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Trofeo Calvia (1.1)

in Rennberichte 13.02.2009 23:21
von buffy | 91 Beiträge

Hallo und einen wunderschönen guten Abend aus dem sonnigen Mallorca zur Zusammenfassung des fünften und letzten Teilstücks der Mallorca Challenge 2009 an. Nachdem Gestern mit der Trofeo Bunyola das wahrscheinlich anspruchsvollste Rennen über die Bühne ging, werden die Fahrer auch heute bei der abschließenden Trofeo Calvia (1.1) nochmal richtig gefordert werden. Drei Bergwertungen der zweiten und zwei der dritten Kategorie müssen die Fahrer heute absolvieren und den letzten Anstieg, den Coll d´es Tords (Kat. 3), müssen die Fahrer erst knappe zehn Kilometer vor dem Ziel überqueren, weshalb dieser heute vielleicht die Entscheidung bringen kann. Insgesamt führt diese Trofeo Calvia über 147 Kilometer von Magaluf bis Palmanova, also ist sie zwar nicht allzu lang, aber wie angesprochen dafür sehr wellig und absolut nicht einfach zu fahren. Nachdem die Fahrer sich gerade erst auf den Weg gemacht haben, haben wir genügend Zeit noch einen ausführlichen Blick auf die Favoriten des heutiges Tages zu werfen.

Diese werden sicherlich ähnlich lauten wie am gestrigen Tage, an dem das Milram-Team seine taktische Überlegenheit in der Spitzengruppe ausnutze und mit Luca Paolini einen verdienten Sieger stellte. Mit ihm ganz oben auf den Listen der Experten stehen ebenfalls die selben Name wie am gestrigen Tage. Michael Rogers (RRC), Leonardo Bertagnolli (CTT), Davide Rebellin (MRM), Giovanni Visconti (THR), Alexandre Kolobnev (TSV) oder auch der deutsche Fabian Wegmann (ALM) sind da zu nennen. Im Endeffekt darf man gespannt sein, ob wir heute einen ähnlichen Ausgang wie Gestern erwarten können, denn die topographischen Bedinungen sind dem gestrigen Teilstrück sehr ähnlich. Mit dem Coll de Soller türmt sich vor den Fahrern sogar ein Anstieg auf, den sie Gestern bereits zwei Mal hinaufgekrakselt sind. Aber, jetzt ist genug geredet, gehen wir direkt ins Rennen. Viel Spaß mit der heutigen Etappe!

Ähnlich wie bereits Gestern hatte das Feld zu Beginn der Etappe kaum Zeit sich auszuruhen. Direkt beim Kilometer "0" lancierte Liquigas-Profi Laurens Ten Dam seine Attacke, der sich neben seinem Teamkollegen Martin, noch drei weitere Profis anschlossen: Milram-Fahrer Gavazzi, sowie der Katyusha-Doppelpack Phinney und Kangert. Zunächst schien es, als ob das Feld nichts gegen diese Gruppe einzuwenden hatte und sie gewährten lässt. Aber der Schein drügte und zwar gewaltig. Das Feld benötigte etwas Zeit um sich zu formieren, doch dann schloßen sich einige Teams zusammen und stellten die Gruppe wieder. Offensichtlich hielten manche Teams diese Gruppe für zu gefährlich oder möglicherweiße auch für zu groß. Fakt ist, dass Gavazzi zwar die erste Bergwertung einstreichen konnte, die Gruppe anschließend wieder geschnappt wurde. Direkt nach dem Zusammenschluss gab es aber auch bereits die nächste Attacke. Jelle Vanendert (TSV) setzte sich gemeinsam mit Hector vom Barloworld-Team ab und man ließ die beiden auch gewähren. Ihr größter maximaler Vorsprung lag bei drei Minuten.


Der belgische Youngster Jelle Vanendert präsentierte sich heute in der Ausreißergruppe

Das Feld hat mittlerweile den Coll de Soller (Kat. 2) überquert und die beiden Flüchtlinge wurden auch schon wieder eingeholt. Im Feld machten das Cervelo Test-Team, Ag2r, BMC-Racing, Acqua e Sapone und Columbia ein enormes Tempo, denn man wollte hier die Ausreißer rechtzeitig einholen, um dem finalen Showdown keine Steine in den Weg zu legen. Das Tempo nahm auch nicht ab und mit Fahrern wie Colom oder Rujano, die am vorletzten Anstieg, dem Coll de Cloret, richtig Tempo anschlugen, wurde das Feld gewaltig dezimiert. Ganze 35 Fahrer erreichten geschlossen den letzten und heute definitiv entscheidenten Anstieg, der heute über Sieger oder Verlierer entscheiden musste. Und direkt unten in den Anstieg hinein sahen die zahlreichen Fans an der Straße die Attacke des Lokalmatadoren Inigo Cuesta (ALM), der unter dem Jubel seiner Landsmänner alles gab, aber zahlreiche Konter und Gegenangriffe sorgten hier fast schon für eine Vorentscheidung im heutigen Rennen. Die 35 Fahrer wurden in verschiedene Gruppen gesprengt, wobei man sich dabei deutlich an die gestrige Trofeo Bunyola errinert fühlte.

Spitzenreiter:
Rebellin (MRM), Kolobnev (TSV), Visconti (THR)
+ 0.08
Paolini (MRM)
+ 0.10
Vicioso (BMC), Tschopp (TSV)
+ 0.12
Pasamontes (TSV), Bertagnolli (CTT), Lloyd (KAT), Gusev (KAT), Wegmann (ALM), Rogers (RRC), Le Mevel (ASA), Soler (BAR)
+ 0.11
Astarloa (ASA), Pineau (LIQ), Brutt (KAT), D.Carcia (KAT), Cuesta (ALM), Hesjedal (RRC), Zaballa (THR)

Bis zum Gipfel änderte sich nicht mehr allzu viel. Die hinteren Gruppen attackierten sich etwas auseinander, allerdings konnte kein Fahrer eine vor ihm liegende Gruppe erreichen. Nur ganz vorne, direkt an der Spitze, tat sich etwas. Zwei Kilometer vor dem Gipfel musste Giovanni Visconti dem hohen Tempo seiner Begleiter Rebellin und Kolobnev Tribut zollen und ließ eine Lücke reißen. Bis zum Gipfel verlor er aber nur sieben Sekunden, die er möglicherweiße in der Abfahrt wieder zufahren kann. Paolini kam auch nicht näher, genau wie Tschopp und Vicioso, die an die Spitze nicht näher kamen, im Gegenteil, sogar weitere Zeit einbüßten. Die Verhältnisse waren also klar, die zurückgefallenen Fahrer mussten in der Abfahrt Kopf und Kragen riskieren, wenn sich heuer noch um den Etappensieg mitfahren wollten.

Und so kam es dann auch. Visconti, der Columbia-Profi, konnte drei Kilometer vor dem Ziel fast den Zusammenschluss herstellen, als er sich in einer Kurve leicht versteuerte und aus den Pedalen ging, aber wenigstens nicht auf den Asphalt knallte. Rebellin und Kolobnev schienen sich daraufhin förmlich geeignet zu haben, dass sie bis zum Zielstrich harmonieren und ihren Sieger heute im Sprint suchen. Und so kam es dann auch: Kolobnev war in diesem Zielsprint ohne Chance, so dass Davide Rebellin seinem Milram-Team den zweiten Sieg binnen zwei Tagen bescherrte. Dritter wurde Pechvogel Visconti, der alles gab, aber sechs Sekunden noch dem Spitzenduo über die Ziellinie rollte. Paolini wurde Vierter, während Angel Vicioso im Sprint gegen Johann Tschopp den fünften Platz absicherte. Somit kam es zu einem Novum, denn die ersten fünf der heutigen Trofeo Calvia waren auch die ersten fünf der Trofeo Bunyola, nur eben in unterschiedlicher Reihenfolge. Wir verabschieden uns damit mit dem Bild des Siegers und dem Ergebnis der heutigen Trofeo Calvia.



1. Rebellin (MRM)
2. Kolobnev (TSV)
3. Visconti (THR) + 0:06 Min.
4. Paolini (MRM) + 0:19 Min.
5. Vicioso (BMC) + 0:31 Min.
6. Tschopp (TSV)
7. Bertagnolli (CTT) + 0:47 Min.
8. Wegmann (ALM)
9. Pasamontes (TSV)
10. Soler (BAR)
11. Rogers (RRC)
12. Le Mevel (ASA) + 0:52 Min.
13. Lloyd (KAT)
14. Gusev (KAT)
15. Astarloa (ASA) + 1:05 Min.
16. D. Garcia (KAT)
17. Cuesta (ALM)
18. Hesjedal (RRC)
19. Pineau (LIQ) + 1:13 Min.
20. Brutt (KAT)
21. Zaballa (THR)

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