezogen, was für einige Fahrer kein Grund ist einen Angriff unversucht zu lassen, vergeblich.So stinkt der Vorsprung der Ausreißer auf knappe 1:50 Minuten. Langsam zeigen sich auf die Favoritenteams wie Deutschland, Frankreich und die Niederlanden und langsam macht seine eine unruhige Atmosphäre im Feld breit. Das Feld wird länger und niemand möchte kurz vor dem „Neubeginn“ des Rennens wichtige Kraftreserven verlieren. Ouhhh, und das bleibt nicht folgenlos, denn wir sehen drei Fahrer auf der Straße liegen. Ich kann ein argentinisches, italiensches und russisches Trikot.
Da reicht uns die aufmerksame Regie auch schon die Wiederholung ein, der Argentinier Mauro Abel Richeze wollte seinem Teamkollegen eine Wasserflasche reichen, diese fiel ihm aus der Hand und genau vor das Rad von Maxime Bouet , der komplett die Kontrolle über sein Arbeitsgerät verloren hat und den Italiener mitriss…war das etwa Simone Ponzi? Nein, da wird es uns angezeigt – kein Fahrer der favorisierten Mannschaft, sondern der Russe Maksim Kumilevski

KM 70

Uns erreicht gerade die Meldung, dass die drei gestürzten das Rennen aufgeben mussten. Dem Streckenreporter auf der Zielpassage zufolge musste der Argentinier Mauro Abel Richeze mit einem Rettungshelikopter ins städtische Krankenhaus gebracht werden. Wir wünschen den Verletzten an dieser Stelle guter Besserung. Zurück zum Renngeschehen. Hinten wird weiterhin systematisch gefahren und das Spitzenquintett nimmt langsam die Beine hoch. Die Zielpassage wird gleich überquert und wir sehen ein komplettes Hauptfeld, das bei einem Rückstand von 51 Sekunden die sechste Runde beendet.

Aufgrund der aktuellen Dopinggeschehnisse im Radsport haben wir eine aufklärende Dokumentation vorbereitet. Bis dahin

KM 110

Willkommen zurück, ich kann sich erleichtern, denn es ist absolut nichts rennrelevantes passiert. Einzig erwähnenswert ist die Reifepanne von Robert Gesink, der allerdings vom kompletten Team wieder herangeführt wurde. Auffallend auch die Geste vom deutschen Rennkapitän Voss, der seinem Team befahl, das Tempo rauszunehmen. Die Spitzengruppe ist nun in sichtweite und wird kurz vor der achten Runde eingeholt. Endlich können wir wieder etwas Spannung erwarten, denn Attacken sind vorprogrammiert. Ich mal gespannt, was sich der australische Teammanager hat einfallen lassen, denn mit Matthew Goss hat man den besten Jungsprinter am Start.

KM 117

Die Ausreißer sind gestellt, das Tempo im Hauptfeld wurde herausgenommen und jetzt gibt es auch schon die ersten Attacken. Recht unübersichtlich die jetzige Situation, aber ich kann erkennen, dass sich eine größere Gruppe von ca. 15 Fahrern löst – Scheinbar mit zu vielen Favoriten, gleich drei Niederländer und zwei Franzosen haben sich in die Gruppe gemischt, was eine erneute Tempoverschärfung zur Folge hat. Langsam geht es in die entscheidende Rennsituation und die Siegesanwärter müssen jede Gruppe genau studieren und möglicherweise sofort hinterherfahren. Das könnte ziemlich schwierig werden, denn ohne Rennfunk verliert man schnell den Überblick. Das lang gezogene Hauptfeld hat soeben die achte Runde begonnen und die Spitzengruppe verpuffte innerhalb der letzten Kilometer.

KM 155

Jetzt haben wir gerade eine sehr schöne Kameraeinstellung, im vorderen Feld können wir Favoriten wie die Holländer Gesink und Mollema , den Belgier Bakelandts , als Australier ist Goss dabei und der Deutsche Jan Degenkolb sieht auch noch sehr gut aus. Allerdings keine Sicht von Voss , der sich entweder nicht gut fühlt oder etwas weiter hinten im Fahrerpulk befindet. Entgegen meinen Erwartungen haben wir bisher sehr wenige Attacken gesehen, aber ich bin mir sicher, dass sich das ändert wird – Runde 9 hat begonnen und es geht gerade in die kleine Abfahrt, kurz vor dem zweiten Anstieg. Sehr interessant, Bauke Mollema saust an die Spitze und tickt seinen Teamkollegen Robert Gesink auf die Schulter, dieser hängt sich an und vielleic… Attacke, endlich mal eine Attacke. Und zwar von den eben genannten Fahrern, am Fuße des zweiten Anstiegs lösen sich gleich zwei Holländer, doch sie haben einige Fahrer im Schlepptau

Ben Swift
Jan Bakelandts
Damiano Caruso
Joan Paez
Clément Lhottelerie
Robert Gesink
Bauke Mollema
Sergei Sakavets

Wow, jetzt geht es richtig rund und wir befinden uns endgültig in der Entscheidungsphase. Mit Bakelandts , Caruso , Swift , Lhottelerie und Gesink absolute Topfavoriten. Die acht können sich tatsächlich etwas lösen, denn Mollema spielt das Zugpferd der Gruppe und legt ein Höllentempo vor. Sehr erstaunlich, der Russe Sergei Sakavets kann tatsächlich mithalten, aber fraglich wie lange. Erneute Attacken im Hauptfeld, das sich jetzt sehr zurückhält.

Auf jeden Fall sind Degenkolb , Peterson und Goss dabei. Der starke Däne Kvist und Capecci komplettieren die zweite Gruppe, die in meinen Augen zu schwach ist, um noch einmal aufzuschließen. Doch hier die Zeiteinblendung

Zitat

KM 155

Gruppe 1
- 0:11
Verfolgergruppe
- 0:16
Peloton



KM 170

Die Verfolgergruppe ist nun nicht mehr in Sichtweite des Hauptfelds und der heutige Sieger wird wahrscheinlich aus einer der Gruppen kommen, doch es bleibt noch alles offen, denn wir hören das Glockenläuten und wissen, dass die 17KM lange Schlussrunde beginnt.
In der Führungsgruppe arbeitet weiterhin Mollema wie ein verrückter und lässt seinen Mitstreitern gar nicht erst die Chance mitzuarbeiten. Das wirkt sich allerdings auf den Vorsprung aus, der nicht mehr steigt und bei ca.12 Sekunden bleibt.
Jetzt muss der verrückte Holländer raus und hat für seinen Teamkollegen eine starke Leistung erbracht. Diese Situation nutzt Caruso , der jetzt am ersten Anstieg der Runde eiskalt attackiert. Robert Gesink geht nicht mit, ist er etwa am Ende seiner Kräfte?
Clément Lhottelerie hängt sich ans Hinterrad von Joan Paez .
Auch Gesink bleibt dran – er hat auf den Gegenangriff von Lhottlerie gewartet.
Während sich das Spitzenquartett in die Abfahrt stürzt sehen wir, dass Ben Swift ,
Jan Bakelandts , Bauke Mollema und
Sergei Sakavets von der Verfolgergruppe eingeholt wurden. Jetzt heißt es Zusammenarbeiten, denn 14 Sekunden sind innerhalb der letzten 8KM einzuholen.

6 KM vor dem Ziel

Kurzer Blick auf das zurückliegende Hauptfeld und wieder ab nach vorne, wo sich die Spitzengruppe gerade an der letzten Steigung befindet. Alle gehen ordentlich durch die Führung, bis auf Joan Paez , der sich etwas zurückhält – vielleicht hat er nicht mehr die nötigen Kraftreserven.
Noch 5KM zu fahren und das Flachstück wurde erreicht. Die Verfolgergruppe liegt den Führenden im Nacken und sie kommen tatsächlich langsam näher. Bauke Mollema zwischenzeitlich abgefallen und im Hauptfeld gab es eine Attacke vom enttäuschenden Simone Ponzi
Endlich eine neue Zwischenzeit

Zitat

3 KM bis zum Ziel

Spitzengruppe
- 0:09
Verfolgergruppe
- 0:38
Mollema
-0:23
Peloton




Wie bereites erwähnt geht es die letzten 300M leicht bergauf und eine frühzeitig Attacke könnte fatal enden.

2KM vor dem Ziel

Hinten in der Verfolgergruppe gibt es leichte Unstimmigkeiten, die Matthew GOSS mit einem lauten „Come on“ versucht wett zu machen. Der Vorsprung liegt jetzt bei 12 Sekunden und die Führenden haben den letzten Kilometer erreicht.

1KM bis zum Ziel

Stehversuche können sie sich nicht leisten und deshalb versucht Caruso das Tempo zu erhöhen. Doch was ist das? Der Italiener wollte gerade aus dem Sattel gehen und verschaltet sich böse, die Situation nutzt Joan Paez , der hier seine Chance wittert eine Mediale zu gewinnen. Er kann sich tatsächlich lösen, denn der Franzose und Niederländer sind uneinig und keiner möchte das Loch schließen. Es geht jetzt leicht bergauf und Caruso ist wieder dran. Voller Wut versucht er die 15M zu nutzt Joan Paez zu schließen und der scheint jetzt auf dem Asphalt zu kleben. Noch 300M und der Venezueler wird durchgereicht. Auch Caruso sieht erschöpft aus – ich vermute das wird ein Zweikampf zwischen , Lhottelerie und Gesink.
Die letzte Kurve wurde durchfahren und Lhottelerie geht aus dem Sattel, er setzt jetzt 100m vor dem Ziel alles auf eine Karte und attackiert. Gesink zieht natürlich mit letzter Kraft hinterher und hat eine höhere Geschwindigkeit drauf, doch die Zielline rückt immer näher. Schmerzverzerrte Gesichter und und und , Lhottelerie kann sich noch mit einem Tiegersprung vor dem Niederländer Robert Gesink retten und gewinnt die Goldmedaille. Dritter wird Caruso vor dem ersten großen Verlierer des Tages Joan Paez .
Hinten in der Verfolgergruppe hatte man mittlerweile aufgeben und erwartungsgemäß konnte sich Goss vor Capecci platzieren.

Damit verabschiede ich mich mit dem Tagesergebnis dieser unglaublich spannenden Radsportweltmeisterschaft der U23 Männer. Ihr „windowsfenster“





01. Clément Lhottelerie
02. Robert Gesink
03. Damiano Caruso
04. Joan Paez + 7 Sekunden
05. Matthew Harley Goss + 18 Sekunden
06. Eros Capecci st
07. Ben Swift
08. Jan Bakelandts
09. Thomas Vedel Kvist
10. Thomas Peterson
11. Sergei Sakavets
12. John Degenkolb
13. Bauke Mollema + 58 Sekunden
14. Simone Ponzi + 1.Minute 22 Sekunden
15. Yuzuru Suzuki st





Die Medaillengewinner feiern ihre Leistungen in der Abendsonne von Varese

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