#16

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 22.05.2009 21:33
von leif | 142 Beiträge

Herzlich Willkommen zur etwas kurzweilige Etappe nummer 11 des Giro d'Italias. Wir gehen gleich auf die letzten 20 Kilometer aber vorher die Zusammenfassung der bisherigen Kilometer.
Früh gab es Angriffe aus dem Peloton aber erst nach einer Weile konnte sich dann diese recht große Gruppe absetzen

A.Klier(EUS)
A.Kunitski(SIL)
R.Taaramae(KAT)
G.Visconti(THR)
M.Santambrogio(ASA)
N.Sörensen(GCE)
M.Quinziato(ALM)
B.Leukemans(FUJ)
T.Gallopin(FDJ)
B.Schröder(CTT)

Mit Schröder auch ein Deutscher in dieser Gruppe vertreten. Bei der Intergiro Wertung betrug der Vorsprung 6:30. Den Sprint gewann Leukemans vor Gallopin.

Intergiro:
1.B.Leukemans(FUJ)
2.T.Gallopin(FDJ)
3.G.Visconti(THR)
4.B.Schröder(CTT)
5.R.Taaramae(KAT)

Folglich konnte das Feld nichts dagegensetzen und die Bergwertung konnten die Ausreißer also auch unter sich ausmachen. Quinziato vor Kunitski und Schröder. Dann versuchte man im Feld den Vorsprung nicht noch höher werden zu lassen und drückte etwas aufs Tempo. Nun also noch 20 Kilometer.

Die Ausreißer sind durch, soviel steht fest. Und der erste Angriff aus der Spitzengruppe. Taaramae vom Team Katyusha versucht es als erster. Kommt auch erstmal weg aber nicht so explosiv der Antritt als das die Verfolger jetzt geschockt wären. Klier veruschts als nächster. Setzt sich etwas ab und fährt an Taaramae ran. Aber beide wieder gestellt. Jetzt Angriff von Schröder ! 16 Kilometer noch. Da reißt auch ne ordentliche Lücke, schaut nichtmal so schlecht aus für Björn. Taaramae scheint jetzt Schwierigkeiten zu haben zu folgen und auch Gallopin sieht nicht mehr frisch aus, die beiden ''Jungs'' werden wohl hier nicht mehr um den Sieg mitkäpfen können. Aber immer noch Schröder vor dieser 9er Gruppe. Hier die Einblendung

Peloton->8:30 Group Visconti->0:30 Björn Schröder

12 Kilometer noch und der Berliner kämpft weiterhin an der Spitze des Rennens. Ich zitiere mal eben eine Legende des Radsportkommentatorenpuldes

Zitat
Dis is knorke was der da macht


10 Kilometer noch, nun siehts aber doch so aus als würden sie wieder ran kommen. 20 Sekunden nur noch. Er blickt sich schon um und wie Ekimov einst sagte, wer sich umdreht hat schon verloren, und das lässt sich wohl auch heute wieder so sagen. Noch will er aber nicht ganz aufgeben. Schöner kampf aber er wird nicht belohnt werden. Denn jetzt ist schluss. Und gleich der nächste Antritt von..... Quinziato. Taaramae hats nun den Gnadensstoß gegeben-> er fällt entgültig zurück. Visconti setzt nun aber nach und gelangt zu seinem Landsmann. Gallopin und Schröder nun auch weg vom Fenster. 4 Kilometer noch ! Das Ding ist wohl entschieden, Visco oder Quinzi macht es jetzt. Wir lassen sie jetzt erstmal mit den Bildern alleine und melden uns mit dem Schlusskilometer zurück



Flame Rouge ! Jetzt beginnt das belauern. Quinziato vorne aber Visconti tritt jetzt an, das sieht gut aus, das IST gut und das ist der..... SIEG, keine Probleme für Giovanni Visconti. 3. wird Santanbrogio. Taaramae kommt jetzt als letzter Ausreißer ins Ziel 31 Sekunden sinds am Ende für ihn und da haben wir schon das Resultat

Endergebnis:
1.G.Visconti
2.M.Quinziato s.t.
3.M.Santambrogio +0:06min.
4.B.Leukemans s.t.
5.A.Klier s.t.
6.N.Sörensen s.t.
7.A.Kunitski s.t.
8.T.Gallopin +0:23min.
9.B.Schröder s.t.
10.R.Taaramae +0:31min.

warten wir mal auf das Peloton.......................... Jetzt der Sprint des Hauptfeldes, den McEwen gewinnt

11.R.McEwen +8:17min.
12.J.Roelandts s.t.
13.H.Haussler s.t.
14.A.Davis s.t.
15.M.Fischer s.t.

Keine große Sache mehr, 16. wird wohl Napolitano aber da leg ich mich jetzt nicht fest, das wars dann auch schon, einen schönen Abend noch und bis demnächst.

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#17

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 24.05.2009 01:38
von Kai | 999 Beiträge

Herzlich Willkommen zur 12. Etappe des diesjährigen Giro d´Italias! Heute melden wir uns zu später Stunde aus Zeitgründen mit einer recht knappen Zusammenfassung, wir bitten dies zu entschuldigen. Da allerdings heute mit dem Zeitfahren eine für Zuschauer an sich nicht so attraktive Form des Radsports auf dem Programm stand, sollte dies zu verkraften sein.
Wie also angesprochen, gab es den zweiten Kampf gegen die Uhr bei diesem Giro d´Italia, nachdem die erste Etappe ein Mannschaftszeitfahren war. Dort konnte das Team Columbia gewinnen, heute hatten sie trotz Einzelkönnern wie Wiggins oder Lövkvist nicht die Topfavoriten im Team, denn dieses Zeitfahren war kein typisches, denn es hatte zwei Eigenheiten. Erstens die mit 60 Kilometern auffallend große Strecke, die von den Fahrern zwischen Sestri Levante und Riomaggiore zurückgelegt werden mussten und zum anderen der hohe topografische Anspruch dieses Zeitfahrens, denn heute waren immerhin zwei Bergwertungen ausgeschrieben. Hier das Profil für Sie:



Wie man sieht geht es munter auf und ab mit Bergwertungen bei Kilometer 11,7 und 43,7. Der höchste Punkt der Strecke wird jedoch nicht bei einer der Bergwertungen sondern bei Kilometer 25,2 mit 617 Metern über Normalnull erreicht, was im Vergleich zu dem, was die Fahrer bei diesem Jubiläumsgiro noch erwartet eine recht geringe Höhe darstellt. Trotzdem war dieses Zeitfahren wirklich nur etwas für absolute Topfahrer, heute, so viel war vor ab klar, konnte es keinen Überraschungssieger geben. Dieses Zeitfahren würde konsequent aussieben und das Gesamtklassement endgültig bereinigen. In eben jenem führte der Italiener Danilo di Luca knapp vor Levi Leipheimer, der heute vor dem Start als Ziel ausgab, Rosa zurückzuholen. Und "Möglichst auch nicht mehr abzugeben", so der Amerikaner. Nunja, man wird sehen. Zu den Favoriten auf den Tagessieg dürfte Leipheimer ohne jede Frage gehören, doch da gibt es mit Denis Menchov, Franco Pellizotti, Marzio Bruseghin oder auch Andreas Klöden noch andere Kaliber, die erstmal besiegt werden wollten.

Los ging´s um kurz nach 12 Uhr bei sonnigen 17° Celsius mit dem Deutschen Björn Schröder, der es jedoch wie erwartet sehr ruhig angehen ließ und am Ende mehr als 6 Minuten Rückstand auf den Tagessieger haben sollte. Der Erste, der eine halbwegs respektable Zeit auf die Straße legte war nicht unbedingt einer, von dem man es unbedingt erwarten durfte, es war der Franzose Christophe Riblon. Und nachdem ein wenig später sein Teamkollege Zagorodny nur knapp hinter ihm landete, durfte Cofidis-Manager Leon sich sogar über eine Doppelführung seiner Mannen freuen. Ein seltener Anblick beim Zeitfahren, doch für den Hamburger sicher eine durchaus angenehme Momentaufnahme. Wie gesagt, eine Momentaufnahme, denn der Gesamt-125. Rein Taaramae von Katyuscha sorgte nur ca. 20 Minuten später für eine Wachablöse an der Spitze und übernahm den Platz in der "Leader´s Box".

Doch das alles war nur Vorgeplänkel, spannend wurde es am Ende, das war klar. Dennoch gab es auf dem Weg zur Elite des Weltradsports noch einige Fahrer, die hier sicher erwähnt sein wollen. So konnte der sehr junge Kroate Robert Kiserlovski von Milram, bis dato 64. der Gesamtwertung, eine gute Zeit hinlegen und holte am Ende Platz 22. Es trennten ihn zwar noch über 4 Minuten vom Tagessieger, doch in dem Alter war diese Leistung sicher aller Ehren wert. Zumal er nicht unbedingt als Zeitfahrspezialist bekannt war. Doch so viel sei gesagt: Nicht die reine Zeitfahr-Qualität, vor allem die Bergfähigkeiten sowie Form und Einstellung der Fahrer spielten eine große Rolle, sodass die reinen Zeitfahrspezialisten keine große Rolle spielten. Bert Grabsch kam nicht in die Top 35, sein wohl legitimer Nachfolger Tony Martin wurde 24., Danny Pate noch respektabler 34. Eine der größten Überraschungen sicher der Brite Bradley Wiggins, wie Sie wissen ein Fahrer von der Bahn, der jedoch heute seine ausgemacht gute Bergform bei der ersten großen Landesrundfahrt des Jahres bestätigte und guter Elfter wurde. Hätte das vor dem Giro jemand gesagt - nicht wenige hätten ihn verspottet. Vielleicht sollte er Mark Cavendish mal ein wenig seine Trainingsmethoden näherbringen, falls es durch Training zum Erfolg kam, doch das ist sicherlich ein anderes Thema. Das war die Abteilung der reinen Zeitfahrer, doch spannend wurd es wie erwähnt am Ende. Das sicher der Vorteil, wenn in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung gestartet wird.


Heute zwar stark, aber nicht ganz vorne: Bradley Wiggins


Es gab sicher viele interessante Kandidaten heute, doch aus Zeitgründen werden wir nur auf die wichtigsten eingehen. Und da fangen wir gleich mal beim 15. der Gesamtwertung, Franco Pellizotti, an. Der Wuschelkopf, wie ich ihn jetzt mal flapsig taufe, war stark, sehr stark sogar. Die Führung, die bis dato Stefano Garzelli innehatte, auch wahrlich kein Zeitfahrexperte, unterbot er deutlich mit exakt 24 Sekunden. Aufgeholt hat er diese Zeit laut Messung der einzelnen Zwischensektoren vor allem in den wenigen ebenen Stücken dieses Zeitfahrens. Bergauf und bergab war der Milram-Kapitän Garzelli ihm nahezu gleichwertig, doch heute war nun mal der kompletteste Radprofi gefragt. Vorteil Pellizotti. Und diese Bestzeit hatte lange Bestand, sehr lange sogar, doch nach der Reihe. Denn nach Pellizotti kam mit Arroyo ein weiter interessanter Fahrer, dessen Leistung heute jedoch wenig imponierend war. Rang 23, noch hinter Kiserlovski. Da hatte er sich wohl mehr ausgerechnet, doch das dürfte ihm insgesamt auch recht schnuppe sein, da er eh nur als Helfer für seine bis dato recht schwachen Kapitäne Basso und Cunego an Bord ist. Seine Hoffnungen, als Joker für die Gesamtwertung eingesetzt zu werden, dürften ob fast 4 Minuten Rückstand gegenüber Pellizotti jedoch ein jähes Ende gefunden haben.
Dann kam der nächste und damit letzte Spanier des Tages, J.J. Cobo Acebo. Starke Performance bergauf von ihm - Rang 13 am Ende. Noch vor Zeitfahrgrößen wie Karpets und Devolder, die ja auch bergauf keine Schuljungen sind, damit dürfte man bei Fuji-Servetto doch sehr zufrieden sein. Wie mit der ganzen bisherigen Saison eigentlich. Danach kamen 5 Fahrer, von denen gerade mal zwei ordentlich durchkamen. Ordentlich wohlgemerkt für ihre wahrscheinlich recht hohen Ansprüche. So gelang es sowohl Domenico Pozzovivo und dem bis dato sehr starken Simon Gerrans als auch dem eigentlich für diesen Tag prädestinierten Christian Vandevelde nicht, sich innerhalb der ersten 35 Fahrer zu platzieren. Ob da ein Hungerast, taktische Gründe oder einfach eine schlechte gesundheitliche Verfassung der Grund für diese wirklich schwachen Vorstellungen war - fragen Sie mich nicht. Wenn beim Zeitfahren jedoch Fahrer einbrechen, gibt´s immer welche, die davon profitieren. Und das waren mit Klöden und Gerdemann heute unter anderen zwei Deutsche, die von ihren Gesamtpositionen 10 bzw. 12 nach vorne arbeiten konnten. Wieviel, stand bei dieser Zusammenfassung noch nicht fest, doch mit Rang 15 (Gerdemann) und Rang 6 (Klöden) haben sich beide gut verkauft. Auch wenn man meinem müsste, dass ein Andreas Klöden mit einer Platzierung hinter Fahrern wie Garzelli oder Pellizotti beim Zeitfahren nicht zufrieden sein kann. Dieses Zeitfahren hatte jedoch einfach seine eigenen Gesetze.

Doch richtig spannend wurde es dann unter den Top 6. Mit klangvollen Namen wie Bruseghin, di Luca, Leipheimer, Menchov und Basso befanden sich nämlich 5 potenzielle Podiumsfahrer für den Giro unter dem Führungssextett. Einzig Thomas Lövkvist, bis heute bärenstarker Dritter, traute noch immer keiner das Halten oder sogar Ausbauern einer solchen Platzierung bis zum Ende des Giro d´Italias zu. All diese Fahrer waren vor dieser Etappe übrigens innerhalb von 63 Sekunden. Mordsspannend dieser Giro. Als Erster dieser sieben Fahrer ging dann Bruseghin auf die Straße, der noch immer die Zeit Pellizottis als Richtzeit gelten lassen musste. Bei der ersten Zwischenzeit hinter Pellizotti, dachte man von Bruseghin, er wollte hintenraus stärker werden, denn nominell war Bruseghin sicher stärker einzuschätzen, doch Bruseghin konnte die immerhin schon 21 Sekunden Rückstand von Zwischenzeit Nr. 1 nicht mehr aufholen bis ins Ziel. Er war auf Abschnitt 2 und 3 der Etappe zwar mit 2 bzw. einer Sekunde Vorsprung jeweils auf Pellizotti zwar schneller als der Silence-Profi, konnte diesen jedoch recht überraschend nicht von der Spitze verdrängen, platzierte sich jedoch immerhin auf Platz zwei. 18 Sekunden hinter Pellizotti, der damit jetzt exakt 61 Sekunden hinter Bruseghin in der Gesamtwertung ist.


Hatte Grund für so ein kritisches Gesicht: Marzio Bruseghin im Ziel hinter Franco Pellizotti


Dann rollten die Stars von der Rampe, doch besonders die Italiener bekamen heute schon ihre Grenzen aufgezeigt. Sie mussten sehen, was es heißt, wenn auch mal Nicht-Italiener den Giro gewinnen wollen, auch wenn hier sicher nichts entschieden wurde heute. Schwächster der genannten Fahrer war heute Basso. War wohl auch so zu erwarten, da er nicht mehr in der Form alter Tage ist. Oder noch nicht, besonders die Tour de France wird wohl zeigen, Rang 10 am Ende für Ivan Basso. Da fällt mir ein, dass mir fast sein Teamkollege Cunego durch die Lappen gegangen wäre. Auch er konnte gar nicht überzeugen und wurde am Ende 18. Gar nicht gut, besser da ja immerhin noch der Teamkollege Basso.Für ihn sind immerhin mehr als 100 Sekunden hinter Pellizotti jedoch auch eine Hausnummer. Doch ein anderer bekam eine noch größere Hausnummer, und das in seiner Spezialdisziplin, dem Zeitfahren. Der Schwede Thomas Lövkvist nämlich. Heute nur enttäuschender 17., fast 3 Minuten hinter Pellizotti, womit seine Träume vom Podium dieses Giros endgültig den Weg in den geistigen Papierkorb gefunden haben dürften, doch das war vielen klar, viel offener, viel spannender wohl der Kampf der drei Topfavoriten um den Gesamtsieg. Menchov, Leipheimer und di Luca. Genau in dieser Reihenfolge starteten sie und der Russe Menchov war stark, der war sogar sehr stark heute. Bei der ersten Zwischenzeit lag er 7 Sekunden vor Pellizotti, bei der zweiten waren es 15 und im Ziel dann 24. Das nenne ich eine gute Renneinteilung und eine geradezu ideale Leistung, die den Tages- und Gesamtsieg für den Katyuscha-Fahrer ein großes Stück näher rücken ließ. In den Kampf um den Tagessieg konnte nämlich, realistisch gesehen, nur der Fahrer eingreifen, der heute als Voletzter gestartet war und sich Rosa, wie weiter oben beschrieben, zurückholen wollte. Die Rede ist natürlich vom US-Amerikaner Levi Leipheimer, der hier eine gute Leistung ablieferte. Doch die schwierige Beschaffenheit der Strecke mit zwei Bergwertungen ließ auch ihn nicht kalt, eine flache Rollerstrecke von 60 Kilometern hätte er sicher mehr begrüßt. 60 flache Kilometer, was ein Leipheimer da auf einen wie di Luca gutmachen könnte. Doch diese Gedanken sind natürlich nur Makulatur, was zählt, ist die Leistung und die passte bei dem Bouygues-Kapitän Leipheimer nur bedingt. Mit dem klaren Tagesziel Etappensieg vor Augen begann Leipheimer stark, zu stark, wie sich am Ende herausstellen sollte, denn er baute immer weiter ab. Bei der ersten Zwischenzeit war er Erster bei der Zweiten Zweiter und im Ziel nur noch Dritter. Mit 25 Sekunden klar hinter Menchov und eine Sekunde hinter Pellizotti. Sicher nicht gerade das, was Leipheimer sich für heute ausgemalt hatte, doch das Leben ist auch für den Vuelta-Zweiten des vergangenen Jahres kein Wunschkonzert. Immerhin konnte er Menchov noch ein wenig auf Distanz halten in der Gesamtwertung und, so viel sei gesagt, Rosa übernehmen, doch ein Traumtag war es nicht für BBox Bouygues Telecom und dessen Kapitän. Und wenn Leipheimer Rosa hat, wer hat es dann verloren? Na sicher, Danilo di Luca. Für ihn war das Tagesziel Schadensbegrenzung und das gelang ihm. Keine zwei Minuten verlor er auf über 60 schweren Zetfahrkilometern auf Denis Menchov, nicht mal 100 Sekunden auf seinen zweitgrößten Konkurrenten Levi Leipheimer. Rang 8 für den Ag2r-Fahrer am Ende. Hier nun das Tagesresultat nach diesem am Ende vielleicht etwas unübersichtlichen Bericht:

Zitat
01 MENCHOV Denis (KAT)
02 PELLIZOTTI Franco (SIL) +0:24
03 LEIPHEIMER Levi (BBO) +0:25
04 BRUSEGHIN Marzio (ALM) +0:42
05 GARZELLI Stefano (MRM) +0:48
06 KLÖDEN Andreas (GCE) +1:17
07 NIBALI Vincenzo (FDJ) +1:35
08 DI LUCA Danilo (ALM) +1:42
09 POPOVYCH Yaroslav (CTT) +2:01
10 BASSO Ivan (SAX) +2:06



Mehr als die Top Ten entnehmen Sie bitte dem Teletext.

So, was bleibt nun von diesem Zeitfahren? Mit Menchov, Pellizotti und di Luca haben wir sicher gleich drei Gewinner des Tages, Leipheimer, Basso und Lövkvist eher die Enttäuschungen. Für den Amerikaner dürfte das Maglia Rosa ein Trost sein, ob er es noch mal abgeben muss im Laufe dieser Rundfahrt, steht in den Sternen, nur eines ist sicher: Der Giro d´Italia wird noch sehr sehr spannend. Also schalten Sie ein, wir verabschieden uns mit dem Bild des Tagessiegers, Gute Nacht!


Heute nicht zu schlagen: Denis Menchov

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#18

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 25.05.2009 22:54
von Kai | 999 Beiträge

Sprintentscheidung in Florenz

Florenz - Nach dem gestrigen schweren Zeitfahren war heute für die Gesamtwertungsaspiranten Schonung angesagt, während die Sprinterteams konsequent gegen die Ausreisser arbeiteten und sich die erneute Chance für ihre Kapitäne nicht nehmen ließen.

Das dürfte auch seinen Grund haben, weil die 13. Etappe zumindest vorläufig die letzte Chance für die Sprinter gewesen sein dürfte und einige endschnelle Fahrer wie beispielsweise Robbie McEwen (COF) schon den Ausstieg nach der heutigen Etappe angekündigt haben. Ob es überhaupt noch einmal zum Sprintfinale kommt, ist derweil noch offen, denn bis auf die 18. Etappe werden wohl die Gesamtwertungsfahrer alle Etappen inklusive der letzten Etappe kontrollieren, die in diesem Jahr ja nicht wie üblich ein flacher Ausflug nach Mailand, sondern ein wahrscheinlich entscheidendes Zeitfahren über knapp 20 Kilometer ist. Die heutige Etappe war dagegen wie prädestiniert für einen Massensprint: Nur eine Bergwertung der dritten Kategorie, und die bei Kilometer 47,5, stand den Fahrern höhenmäßig gesehen im Wege.

Aufgrund dieser recht klaren Ausgangssituation in Richtung Massensprint wurde die Etappe über weite Teile nicht unbedingt sonderlich spannend, die einzigen Aufreger unterwegs und vor dem Etappenfinale waren die Bildung der Ausreissergruppe, deren Kampf um die Intergirowertung und ein Sturz von Paolo Tiralongo (BBO), der jedoch ohne folgen blieb, weil der Italiener schnell reagierte und sanft auf den Rasen am Wegesrand fiel, nachdem er zuvor aufgrund der recht eintönigen Etappe mit Konzentrationsschwächen zu kämpfen hatte. Was die beiden anderen Aufreger angeht, so boten diese schon mehr Gesprächsstoff, denn die Anfangs- und damit Findungsphase der obligatorichen Ausreissergruppe lief wieder sehr hektisch, sodass man in der erste Rennstunde ein sehr hohes Stundenmittel erreichte. Schlussendlich konnten sich bei Kilometer 11 dann 6 Fahrer lösen, die vom Feld ziehen gelassen wurden. Unter den Ausreissern waren mit Robert Bartko (GCE) und Matthias Russ (SIL) zwei Deutsche, dazu kam mit David Vitoria (BMC) ein Schweizer. Komplettiert wurde die Gruppe von den Italienern Capelli (FUJ) und Corioni (ISD) sowie dem jungen Kasachen Zeits (AST). Die Gruppe arbeitete recht gut zusammen, einzig Robert Bartko ließ die ein oder andere Führung aus, was ihm durchaus den Unmut seiner Begleiter einbrachte. Der ehemalige Bahnfahrer schien sich für ein mögliches Etappenfinale zu schonen, das er dann jedoch nicht mit prägen konnte. So muss im Nachhinein auch nicht über seine ausgelassen Führungen diskutiert werden. Die Etappe lief dann recht schleppend, auch die Bergwertung ließ keine rechte Spannung aufkommen, weil die Fahrer diese quasi im Vorbeigehen mitnahmen, ohne sich besonders anzustrengen. Spannend wurde es dann wie angesprochen erst wieder bei der Intergirowertung bei Kilometer 123, die sehr umkämpft war, denn mit Russ, Corioni, Capelli und Vitoria schienen gleich vier Fahrer die volle Punktzahl anzustreben. Es gab schon einen Kilometer vor der Wertung ein großes Taktieren, das im Nachhinein jedoch mit dem wohl sprintstärksten Fahrer Corioni einen klaren Verlierer hatte, weil er sich nach einer Attacke von Capelli mit den anderen nicht einig war, was das Stopfen der Lücke betraf und der Fuji-Mann so fahren gelassen wurde und die Punkte einstreichen konnte. Dahinter folgten dann im Sprint Corioni, Russ, der durch die Querelen um Capelli bereits demotivierte Vitoria sowie Bartko und Zeits, die sich nicht für die Wertung interessierten.


Sicherte sich zum Leidwsen seiner Begleiter die Intergiro-Wertung: Ermanno Capelli


Danach kam´s dann, wie es kommen musste, vor allem BBox Bouygues Telecom, Cofidis und Milram sorgten dafür, dass die Ausreisser keine Chance auf den Etappensieg hatten und das Feld schließlich geschlossen auf die letzten 7 Kilometer ging. Dort halfen dann auch andere Teams mit, das Feld zusammenzuhalten, wie zum Beispiel das Team Columbia von Mark Cavendish oder Ag2r la Mondiale mit Filippo Pozzato, der sich im Kampf um das Maglia Ciclamino noch mit guten Chancen sieht. So brachte auch eine Attacke des jungen Deutschen Tony Martin unter der Flame Rouge nichts als schwere Beine ein und ein Sprinter sollte die Etappe gewinnen, so viel war sicher.

So langweilig die Etappe im gesamten Verlauf der Fahrt nach Florenz war, so spannend wurde sie im Finale, weil es kurz vor dem Ziel einen spektakulären Massensturz gab. Grund dafür sicher das unintelligente Verhalten der Teams, von denen fast jedes versuchte, einen eigenen Zug auf die Beine zu stellen, der andere Grund war wohl die sehr enge Zielgerade, sodass die Organisatoren des Giros sicher auch heute nicht frei von Kritik ins Bett gehen werden. Dieser Sturz betraf allerdings keine absoluten Topsprinter, mit Furlan, Commesso, Kiryienka und Taaramae waren es lediglich Fahrer, die ihre Rolle in der Sprintvorbereitung zu erfüllten versuchten, die auf der Nase lagen. Kurz vor Robbie McEwen geschah der Sturz, weil Angelo Furlan zum Fahren einer Welle gezwungen wurde, die ihn und die genannten drei Fahrer letztlich in die Knie beziehungsweise auf den Asphalt zwang. McEwen konnte elegant ausweichen während der Sturz vor allem Filippo Pozzato ins Hintertreffen brachte, der viele Tritte auslassen musste und so nur Rang 9 belegen konnte. Einzig der Katyuscha-Zug war gar nicht von diesem Unfall betroffen, sodass deren Sprinter Napolitano heute mit einem starken Resultat mit Platz zwei aufwarten konnte. Besiegt wurde er nur vom Briten Mark Cavendish, der mit dem Hinterrad von Napolitano einmal mehr den richtigen Riecher bewies und die Etappe souverän gewann. Das Podium komplettierte Allan Davis. Auf den weiteren Plätzen folgten McEwen, Haussler, Roelandts und der verblüffend starke Simone Ponzi. Weitere Resultate entnehmen Sie bitte später dem Teletext.

Damit bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass Commeso und Furlan sich aufgrund der Folgen ihres Sturzes zum Ausstieg aus dem Giro d´Italia gezwungen sahen, für Kiryenka und Taaramae geht es morgen weiter. Ich verabschiede mich nun mit dem Bild des Siegers und wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.


Hatte wieder allen Grund zu feiern: Mark Cavendish

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#19

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 27.05.2009 20:59
von leif | 142 Beiträge

Herzlich Willkommen zur 14 Etappe des Giro d'Italia. Einmal mehr melden wir uns von S-H TV live vom Giro. Das wichtigste vorweg. Cavendish steht heute nicht mehr am Start, der Brite will sich die Berge nicht mehr antun und bereitet sich jetzt auf die Tour de France vor. Größter Favorit sollten heute Di Luca und Menchov sein, die beide eine Wahnsins Form zur Zeit an den Start legen. Gleich gehts in die Pause, dann auf die letzten 30 Kilometer.

---------------------


Der vorletzte Berg wurde gerade überwunden. Aber wir schauen erstmal auf den Tag zurück. Früh wollte sich eine 8 Köpfige Gruppe absetzen um Sörensen aber man wollte diese Gruppe nicht fahren lassen und so wurde sie kurz darauf wieder gestellt. Danach aber der nächste Antritt von 6 Fahrern. Diese kam dann auch davon, dabei auch Leonardo Bertagnolli, Simon Gerrans und Andrea Masciarelli. Zudem noch Riblon, Serpa und Kiserlovski. Die erste Bergwertung gewann dann folglich Jose Serpa vor Riblon


1.BW
1.SERPA José (BMC)
2.RIBLON Christophe (COF)
3.KISERLOVSKI Robert (MRM)
4.GERRANS Simon (SIL)
5.MASCIARELLI Andrea (ISD)

Dann gings weiter und auch die nächste Bergwertung holte sich der Kolumbianer Serpa wieder vor Riblon

2.BW
1.SERPA José (BMC)
2.RIBLON Christophe (COF)
3.GERRANS Simon (SIL)
4.KISERLOVSKI Robert (MRM)
5.BERTAGNOLLI Leonardo (KAT)

Weiter gings und die Ausreißer bauten den Vorsprung aus bis zur nächsten Bergwertung, welchen Bertagnolli (Kat) gewann

3.BW
1.BERTAGNOLLI Leonardo (KAT)
2.SERPA José (BMC)
3.RIBLON Christophe (COF)
4.GERRANS Simon (SIL)
5.KISERLOVSKI Robert (MRM)

Und weiter ging der Spass. Bergwertung 4 Sicherte sich dann Riblon vor Gerrans und Serpa

4.BW
1.RIBLON Christophe (COF)
2.GERRANS Simon (SIL)
3.SERPA José (BMC)

Darauf folgte dann der einzigste Zwischensprint des Tages, der Intergirosprint, diesen gewann Masciarelli

1.SW
1.MASCIARELLI Andrea (ISD)
2.RIBLON Christophe (COF)
3.KISERLOVSKI Robert (MRM)

Danach erhöten man im Feld das Tempo drastisch. Gadret, Efimkin, Devolder und Cuesta von Ag2r zogen an. Nun Live ins Rennen.

Jetzt sinkt der Abstand doch um einiges aber die Ausreißer haben nun auch schon einiges in den Beinen an Kilometer. Ich würde aber auf einen Ausreißersieg setzen und dann auf Bertagnolli oder Gerrans. Diese beiden sollten noch die meißte Kraft haben, nachdem Serpa sich bei jeder Bergwertung einen Kampf geliefert hatte mit Riblon. Wir warten eigentlich nur noch auf den Schlussanstieg, denn vorher wird nicht mehr viel passieren, davon kann man ausgehen. Katusha Fahrer, Garcia und Menchov sehe ich an ungefähr 10. Position. Ich bin sehr gespannt ob Menchov die Italiener heute wirklich ärgern kann und ob Katusha den Fluch von Platz 2 ablegen kann. Serpa jetzt im Bild. Frisch sieht der nicht mehr aus. Letzte Pause (versprochen) dann der Schlussanstieg.

------------------

Zurück und wir gehen direkt rein in den Schlussanstieg. Und so siehts aus. Bertagnolli, Serpa und Gerrans 11 Sekunden vor Kiserlovksi. Die anderen beiden sind schon zurückgefallen. Groß ist der Vorsprung nicht mehr. Angriff ! Bailleti, Axelsson und Seeldrayers gehen. Und gleich reagiert das Feld um Saxo Bank. 3 Fahrer von Saxo vorne dazwischen noch Garcia dapena. Cunego, Van den Broeck und De Greef, was für Fahrer die Saxo Bank hier in die Verfolgungsarbeit stecken kann. Bruseghin jetzt vorne...? DA GEHT DI LUCA ! Jetzt geht der Mann aus den Abruzzen. Garzelli versucht jetzt nach zu setzen. Garcia versucht jetzt Menchov nach vorne zu bringen..... Das gibts nich, Probleme bei Menchov, Leipheimer, Basso und Pellizotti. Die können nicht mitgehen. Bertagnolli und Gerrans noch vorne aber Serpa nicht mehr zu sehen. Arroyo seh ich als Solist hinter der Gruppe Menchov (aus neutraler sicht gesehen, nennen wir sie ma so). 500 meter noch für Bertagnolli, der jetzt Solo vorne kämpft gegen Di Luca, der aber heran stürmt. 400 Meter noch, Di Luca gleich dran. Gerrans auch noch gut dabei. Garzelli wird gerade von Pellizotti aufgefahren, der sich wohl unbemerkt aus der Gruppe um Menchov abgesetzt hatte. 200 Meter noch und Di Luca dran an Bertagnolli, der jetzt versucht zumindest dran zu bleiben. 100 meter vor dem Ziel jetzt Di Luca mit der Sprinteröffnung und dem ganz souveränen Sieg. 2 Sekunden vor Bertagnolli und weitere 2 zurück Pellizotti dann nochmal 2 Sekunden zurück Garzelli und Gerrans. Leipehimer führt dann die Gruppe mit Basso und Menchov an, die 8 Sekunden verliert. Ah, das Resultat schon dar

1.DI LUCA Danilo (ALM)

2.BERTAGNOLLI Leonardo (KAT) +0:02
3.PELLIZOTTI Franco (SIL) +0:04
4.GARZELLI Stefano (MRM) +0:06
5.GERRANS Simon (SIL) +0:07
6.LEIPHEIMER Levi (BBO) +0:08
7.BASSO Ivan (SAX) s.t.
8.MENCHOV Denis (KAT) s.t.
9.AXELSSON Niklas (GCE) +0:11
10.SEELDRAEYERS Kevin (FUJ) +0:12
11.ARROYO DURAN David (SAX) +0:21
12.NIBALI Vincenzo (FDJ) s.t.
13.COBO Juan José (FUJ) +0:23
14.CUNEGO Damiano (SAX) s.t.
15.POZZOVIVO Domenico (AST) s.t.
16.BRUSEGHIN Marzio (ALM) s.t.
17.CARUSO Gianpaolo (BMC) s.t.
18.LÖVKVIST Thomas (THR) s.t.
19.KLÖDEN Andreas (GCE) +0:31
20.PIDGORNYY Ruslan (ISD) s.t.
21.KARPETS Vladimir (SIL) +0:33
22.GERDEMANN Linus (THR) s.t.
23.SPILAK Simon (AST) s.t.
24.PARRA Ivan (ISD) +0:41
25.BOSISIO Gabriele (AST) s.t.
26.VAN DEN BROECK (SAX) s.t.
27.BOTCHAROV Alexandre (GCE) +0:52
28.CUESTA LOPEZ DE CASTRO Inigo (ALM) s.t.
29.GARCÍA David (KAT) s.t.
30.VISCONTI Giovanni (THR) s.t.
31.MAZZANTI Luca (BMC) s.t.

Rest der GW Top30 +1:11

Rest +2:22,22

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#20

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 28.05.2009 18:34
von iceman999 | 900 Beiträge

15.Etappe

Herzlich Willkommen zur 15.Etappe des Giros von Forli nach Faenza über knapp 161km. Vier Bergwertungen und eine Sprintwertung stehen auf dem Programm und mit weiteren zahlreichen Anstiegen dürfte es eine der schwierigsten Etappen der Rundfahrt werden. Attackieren die Favoriten bereits heute, oder warten sie auf die morgige Königsetappe? Wir werden es bald erfahren. Hier das heutige Profil:



Gleich zu Beginn setzte sich eine größere Gruppe um N. Sörensen, Capecchi und Mazzanti ab. Dazu gehörten auch noch Kritskiy, Buts und Pedraza, der Kolumbianer. Capecchi, Pedraza und Mazzanti waren wohl die stärksten Fahrer dieser Gruppe, wenn man auf die Topographie schaute. Pedraza dürfte es wohl wieder auf die Bergpunkte abgesehen haben und könnte sich, sollte die Gruppe gut laufen, viele wichtige Punkte für das Bergtrikot sichern. Aber wer weiß, vielleicht hat auch ein andere die Bergwertungen ins Auge gefasst.



Schnell stieg der Vorsprung an und an der 1.Bergwertungen betrug er knapp über 5Min. Mazzanti gewann vor Kritskiy und Pedraza!

Zitat
1.BW
1.MAZZANTI Luca (BMC)
2.KRITSKIY Timofey (KAT) +0:02
3.PEDRAZA Walter (COF)
4.CAPECCHI Eros (FDJ)
5.BUTS Vitaliy (ISD)
Peloton +5:11



Hinten im Feld fuhren AG2R, Bouyges (Lorenzetto, Martin und Lang) und Silence (Bak,Cretskens) hinterher. In der GW war keiner gefährlich, doch wollten diese Teams wohl den Etappensieg. Der Rückstand pendelte sich so bei rund 6Min ein.

Zitat
2.BW
1.PEDRAZA Walter (COF)
2.KRITSKIY Timofey (KAT)
3.MAZZANTI Luca (BMC)
Peloton 5:55



Ab Kilometer 80 erhöhte Saxo Bank mit de Greef, Possoni und VanSummeren das Tempo und der Vorsprung begann kontinuierlich zu schrumpfen. Capecchi sicherte sich die Sprintwertung vor Mazzanti und Buts.

Zitat
1.SW
1.CAPECCHI Eros (FDJ)
2.MAZZANTI Luca (BMC)
3.BUTS Vitaliy (ISD)
Peloton +5:23



An der 3.Bergwertung fiel der Vorsprung unter die 5Min Marke.

Zitat
3.BW
1.KRITSKIY Timofey (KAT)
2.PEDRAZA Walter (COF)
3.SÖRENSEN Niki (GCE)
Peloton +4:54



Nun ging es zum letzten Anstieg des Tages und noch rund 35km bis zum Ziel. Vorne noch immer die Spitzengruppe mit knapp 5Min Vorsprung, in der gerade Mazzanti das Tempo machte. Gibt es bereits hier die entscheidende Attacke um den Tagessieg oder wollen sie harmonisch bis nach dem Berg zusammenarbeiten?
Attacke! 3km vor dem Gipfel attackierte Mazzanti und nur noch N. Sörensen konnte folgen. Die anderen ehemaligen Verfolger verloren bis zur Bergwertung rund 40sec.

Hinten im Feld gab es auch eine Attacke! Pellizotti und Cobo attackierten und konnten einen Vorsprung von bis zu 20sec herausfahren, aber wurden durch das Feld knapp vor der Bergwertung wieder gestellt. Dafür verantwortlich waren die Mannen von SAX, die im Feld ein konstantes Tempo bis nach oben fuhren. Folgende Situation an der letzten Bergwertung:

Zitat
4.BW
1.MAZZANTI Luca (BMC)
2.SÖRENSEN Niki (GCE) +0:05
3.KRITSKIY Timofey (KAT) +0:41
4.PEDRAZA Walter (COF) s.t.
5.CAPECCHI Eros (FDJ) +0:58
6.BUTS Vitaliy (ISD) s.t.

Leicht verkleinertes Hauptfeld + 3:55



Sörensen schloss in der Abfahrt zu Mazzanti auf und zusammen fuhren sie dem Ziel entgegen. Hinten war man sich weiter uneinig und so sollte es zu einem Duell zwischen den beiden hinauslaufen. Das Feld konnte den Rückstand weiter verkürzen und verlor im Ziel knapp 1:40Min.

Zwischen Sörensen und Mazzanti kam es zum Sprint um den Tagessieg, den sich Sörensen knapp vor Mazzanti sicherte. Wir verabschieden uns mit der Tageswertung für heute und sind auf die morgige Königsetappe gespannt:

Zitat

1.SÖRENSEN Niki (GCE)
2.MAZZANTI Luca (BMC) s.t.
3.KRITSKIY Timofey (KAT) +0:17
4.CAPECCHI Eros (FDJ) s.t.
5.BUTS Vitaliy (ISD) +0:29
6.PEDRAZA Walter (COF) +0:35
7.CUNEGO Damiano (SAX) +1:39
8.FINETTO Mauro (MRM) alle s.t.
9.DI LUCA Danilo (ALM)
10.BERTAGNOLLI Leonardo (KAT)
11.GARZELLI Stefano (MRM)
12.PIDGORNYY Ruslan (ISD)
13.LEIPHEIMER Levi (BBO)
14.LÖVKVIST Thomas (THR)
15.KARPETS Vladimir (SIL)

Rest s.t.

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#21

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 30.05.2009 21:12
von windowsfenster | 74 Beiträge

Zitat von AvA
Hallo und herzlich Willkommen zur Königsetappe des diesjährigen Giros, sie werden überrascht sein das schon wieder ein neuer Moderator da ist, aber ich die anderen waren heute aus privaten Gründen nicht verfügbar und so war ich heute mal wieder am Zuge, und das nutze ich jetzt auch gleich um ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen, am 07. Juni, also im nächsten Monat werde ich ihnen von einem Eintagesrennen aus Gippingen, eins der höchsten Kategorie im Continental Geschäft, berichten und ich hoffe sie werden dort zahlreich dabei sein. So jetzt aber zum heutigen Rennen und bevor ich ihnen schildere was in der Anfangsphase geschah hier erstmal das beeindruckende Profil der heutigen Etappe:



Heute also 4 Bergwertungen, und die 3 ,,schlimmsten“ Berge auch noch fast direkt hintereinander und auf dem letzten liegt auch noch das Ziel. Ich möchte echt nicht in der Haut eines Flachlandspezialisten bei solch einer Etappe stecken.
Nun zur Anfangsphase, gleich zu beginn bildete sich eine 9 Mann starke Ausreißergruppe, und das stark bezieht sich nicht nur darauf wie groß die Gruppe ist, sondern sie ist wirklich sehr stark, den sie beinhaltet unter anderem Fahrer wie Bosisio oder C.A. Sörensen. Hier aber ein Überblick über die ganze Gruppe:

GALLOPIN Tony (FDJ)
LE MEVEL Christophe (ASA)
RUSS Matthias (SIL)
BOSISIO Gabriele (AST)
DEVOLDER Stijn (ALM)
GOUBERT Stéphane (BBO)
SIMEONI Filippo (MRM)
SÖRENSEN Chris Anker (SAX)
POSSONI Morris (SAX)

Und es sind nicht nur Fahrer die auf die Bergwertungen schielen heute in der Gruppe, wie natürlich zu erwarten war, sondern auch wieder Fahrer die im Kampf um die Intergiro Wertung noch ein Wörtchen mitzureden haben, hier sind Russ, Le Mevel und Gallopin zu nennen. Sollte die Gruppe durchkommen dürften aber vor allem Russ und Gallopin keine Chance haben den anderen Fahrern an den Bergen zu folgen, aber so weit sind wir ja noch nicht. Im Feld war aber auch nicht totale Ruhe angesagt, denn in Ermeti (BMC), Taaramae, Ulissi und Brutt(alle Katusha) machten immerhin 4 Fahrer auch Tempo im Feld, allerdings reichte das nicht aus um die Ausreißergruppe wieder einzuholen. So kam es dann das die Gruppe nun schon mit einem Vorsprung von gut 6 Minuten an die erste Bergwertung kam, die Sörensen vor Goubert und Simeoni für sich entscheiden konnte. Damit geht es dann gleich kurz vor dem Monte Nerone live ins Rennen rein, an dem die Ausreißergruppe nun schon einen Vorsprung von knapp über 10 Minuten hatte, es sah also nicht unbedingt sehr schlecht für die Ausreißer aus…

…so damit sind wir jetzt also am Monte Nerone, die Ausreißergruppe arbeitet gut zusammen, aber am Berg sieht man natürlich die Bergfahrer ganz vorne, aber noch können alle mithalten. Und da vorne nun auch schon die Bergwertung und nun tritt wieder Sörensen an, doch diesmal Goubert und Simeoni an seinem Hinterrad und Sörensen geht scheinbar so langsam die Puste aus, und Goubert geht vorbei und gewinnt diesmal, dahinter schafft es auch noch Simeoni an Sörensen vorbei. Dahinter dann noch Devolder und Bososio, die aber nicht um die Punkte mitgekämpft hatten. Hier das Ergebnis der Bergwertung und dann nachträglich auch noch das Ergebnis der 1. Bergwertung:


1.BW
1.SÖRENSEN Chris Anker (SAX)
2.GOUBERT Stéphane (BBO)
3.SIMEONI Filippo (MRM)

2.BW
1.GOUBERT Stéphane (BBO)
2.SIMEONI Filippo (MRM)
3.SÖRENSEN Chris Anker (SAX)
4.DEVOLDER Stijn (ALM)
5.BOSISIO Gabriele (AST)


Und was sehe ich da, Voigt (BBO) und Garcia (KAT) haben sich vom Feld abgesetzt und haben nun auch schon einen Vorsprung von 1,41min. an der Bergwertung, die Ausreißergruppe aber noch 7,11min. davor. Und die Ausreißergruppe schon an der Intergirowertung und Russ zieht von vorne an, Le Mevel dahinter und dahinter kämpft Gallopin noch, der scheint aber schon zu viel Kraft am Berg gelassne zu haben, nun versucht Le Mevel noch vorbeizuziehen, aber schafft es nicht ganz so kommt dann folgendes Ergebnis zustande:


1.SW
1.RUSS Matthias (SIL)
2.LE MEVEL Christophe (ASA)
3.GALLOPIN Tony (FDJ)


Und Gallopin lässt sich jetzt deprimiert zurückfallen, er scheint wohl alles für die Sprintwertung ausgelegt zu haben, aber Russ baut seinen Vorsprung weiter aus.
Der Abstand aufs Feld nun auch wieder auf 9,22min. gestiegen, Voigt und Garcia müssen noch irgendwo dazwischen sein, uns liegen aber im Moment keine Angaben vor.
Wir geben jetzt erstmal kurz eine Werbepause und sind dann aber wieder am Monte Catria rechtzeitig wieder da…

:::::::::::::::::::::::::
:::::::::::::::::::::::::
:::::::::::::::::::::::::

So wir sind wieder da und grade zu sehen das Saxo Bank mit 3 Fahrern an die Spitze des Feldes geht und noch von 2 Fahrern unterstützt werden, einmal von Katusha und von Ag2r, wobei es schon recht überraschend ist das Katusha auch nachfährt obwohl sich Garcia noch vor dem Feld befindet, vielleicht trauen sie im den großen Coup nicht zu. Das Feld fällt auseinander, aber nicht nur das Feld denn nachdem sich Gallopin freiwillig zurückfallen lassen hat, kann nun auch Possoni nicht mehr, er scheint viel Tempo für Sörensen gemacht zu haben. Und auch die anderen beiden die um die Intergiro-Wertung gekämpft hatten sowie Bosisio scheinen jetzt Probleme zu haben aber bleiben noch dran. Und da nun auch schon die Bergwertung, und Goubert wieder vorne, dahinter Sörensen und dann Simeoni. Voigt und Garcia immer noch 5,26min. zurück und das Feld weitere 1,31min. Hier das Ergebnis der Bergwertung:


3.BW
1.GOUBERT Stéphane (BBO)
2.SÖRENSEN Chris Anker (SAX)
3.SIMEONI Filippo (MRM)
4.DEVOLDER Stijn (ALM)
5.LE MEVEL Christophe (ASA)


Und damit ab noch mal in eine letzte Werbung bevor es dann in den Schlussanstieg reingeht.

:::::::::::::::
:::::::::::::::
:::::::::::::::


So also nun der Schlussanstieg vorne noch Bosisio, Devolder, Sörsensen, Goubert und Simeoni. Cunego, Botcharov, Caucchioli und Tiralongo machen nun Tempo im Feld und da fallen jetzt einige Fahrer raus, folgende Fahrer sind noch vorne mit dabei:

BRUSEGHIN Marzio (ALM)
DI LUCA Danilo (ALM)
GARZELLI Stefano (MRM)
CUNEGO Damiano (SAX)
ARROYO DURAN David (SAX)
BASSO Ivan (SAX)
COBO Juan José (FUJ)
POZZOVIVO Domenico (AST)
CAUCCHIOLI Pietro (AST)
LÖVKVIST Thomas (THR)
GERDEMANN Linus (THR)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
TIRALONGO Paolo (BBO)
NIBALI Vincenzo (FDJ)
PIDGORNYY Ruslan (ISD)
PARRA Ivan (ISD)
CARUSO Gianpaolo (BMC)
SERPA José (BMC)
PELLIZOTTI Franco (SIL)
KARPETS Vladimir (SIL)
KLÖDEN Andreas (GCE)
BOTCHAROV Alexandre (GCE)
MENCHOV Denis (KAT)


Und nun erkenne ich grade Seeldrayers vor dieser Favoritengruppe, er scheint sich am Fuße des Anstieges abgesetzt zu haben. Und nun 5 Kilometer vor dem Ziel Attacke von Di Luca aus dem Feld! Und da können nur noch wenige mitgehen, Garzelli sofort an seinem Hinterrad und der setzt sogar noch einen nach, vielleicht noch 10 Fahrern jetzt vorne, und ja genau hier kriegen wir jetzt einen Überblick:

BASSO Ivan (SAX)
PELLIZOTTI Franco (SIL)
DI LUCA Danilo (ALM)
MENCHOV Denis (KAT)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
GARZELLI Stefano (MRM)
POZZOVIVO Domenico (AST)
LÖVKVIST Thomas (THR)
ARROYO DURAN David (SAX)
NIBALI Vincenzo (FDJ)

Und nun lässt sich auch Voigt zurückfallen um für seinen Kapitän Leipheimer zu arbeiten. Davor jetzt immer noch Seeldrayers, Russ, Le Mevel, Garcia, Goubert, Simeoni, Sörnsen, Devolder und Bosisio. Ganze vorne die letzten 5 genannten.
Basso geht!!! Hinten versucht sich nun Basso abzusetzen und da können weitere Fahrer dem Tempo nicht folgen, nur noch Pellizotti, Di Luca und Menchov dabei, dahinter gibt Voigt für Leipheimer alles aber noch kommt er nicht wieder ran, die restlichen Fahrer haben sich zusammengefunden und abreiten nun zusammen. Hier jetzt mal eine Rennübersicht:

BOSISIO Gabriele (AST)
DEVOLDER Stijn (ALM)
SÖRENSEN Chris Anker (SAX)
SIMEONI Filippo (MRM)

GOUBERT Stéphane (BBO) +0:07

LE MEVEL Christophe (ASA) +0:31
RUSS Matthias (SIL)

GARCÍA David (KAT) +1,16min.

SEELDRAEYERS Kevin (FUJ) +3,41min.

BASSO Ivan (SAX) +3,55min.
PELLIZOTTI Franco (SIL)
DI LUCA Danilo (ALM)
MENCHOV Denis (KAT)

Dahinter dann also die Gruppe um Leipheimer. Auch Pellizotti versucht es jetzt einmal, und kann sich auch erstmal absetzen, dahinter guckt sich das Trio an und Menchov diktiert jetzt das Tempo und es scheint so als ob sie wieder rankommen könnten, doch noch ist Pellizotti mit kleinem Vorsprung vorne.
2 Kilometer noch und Seeldrayers wird jetzt von der Gruppe um Menchov geschluckt und sofort durchgereicht, apropos geschluckt, auch Pellizotti wurde wieder zurückgeholt. Und Menchov jetzt mit Problemen! Möglicherweise hat er sich bei der Nachführarbeit verausgabt, hält jetzt aber einen Abstand von ein paar Sekunden, da vorne nun so recht keiner Arbeit machen will. Vorne jetzt auch Simeoni und Sörensen mit Problemen, also Bosisio und Devolder ganz vorne, die beiden werden wohl den Sieg unter sich ausmachen.



Applaus an Ava für den fast vollständigen Bericht, den Rest übernehme ich.

Die Flame Rouge hat das Führungsduo bereits hinter sich gelassen, die Reifen kleben förmlich auf dem kochenden Asphalt, das Tacho zeigt noch immer zweistellige Steigungsprozente an und die Absperrgitter der kurvigen Zielpassage ziehen sich in unüberschaubare Länge. Devolder schmeißt seine letzte Flasche aus der Halterung, um noch etwas Gewicht zu sparen - das wird für dem72Kilogramm schweren Klassikerjäger aber nur ein psychischer Vorteil sein. Erschöpfungstechnisch fahren beide am Anschlag, Nein, ich möchte sogar behaupten, dass sie spüren wie das Laktat literweise in die Musklen schießt und jede Kurbelumdrehung zu einer Qual macht. Bosisio schaut zurück, Sörensen und Simeoni sind in unmittelbarer Reichweite - Stehversuche können sie sich nicht leisten. Was macht Devolder? Er schaltet aufs größte Ritzel, wippt unregelmäßig mit dem Oberkörper und platziert seine Hände am Oberlenker. 500m, Bosisio jetzt nur noch am Hinterrad von Devolder - ist er am Ende seiner Kräfte? Kurzer Blick nach hinten, Sörensen und Simeoni geben sich nichts und sind nur 20-30m zurück, schöne Kameraposition jetzt, wir sehen auch noch Goubert, der verdächtige Schlangenlinen fährt, aber er kann es sich leisten, denn dahinter ist niemand in Sicht. Schöne Helikoptersicht, wir sehen die Favoritengruppe und Basso mit schmerzverzerretn Geischt konnte sich wenige Meter von Pellizotti lösen, der wiederum DiLuca im Rücken hat, der allerdings nicht gut aussieht. Was macht Menchov? er hat den Anschluss zu den beiden nicht wirklich verloren, aber das sind dennoch 5Sekunden, die er da zurückliegt. Gut zu erkennen sind auch die hellbaluen Trikots der BBox Mannschaft, das müssen Leipheimer und Voigt sein, Voigt zieht Leipheimer den Berg hoch, doch der ist am Ende seiner Kräfte, auch er wird heute Zeit verlieren, der Abstand zu Menchov wird größer. 250m für die beiden führenden, die Schweißperlen fließen dem italienschen Astanafahrer Bosisio nur so von der Stirn, ein Etappensieg das würde Manager tobinho riesig freuen, auch er hat mit Pozzovivo einen Fahrer, den wir am Fuße des Schlussanstieges weit vorne gesehen haben.
Devolder also am Hinterrad von Bosisio, der jetzt mit dem Wiegetritt aus der letzten Kurve herausbeschleunigt. Ist das der Gnadenstoß? Nein, gerade einmal zwei Radlängen trennen jetzt die beiden, aber Devolder kämpft, jetzt geht auch er aus dem Sattel. 100m noch und jetzt schaltet Bosisio einen Gang höher, doch Devolder kommt tatsächlich näher. Die Sponserwerbung auf der Straße ist jetzt schon mit einem Rad berührt und die 50m Marke ist greifbar nahe, der Belgier mit mindestens 2km/h mehr auf dem Tacho. Gibts das denn, Tigersprung von beiden Fahrern, aber das reicht tatsächlich für Bosisio, der nicht mal die Hände hochreißen kann, er schmeißt sich vor Erschöpfung auf den Boden und klopft unglaubwürdig auf den Helm, was für ein Sieg. Aber auch überragende Leistung vom AG2R Mann Devolder, der damit die Serie der zweiten Plätze für das französische Team fortführt. Auch Sörensen jetzt im Ziel, der sich den dritten Platz vor Simeoni holt, der verbittert mit dem Kopf schüttelt und hastig dem Etappensieger gratuliert, um in Richtung Teambus zu verschwinden. Goubert übrigens fünfter. Euphorie an der 1500m Makierung, denn Basso konnte seinen Vorsprung leicht ausbauen und holt heute einige Sekunden raus, dahinter noch immer Pellizotti, der DiLuca hastigen Atem noch immer hinter sich hört. Ärgerlich für Menchov, dass er da nicht dran bleiben kann, er wird zwar jetzt von der Kamera erfasst, aber reicht das heute für das rosa Trikot? 10 Sekunden muss er dem Amerikaner abnehemen, der mit schwerem Tritt um die Kurve kommt, noch immer fährt Voigt an seiner Seite, der ihm am liebsten anschieben würde.
Basso befindet sich jetzt 500m vor dem Ziel sucht ein letzte Mal Windschatten am Kameramotorrad, das jetzt ausschert.
Garica als unbedeutender 6. im Ziel. Warum lässt er sich nicht früher zurückfallen und unterstützt seinen Kapitän Menchov, der gerade um den Gesamtsieg kämpft? Auf jeden Fall kann sich der Spanier vor dem französischen Publikumgsliebling LeMevel, der heute wichtige Punkte für die Giro Wertung gesichert hat, ins Ziel retten. Aber auch Russ hat heute wichtige Punkte an der Intergirowertung gesammelt - er auf Rang8 ... da kommt Basso ins Ziel. Die 2:40 Rückstand zum Etappensieger werden dem Girosieger von 2006 nicht weiter stören, viel eher wird er auf den Abstand zu Pellizotti und DiLuca schauen. Pellizotti hat sich jetzt auch mit ca. 15 Sekunden Differenz ins Ziel gerettet und auch die Luca hat nicht viel mehr Zeit verloren, er unmittelbar hinter Pellizotti. Da hat er sich doch noch mal gefangen, aber wie siehts mit Menchov und Leipheimer aus? Der Russe kommt um die Kurve gesaust und das sind weitere 10Sekunden auf der Stoppuhr, die ihm vom Sieger trennen. Alles wartet auf Leipheimer .. die Zeit rast nur so gegen den Amerikaner, 10 genau jetzt vergangen und damit Menchov in Rosa, wenn ich mich nicht täusche, da ist der ehemalige Armstrong-Helfer, er verleirt 25 Sekunden auf Menchov. Zurecht bedankt er sich bei seinem Zugesel Voigt, indem er ihm auf die Schulter klopft. Jetzt kommen die Fahrer aber im Sekundentakt an, Seeldrayers, Garzelli, Pozzovio und Arroyo nehmen sich heute nicht viel. Da kommen auch Nibali und Cobo, die sich mit wenigen Sekunden vor der nächsten Gruppe retten. So, das war's für heute.
Überraschungssieger und ein neuer Mann im Rosa-Trikot. Wir dürfen gespannt sein, was noch so in den Radsportsternen steht, es bleibt spannend.
Arrivederci und Ciao sagen Karsten Migels und Ulli Jansch.

Ziel:
1.BOSISIO Gabriele (AST)
2.DEVOLDER Stijn (ALM) s.t.
3.SÖRENSEN Chris Anker (SAX) +0:08
4.SIMEONI Filippo (MRM) s.t.
5.GOUBERT Stéphane (BBO) +0:14
6.GARCÍA David (KAT) +0:41
7.LE MEVEL Christophe (ASA) +0:52
8.RUSS Matthias (SIL) 1:02
9.BASSO Ivan (SAX) +2:40
10.PELLIZOTTI Franco (SIL) +2:53
11.DI LUCA Danilo (ALM) +2:59
13.MENCHOV Denis (KAT) +3:10
14.VOIGT Jens (BBO) +3:35
15.LEIPHEIMER Levi (BBO) s.t.
16.SEELDRAEYERS Kevin (FUJ) s.t.
17.GARZELLI Stefano (MRM) +3:50
18.POZZOVIVO Domenico (AST) s.t.
19.LÖVKVIST Thomas (THR) s.t.
20.ARROYO DURAN David (SAX) s.t.
21.NIBALI Vincenzo (FDJ) 3:52
22.COBO Juan José (FUJ) +3:55
23.CARUSO Gianpaolo (BMC) +4:00
24.BRUSEGHIN Marzio (ALM) +4:05
25.KLÖDEN Andreas (GCE) s.t.
26.KARPETS Vladimir (SIL) 4:12
27.CUNEGO Damiano (SAX) 4:17
28.GERDEMANN Linus (THR) s.t.
29.PIDGORNYY Ruslan (ISD) s.t.
30.SERPA José (BMC) +4:27
31.TIRALONGO Paolo (BBO) 4:55
32.PARRA Ivan (ISD) 5:02
33.BOTCHAROV Alexandre (GCE) 5:07
34.CAUCCHIOLI Pietro (AST) 5:10

Rest kommt später

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#22

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 02.06.2009 01:33
von freire | 1.764 Beiträge

Etappe 17.


Hallo und herzlich Willkommen zur Zusammenfassung und Re-Live der 17. Etappe des Giro d` Italia 2009. Die heutige Etappe führte von Chieti zum Blockhaus. Kein sehr italienischer Name. Hat wohl mit irgendeinem Baron oder so zu tun. Haben mir zwei Kommentatoren erzählt, im Hotel.

Während der Giro den Blockhaus-Berg heute von der Jungfräulichkeit befreit, was die Etappenstarts oder -Ankünfte angeht. Ist Chieti schon ein alter Hase im Giro-Geschäft. Zu letzt siegte hier 2002 Denis Lunghi. Die Etappe, die in Chieti gestartet wurde, am nächsten Tag, gewann Julio Alberto Perez Quapio. Puhh ziemlich langer Name. Ich erhole mich und sie versuchen mal ein Milram-Rad ähh ein Replica. Auch rufen sie einfach an. Focus schickt ihnen schon was.

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So da sind wir wieder und bevor ich ihnen die Namen der Ausreißer verrate, gibt es erst nochmal Profle um die Ohren gehauen.

Das komplette Profil der heutigen Etappe:


von oben 1:


von oben 2:


Das Profil des Schlussanstieges spare ich heute. Ist ja fast mit dem Profil der Etappe identisch.


So dann möchte ich sie mal nicht länger auf die Folter spannen. Ich präsentiere die Ausreißer:

Zitat
Fluchtgruppe
PARRA Ivan (ISD)
HORRACH RIPPOLL Joan (GCE)
PEREZ ARANGO Marlon Alirio (COF)
LE MEVEL Christophe (ASA)
FLAHAUT Denis (FUJ)



Mal wieder eine sehr italienische Ausreißergruppe. Aber Danilo "the killer" Di Luca wird seine Mannen bestimmt nach vorne schicken zum Einholen. Zu mal er auch etwas spenden möchte für die Erdbebenopfer.

Auch im Hauptfeld ist man aktiv geworden. Die Teams Katusha, BMC, AG2R, Astana und Silence-Lotto machen ein wenig Tempo. Unter anderem quälen sich da Taaramae, Quinziato und Pozzato durch die Führung. Dabei hat sich Pozzato doch erst gestern medienwirksam darüber beschwerd, dass er so viel arbeiten muss. Er meinte weiter, dass Di Luca, sein Kapitän, gegen Menschov eh nicht die geringste Chance hätte. Für alle neuen Zuschauer: Denis Menschov ist der Träger des Rosa Trikots und dies outet ihn nicht womöglich als Homosexuellen, nein es zeigt nur, das er der beste im bisherigen Rennverlauf war, beziehungsweise der schnellste. Angeblich soll Pozzato kurz vor einem Wechsel zu Columbia sein. Dort soll er die Klassiker-Fraktion verbessern. Es steht eine Ablösesumme von 1 mio Euro im Raum.

Nochmals Werbung
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So nach 50 gefahrenen Kilometern wird es ernst David Garcia (KAT), Alexandere Botcharov (GCE) und Simon Spilak (Astana) verschärfen das Tempo und machen sich auf und davon.

Diese Attacke kam wohl des Werfens eines Duell-Handschuhs gleich. Jetzt erhöhen im Feld Silence, AG2R und Saxobank doch deutlich das Tempo.

In all der Hektik habe ich glatt den Zwischensprint vergessen.

Übrigens steht das T.V. in den Profilen für den Zwischensprint. Es hat nichts mit Fernsehen oder so zu tun.

Zitat
SW
1.FLAHAUT Denis (FUJ)
2.LE MEVEL Christophe (ASA)
3.PEREZ ARANGO Marlon Alirio (COF)





LOL, was machen denn Flahaut und Le Mevel davorne. Die beiden Ausreißer lassen sich echt zurückfallen, wollten die nur die Intergiro Punkte?? Ich hab die Wertung gerade leider nicht zur Hand und kann deshalb nicht nach gucken. Egaaal weiter gehts.



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Werbung
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AG2R und Saxobank machen weiter Tempo. Mometan sind die Belgier van den Broeck und Devolder an der Reihe. Die Arbeit zahlt sich aus. Parra, Spilak, Botcharov und Gacria werden eingeholt. Damit alle Ausreißer wieder gestellt und das Rennen beginnt von vorne.


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ATTACKE von Marzio Bruseghin. JJ Cobo geht mit. Die beiden setzen sich ab. Dahinter zerfliegt das Feld. Die besten des Gesamtklassement sind dabei. Oh Doch nicht, es fehlen mindestens Lövkvist und Klöden.

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Vorne immer noch Cobo und Bruseghin. Dahinter diese Verfolgergruppe, von der wir jetzt einen Überblick bekommen

Zitat

GARZELLI Stefano (MRM)
MENCHOV Denis (KAT)
BASSO Ivan (SAX)
DI LUCA Danilo (ALM)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
PELLIZOTTI Franco (SIL)
ARROYO DURAN David (SAX)
CARUSO Gianpaolo (BMC)
NIBALI Vincenzo (FDJ)
POZZOVIVO Domenico (AST)



An der Spitze der Gruppe fährt Arroyo. Er ist der Edelhelfer von Ivan Basso bei Saxobank. Ahh sehr nett von den italienischen Kollegen. Soeben bekommen wir einen Überblick über die restlichen Gruppen. Zumindest jener, die vorne fahren.



Zitat

Gruppe2:

SEELDRAEYERS Kevin (FUJ)
LÖVKVIST Thomas (THR)

Gruppe3:

KLÖDEN Andreas (GCE)
PIDGORNYY Ruslan (ISD)
GERDEMANN Linus (THR)
KARPETS Vladimir (SIL)
CAUCCHIOLI Pietro (AST)
SERPA José (BMC)



So, da ich ihnen nicht von irgendwelchen Eselzüchtereien des Herren Bruseghin erzählen möchte, gehen wir nochmal, aber auch ein letztes Mal in die Werbung


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Cobo und Bruseghin wechseln sich gut ab. Aber sie haben nur um die 20 - 30 Sekunden Vorsprung. Da ist noch nichts entschieden. Mit einer saftigen Attacke kann man da schnell ranfahren. Zudem sind noch 9 km zu fahren. Am Berg eine Ewigkeit. Wer wagt die erste Attacke aus der Verfolgergruppe? Heute ist die Chance da seiner Konkurrenz entscheidende Zeit ab zunehmen.

ATTACKE DI LUCA ! ! !

Der Killer schlägt zu.

Die Killerer setzen nach. Es sind Menschov, Basso und Pellizotti. Sonst kann erstmal keiner mehr folgen.


Zitat
So sieht aus:

MENCHOV Denis (KAT)
BASSO Ivan (SAX)
DI LUCA Danilo (ALM)
PELLIZOTTI Franco (SIL)

+ 0:15 min

GARZELLI Stefano (MRM)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
ARROYO DURAN David (SAX)
CARUSO Gianpaolo (BMC)
NIBALI Vincenzo (FDJ)
POZZOVIVO Domenico (AST)



Die letzten Kilometer gleichen einem Ausscheidungsrennen. Die vier Fahrer vorne machen momentan zusammen Tempo und scheinen sich gegen Levi Leipheimer verschworen zu haben. Sie können dem US-Amerikaner heute eine empfindliche Niederlage verpassen. Allerdings bekommt er Hilfe von Nibali. Der junge Italiener versucht Zeit zwischen sich und Lövkvist, sowie Seeldrayers zu legen. Es geht ums Weiße Trikot.

Jetzt fährt die Gruppe um Menschov die beiden Ausreißer Bruseghin und Cobo auf. Kann hier noch jemand sich absetzen.


[list]
[*] Es ist weitehin ein Auscheidungsrennen[/*:m]
[*] von den vieren vorne fallen Basso und dann Di Luca als erste zurück[/*:m]
[*] Bruseghin kann sich vorne halten[/*:m]
[*] In der zweiten Gruppe sind Garzelli und Pozzovivo die schnellsten[/*:m]
[*] Pellizotti und Menchov zu zweit vonre [/*:m]
[*] Aber der Italiener legte auf dem letzten Kilometer, Meter um Meter zwischen sich um Menschov[/*:m]
[*] So gewinnt Pellizotti[/*:m]
[*] 2. wird Menschov[/*:m]
[*] vor Bruseghin, der Di Luca ins Ziel zieht. [/*:m]
[*] Aber warum überlässt er ihm, nicht die 8 Sekunden?[/*:m]
[*] Jetzt Basso[/*:m]
[*] Er wurde fast noch von Garzelli und Pozzovivo eingeholt[/*:m]
[*] Mit 37 Sekunden Rückstand kommt jetzt Leipheimer[/*:m][/list:u]

Danke für ihr Interesse und bis bald.

[ sry für das Ende aber ich muss ins Bett ]



Zitat

Ergebnis:

1.PELLIZOTTI Franco (SIL)
2.MENCHOV Denis (KAT) +0:07
3.BRUSEGHIN Marzio (ALM) [ehemaliger Ausreißer] +0:14
4.DI LUCA Danilo (ALM) +0:15
5.BASSO Ivan (SAX) +0:24
6.GARZELLI Stefano (MRM) +0:31
7.POZZOVIVO Domenico (AST) s.t.
8.LEIPHEIMER Levi (BBO) +0:37
9.COBO Juan José (FUJ) [ehemaliger Ausreißer] +0:42
10.CARUSO Gianpaolo (BMC) +0:49
11.NIBALI Vincenzo (FDJ) +0:53
12.SEELDRAEYERS Kevin (FUJ) +1:01
13.ARROYO DURAN David (SAX) s.t.
14.GERDEMANN Linus (THR) +1:10
15.LÖVKVIST Thomas (THR) s.t.
16.KLÖDEN Andreas (GCE) +1:22
17.KARPETS Vladimir (SIL) s.t.
18.PARRA Ivan (ISD) +1:30
19.PIDGORNYY Ruslan (ISD) s.t.
20.SERPA José (BMC) s.t.
21.TIRALONGO Paolo (BBO) +1:42
22.GARCÍA David (KAT) +1:56
23.CAUCCHIOLI Pietro (AST) s.t.
24.HINCAPIE George (ASA) +2:02
25.KISERLOVSKI Robert (MRM) +2:16
26.DANIELSON Tom (GCE) s.t.
27.CUNEGO Damiano (SAX) s.t.
28.VISCONTI Giovanni (THR) s.t.
29.CIONI Dario David (AST) +2:22
30.FINETTO Mauro (MRM) s.t.
31.ZANDIO ECHAIDE Xabier (GCE) s.t.
32.BRUTT Pavel (KAT) s.t.
33.BOTCHAROV Alexandre (GCE) +2:36

Rest der Top50 +3:29

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#23

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 03.06.2009 20:35
von AvA | 821 Beiträge

Hallo und herzlich Willkommen zur kurzen Zusammenfassung der 18. Etappe des Giros. Die Etappe führte über 181km von Sulmona nach Benevento und auf Grund des leicht hügeligen Profils hatten heute neben Hügelfesten Sprintern auch durchaus die Ausreißer eine Chance. Gleich zu beginn löste sich eine 12-köpfige Ausreißergruppe:

GALLOPIN Tony (FDJ)
KRITSKIY Timofey (KAT)
ANDRIOTTO Dario (ISD)
ROSSI Enrico (BMC)
ZAGORODNY Volodymyr (COF)
AXELSSON Niklas (GCE)
VAN DEN BROECK Jurgen (SAX)
FLAHAUT Denis (FUJ)
VISCONTI Giovanni (THR)
VITORIA David (BMC)
COYOT Arnaud (FDJ)
HINCAPIE George (ASA)

Zu erst arbeiteten Bouygues Telecom und Ag2r im Feld doch als sie merkten, dass sie die Ausreißer nicht mehr einholen konnte attackierte auch noch A. Efimkin (ALM) und so war Bouygues Telecom auf sich alleine gestellt und ließen die Ausreißer ziehen.
An der Bergwertung hatte die Gruppe schon einen Vorsprung von knapp über einer Minute, die Bergwertung hatte folgendes Ergebnis:

1.VAN DEN BROECK Jurgen (SAX)
2.HINCAPIE George (ASA)
3.VISCONTI Giovanni (THR)
4.KRITSKIY Timofey (KAT)
5.EFIMKIN Alexander (ALM)

An der Intergiro-Wertung hatte sich der Vorsprung dann schon auf 9,26min. ausgebaut und es sah ganz danach aus das die Ausreißer durchkommen würden und das, so viel kann ich schon vorwegnehmen, geschah auch so. Hier aber erstmal das Ergebnis der Intergirowertung:

1.GALLOPIN Tony (FDJ)
2.FLAHAUT Denis (FUJ)
3.COYOT Arnaud (FDJ)

Hiten begann danach Silence Tempo zumachen, aber wie schon gesagt kam die Ausreißer trotzdem durch.

8km vor dem Ziel attackierte dann Hincapie und folgende Fahrer konnten nur noch mithalten:

KRITSKIY Timofey (KAT)
ANDRIOTTO Dario (ISD)
ROSSI Enrico (BMC)
ZAGORODNY Volodymyr (COF)
AXELSSON Niklas (GCE)
VAN DEN BROECK Jurgen (SAX)
VISCONTI Giovanni (THR)
EFIMKIN Alexander (ALM)


Die Fahrer arbeiteten gut zusammen und nachdem 5km Ruhe war attackierte wiederum Hincapie und diesmal konnten nur noch van den Broeck, Visconti, Axelsson und Rossi mitgehen. Am Schlussanstieg musste dann Hincapie seinen Angriffen Tribut zollen und so entschied sich die Etappe heute zwischen den anderen 4 Fahrern in einem Sprint und den gewann Rossi vor Axelsson und Visconti, für van den Broeck blieb nur der undankbare 4. Platz. Hinten blieb das Feld zusammen und kam mit einem Rückstand von 6,23min. angeführt von Pellizotti ins Ziel.

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#24

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 06.06.2009 01:01
von Kai | 999 Beiträge

Herzlich Willkommen zur kurzen Zusammenfassung der 19. Etappe des diesjährigen Giro d´Italias.
Heute stand die letzte echte Bergetappe auf dem Programm, die Fahrer erwarteten über die 164 Kilometer des heutigen Tages zwar nur zwei ausgeschriebene Bergwertungen, die Strecke hatte es dennoch in sich. Zum einen, weil es trotz nur zwei Bergwertungen fast die ganze Zeit munter bergauf und bergab ging und zum anderen weil der Schlussanstieg hinauf zum Vesuv es wirklich in sich hatte. Denn mit 13 Kilometern Länge, einer relativ hohen Durchschnittssteigung und maximalen Steigungsprozenten von bis zu 12% gehörte dieser Vesuv zu den schwersten Bergen des diesjährigen Giro d´Italias. Zwei Tage vor dem Ende dieser Jubiläumsrundfahrt zum 100-jährigen Bestehen des Giro d´ Italias gab es also heute die letzte Chance für die starken Bergfahrern noch Zeit herauszuholen, besonders im Hinblick auf das Abschlusszeitfahren in zwei Tagen in Rom.


Ein traumhaftes Panorama im heutigen Startort Avellino


Die Etappe begann recht früh bei milden Temperaturen um die 20° Celsius sehr hektisch, weil wieder viele Teams daran interessiert waren, einen ihrer Fahrer in der Ausreissergruppe des Tages zu platzieren. Nachdem zuvor bereits einige Fluchtversuche vom Peloton unterbunden wurden, fand sich dann nach 12 Kilometern die Gruppe, die weite Teile der Etappe bestimmen sollte. Sie bestand aus sieben Fahrern und beinhaltete vor allem starke Bergfahrer. So waren mit Matteo Bono, Stephane Goubert, Walter Pedraza und Mathias Russ vier ausgewiesene Bergfahrer in der Gruppe und auch die drei anderen Mitglieder der Gruppe, Paolo Bailetti, Ermanno Capelli und Christophe Kern gehören sicher zu den bergfesteren Fahrern des Feldes. Dass nicht noch bessere Bergfahrer zur Gruppe gehörten, wussten die Favoritenteams wie Katyuscha für Menchov, Bouygues Telecom für Leipheimer und Ag2r la Mondiale für Danilo di Luca erfolgreich zu verhindern.
Besonders interessant an der Gruppenkonstellation sicherlich noch die Tatsache, dass sowohl Mathias Russ als auch Ermanno Capelli beide in der Intergirowertung vor dieser Etappe aussichtsreich platziert waren und die ausstehen Punkte, die es auch heute wieder zu sammeln gab, sicher als Hauptanlass für ihren Ausreissversuch sahen.
Die Gruppe lief an sich sehr homogen, alle Fahrer beteiligten sich rege an der Führungsarbeit, sodass der Vorsprung auf das Feld recht schnell anwuchs.
Nichtsdestotrotz wurde früh klar, dass die Teams der Favoriten heute auch die wahrscheinlich letzte Chance auf Zeitbonifikationen nutzen wollten, sodass es einige Teams gab, die sich im Peloton für das Tempo verantwortlich fühlten. Diese waren unter anderen Ag2r, Astana, Katyuscha und BMC Racing. Zur Hälfte der Etappe stieg auch das Team SAXO Bank in Person von Jürgen Roelandts in die Nachführarbeit ein.

Die Etappe plätscherte im weiteren Verlauf dann recht eintönig vor sich hin, Spannung gab es eigentlich vor dem Schlussanstieg nur bei den beiden Zwischenwertungen des Tages, der Bergwertung bei Kilometer 101 und der Zwischensprintwertung bei Kilometer 112,6.
Bei der Bergwertung lief es wie bei der Sprintwertung auf einen Zweikampf hinaus. Während sich bei der Bergwertung Pedraza und Goubert um die Punkte duellierten, kämpften wie bereits vermutet Russ und Capelli um die Sprintpunkte. Bei der Bergwertung wurde es eine sehr knappe Angelegenheit. Der Kolumbianer Pedraza trat 600 Meter vor der Kuppe des Berges und damit dem Punkt der Punktevergabe an und erwischte seinen wesentlich älteren französischen Widersacher so auf dem falschen Fuß. Goubert gab noch mal alles um heranzukommen und kam Stück für Stück näher, doch letztendlich konnte Pedraza seinen Vorsprung ganz knapp retten und sich so die volle Punktzahl vor Goubert sichern, Platz drei belegte mit Christophe Kern ein weiterer Franzose. Auch bei der Zwischensprintwertung war es ein recht früher Antritt und kein Sprint, durch den der Sieger ermittelt wurde, diesmal war es Ermanno Capelli, der zuerst attackierte. Mathias Russ stopfte das Loch jedoch schnell und ging aus der taktisch günstigeren Position und dem Windschatten Capellis dann rechtzeitig aus dem Sattel und sicherte sich seinerseits die volle Punktzahl vor Capelli und Paolo Bailetti von ISD. Weitere Platzierungen sind natürlich jederzeit beim Veranstalter zu erfragen. Der Vorsprung bei dieser Sprintwertung betrug für die sieben Ausreisser noch 6:11 Minuten, sank jedoch immer mehr und war bei Kilometer 152, kurz nach Beginn des Anstieges unter der Zweiminutenmarke. Genug des Vorgeplänkels, kommen wir jetzt also zum Schlussanstieg.

Und dort ging es sofort munter los, direkt unten in den Schlussanstieg attackierten 4 Fahrer hinein. Dies waren mit Simon Spilak, Alexandre Botcharov, Kevin Seeldrayers und David Garcia zudem auch keine ganz unbegabten Leute, vor allem nicht bergauf. Überraschend vielleicht die frühe Offensive des Belgiers Seeldrayers, der ja immerhin der Kapitän der spanischen Fuji-Equipe ist. Diese Gruppe lief jedoch sehr gut und konnte ihren Vorsprung auf die immer weiter schrumpfende Favoritengruppe trotz dem recht hohen SAXO-Bank Tempos, unter anderen durch Francis de Greef, langsam aber stetig ausbauen und machte vor allem Sekunde um Sekunde auf die scheinbar doch recht erschöpften Tagesausreisser gut. Bei diesen zeigten sich auch recht früh am Anstieg Leistungs- bzw. Motivationsdiskrepanzen, sodass die ehemalige 7er-Gruppe zerfiel und acht Kilometer vor dem Ziel Stephane Goubert alleine die Spitze des Rennens bildete. Er fuhr wohl nicht nur aus eigenem Antrieb heute sehr stark, auch eine mögliche Helferrolle für seinen Kapitän Leipheimer auf den letzten Kilometern dieser Etappe sorgte dafür, dass er aus dem Teamwagen der französischen Equipe das Kommando bekam, immer weiter Vollgas zu geben. Acht Kilometer vor dem Ziel bestand dann also folgende Rennsituation:

Zitat
Stephane Goubert
+0:48 Min.
Rest der ehemaligen Ausreisser
+0:31 Min.
Quartett um David Garcia
+0:42 Min.
Favoritengruppe



In der Favoritengruppe zeigte sich fortwährend SAXO Bank ganz stark im Tempo, sie spielten heute wirklich den Trumpf ihres in der Breite sehr starken Teams aus, sodass sogar der ehemalige Giro-Sieger Damiano Cunego, der erneut weit von der Form dieses Erfolges entfernt schien, für recht frühe Tempoarbeit "verbraucht" werden konnte. Zusammen mit dem Fahrer im Maglia Verde, Chris Anker Sörensen, zog er das Tempo immer weiter an, sodass mehr und mehr Fahrer Probleme bekamen, das Tempo der Favoritengruppe zu halten. Die ganz großen Favoriten di Luca und Menchov wirkten beide noch recht locker und auch Basso und Leipheimer schienen noch problemlos mitzukommen.

An der Spitze der Etappe tat sich auch einiges, die Gruppe um David Garcia passierte die ehemalige Ausreissergruppe um Pedraza 7 Kilometer vor dem Ziel und schlossen kurze Zeit später sogar zu Stephane Goubert auf, der für etwas Unterstützung recht dankbar schien, sich jedoch erstmal am Ende der Gruppe einreihte, da seine Kraftreserven auch nicht mehr unerschöpflich schienen. Und lange konnte er das vorgegebene Tempo nicht mitgehen, er übernahm sich sogar recht deutlich bei dem Versuch, dem Quartett zu folgen, sodass er bereits 4,8 Kilometer vor dem Ziel von der Favoritengruppe aufgefahren und dort auch recht flott durchgereicht wurde. Selbiges geschah bereits 200 Meter zuvor mit seinen ehemaligen Fluchtgefährten, sodass 4,8 Kilometer vor dem Ziel eine recht übersichtliche Situation bestand. Einzig das Führungsquartett um David Garcia war noch vor der Favoritengruppe, in der jedoch kurz nach dem Einholen von Goubert die nächste Attacke kam und die Etappe wieder etwas unübersichtlicher machte. Die Attacke kam vom Italiener Gianpaolo Caruso vom BMC Racing Team, der das Ausscheiden Jürgen van den Broecks zur Attacke nutzte und von den Favoriten auch ohne größere Bedenken fahren gelassen wurde, weil er in der Gesamtwertung keine Gefahr mehr darstellte. Kurz nach der Attacke Carusos bestand dann 4 Kilometer vor dem Ziel folgende Rennsiuation:

Zitat
Gruppe Garcia
+0:12 Min.
CARUSO Gianpaolo (BMC)
+0:17 Min.
NIBALI Vincenzo (FDJ)
ARROYO DURAN David (SAX)
BASSO Ivan (SAX)
POZZOVIVO Domenico (AST)
LÖVKVIST Thomas (THR)
DI LUCA Danilo (ALM)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
COBO Juan José (FUJ)
MENCHOV Denis (KAT)
PELLIZOTTI Franco (SIL)
GARZELLI Stefano (MRM)



Dann wurde es jedoch erst richtig spektakulär und hektisch, weil kurz nach der durchaus erfolgreichen Attacke Carusos, der der Garcia-Gruppe immer näher kam, gleich die nächsten Fahrer attackierten. Und das waren keine "kleinen Fische" mehr, sondern wirkliche Topfavoriten nicht nur auf die heutige Etappe. Die Rede ist von Franco Pellizotti, der wirklich einen nahezu atemberaubend starken Giro d´Italia absolviert und sogar Platz zwei im ersten Einzelzeitfahren dieser Rundfahrt belegte und sich so auch eventuell etwas für die Schlussetappe ausrechnen könnte und Stefano Garzelli. Der Milram-Kapitän gewann bereits die 10. Etappe vor keinem geringeren als Danilo di Luca und schien sich auch heute einiges vorgenommen zu haben. Zudem schien er sich mit di Luca auch den passenden "Kollegen" für seine Attacke knapp nach der 4 Kilometer Marke bis zum Ziel ausgesucht zu haben, da dieser wie entfesselt fuhr und Garzelli sich so sogar ein wenig von dessen Tempo mitziehen lassen konnte. Die Attacke dieses italienischen Duos schindete auf jeden Fall mehr Eindruck im Feld als die von Caruso, viele Fahrer versuchten, zu folgen. Erstmal konnten die beiden sich jedoch absetzen und eine kleine Lücke reißen. Dahinter war dann ein Quartett mit zwei weiteren Italiener, Ivan Basso und Danilo di Luca sowie Denis Menchov und Levi Leipheimer, die jedoch beide nicht mehr ganz frisch wirkten und einen recht schweren tritt an den Tag legten. Sie konnten di Luca und Basso so nicht mehr wesentlich bei der Tempoarbeit helfen, doch hier erstmal der Überblick über die nun vollkommen gesprengte Favoritengruppe nach der Attacke von Pellizotti und Garzelli:

Zitat
PELLIZOTTI Franco (SIL)
GARZELLI Stefano (MRM)
+0:12 Min.
BASSO Ivan (SAX)
LEIPHEIMER Levi (BBO)
MENCHOV Denis (KAT)
DI LUCA Danilo (ALM)
+0:28 Min.
NIBALI Vincenzo (FDJ)
ARROYO DURAN David (SAX)
+0:14 Min.
POZZOVIVO Domenico (AST)
+0:11 Min.
COBO Juan José (FUJ)
LÖVKVIST Thomas (THR)
KARPETS Vladimir (SIL)
KLÖDEN Andreas (GCE)
+0:15 Min.
PIDGORNYY Ruslan (ISD)



Die Tempoverschärfung bei den Favoriten hatte natürlich auch Einfluss auf die Spitze des Rennens, an der Caruso mittlerweile zu Dem Quartett um Garcia aufgeschlossen hatte. Der Vorsprung dieser Gruppe sank immer weiter, da Pellizotti und Garzelli auch weiterhin ein sehr hohes Tempo vorlegten. Dies blieb der mittlerweile 5 Fahrer starken Spitzengruppe natürlich nicht verborgen und Caruso, der sich heute scheinbar wirklich sehr stark fühlte reagierte auf dem immer weiter schrumpfenden Vorsprung mit einer weiteren Attacke, der aus der Gruppe niemand mehr folgen konnte, sodass Caruso schließlich solo an der Spitze lag. Spilak, Garcia, Botcharov und Seeldrayers konnte dies natürlich nicht gefallen und sie begannen bereits ein Stück weit zu resignieren. Caruso hingegen probierte es gegen die von hinten immer näher kommenden Favoriten mit dem Mute der Verzweiflung. Als die Gruppe um Seeldrayers dann jedoch drei Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde und die Favoriten auch ihn beinahe in Sichtweite hatten, ließ sich erahnen, dass es auch für Caruso nichts mit dem heißersehnten Etappensieg wurde. Exakt unter der Zweikilometermarke war das Unternehmen "Etappensieg" auch für ihn durchkreuzt.
Während sich vorne also die Hoffnungen auf den Etappensieg auflösten, geschah bei den Favoriten auf den Rundfahrtsieg bis zum letzten Kilometer nicht viel. Ein wirklich bärenstarker Pellizotti heute konnte zusammen mit Garzelli das Verfolgerquartett, bestehend aus Leipheimer, Menchov, Basso und di Luca auf etwa gleichbleibender Distanz. Doch das schien Pellizotti nicht zu reichen, 900 Meter vor dem Ziel kam sein vorentscheidender Antritt, dem der ohnehin schon angeschlagen wirkende Garzelli nicht mehr folgen konnte. Und auch im Verfolgerquartett kam es zu Spannungen, als Ivan Basso das Tempo dramatisch forcierte und die letzten Meter dieser höllenschweren Etappe fast wie in alten Zeiten absolvierte. Seine drei Gruppenkollegen konnten den Anschluss nicht mehr halten, di Luca war noch der, dem dies am besten gelang. Doch Basso war heute sogar für di Luca zu stark, von Menchov und Leipheimer ganz zu schweigen. Besonders der US-Amerikaner brach auf dem letzten Kilometer regelrecht ein und verlor enorm wichtige Zeit.
Trotz des starken Antritts von Basso war die Frage nach dem Etappensieg geklärt, France Pellizotti war heute einfach der Stärkste. Er hatte vier Kilometer vor dem Ziel attackiert, hielt die starken Verfolger auf Distanz und konnte seinen Etappenerfolg auf dem Vesuv sogar noch gebühren feiern, weil er mit 9 Sekunden auf dem Vorsprung die letzten Meter im Schongang absolvieren konnte. Zweiter wurde nach seinem fulminanten Finish noch Ivan Basso von SAXO Bank, auf Rang drei vor di Luca rettete sich Stefano Garzelli ins Ziel. 13 Sekunden betrug sein Rückstand auf den Etappensieger Pellizotti. Zu bewundern heute bei Garzelli neben der starken physischen Leistung besonders das Näschen, als er sofort an Pellizottis Hinterrad hing bei dessen Attacke und so einen starken Podiumsrang eintüten konnte. 22 Sekunden hinter Pellizotti wurde Danilo di Luca dann recht enttäuschender Vierter, er hatte sich sicherlich wesentlich mehr ausgerechnet, konnte aber immerhin Denis Menchov 10 und Levi Leipheimer 19 Sekunden abnehmen. Ob ihm dies aber ein Trost sein wird, darf bezweifelt werden.
Mit einem Respektsabstand von immerhin 67 Sekunden auf den Etappensieger wurde Vincenzo Nibali von Francaise des Jeux dann starker Siebter. Seine starke Spätform im Giro dürfte ihn auch bei dem abschließenden Zeitfahren zu einem beachtenswerten Fahrer machen. Immerhin Achter wurde dann noch der heute grandios fahrende Caruso mit 1:14 Minuten Rückstand. Die Top Ten komplettierten David Arroyo und Domenico Pozzovivo, die zusammen in einer Gruppe mit dem Schweden Thomas Lövkvist das Ziel erreichten und mehr als anderthalb Minuten auf Pellizotti verloren.

Weitere Platzierungen sowie die aktuellsten Wertungen gibt´s dann später wie gewohnt im Teletext, das war´s nun von der 19. Etappe der Jubiläumsausgabe des Giro d´Italias. Ich verabschiede mich wie gewohnt mit dem Bild des Siegers und wünsche Ihnen eine Gute Nacht.


Fuhr heute wie entfesselt gen Tagessieg: Franco Pellizotti

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#25

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 06.06.2009 20:45
von leif | 142 Beiträge

Herzlich Willkommen zur 20. Etappe des Giro d’Italias. Also ehe wir gleich das bisherige Renngeschehen zusammenfassen und dann live auf die letzten knapp 10 Kilometer gehen geben wir kurz noch in eine Pause. Danach wird’s dann zur Sache gehen.


Also kurz nach dem Start setzte sich eine kleine Gruppe ab. Mit von der Partie Andrea Masciarelli. Zudem noch Le Mevel, Willmann, Coppel und Salerno. Also Acqua und FDJ doppelt vertreten. Die erste Sprintwertung machten sie unter sich aus und Le Mevel gewann vor Masciarelli und Salerno. Weiter ging die Fahrt und es kam die Bergwertung nummero Uno, diese gewann Coppel vor Willmann und Masciarelli. Im Feld machten die Teams um Katyusha und Bouygues Telecom das Tempo. Lorenzetto und Ulissi bei der Absprache und weiter gings. Nun gehen wir Live ins Rennen, nicht mehr weit bis ins Ziel und die Ausreißer nur noch 50 Sekunden vor dem Feld.

LIVE

Gleich geht’s schon in die Schlusssteigung. Angriff nun von Coppel ! Willmann geht mit. Der Rest muss reißen lassen. Die Ausreißer nicht mehr weit vor dem Feld.. Und jetzt der Schlussanstieg. Ausreißer gestellt und nun Garzelli und Pellizotti. Beide kommen etwas davon. Aber kaum eine Chance für die beiden Italiener. Geben nicht auf, die 2. Doch Sinn scheint das nicht zu machen. Und dann isses das auch schon gewesen. 700 Meter noch. Menchov gerade im Bild. Er hält sich weit hinten auf ebenso Di Luca aber wo ist Basso? Basso nicht mehr zu sehen ! Und Angriff von Axelsson. Mit gehen nur die wenige favorisierten Fahrer. Menchov bleibt bei Di Luca. Cunego in der ersten Gruppe und auch Visconti dabei. Davis und Pozzato überraschen mich doch schon sehr und selbst Roelandts und Gavazzi sind dabei. 200 Meter noch. Da ist Basso im Bild doch wo befindet er sich? Mal sehen..... Ah da vorne sehe ich Lövkvist ODER...? könnte das nicht Gerdemann sein.... demnach wäre Basso doch weiter zurück als gedacht. Ein Astana Trikot sehe ich im Hintergrund langsam heran fahren. Schaut nach Cioni aus... mhh, verzwickte angelegenheit. Schauen wir mal im Endergebnis nachher nach wo er nun steht.
Vorne aber jetzt der Sprint. Pozzato vorne aber Davis gibt alles. Und da....zieht.....er....noch....VORBEI ! SIEG für Allan Davis vor Pozzato und Axelsson wohl 3. vor Cunego. Jetzt kommen die ersten Favoriten ins Ziel. Di Luca und Menchov mit 9 Sekunden Rückstand auf Davis. Leipheimer mit.....18 Sekunden, sprich 9 auf Di Luca und Menchov zusammen mit Lövkvist kommt er ins Ziel. Da kommt Basso ! Entwarnung bei Saxo Bank, NUR 23 Sekunden Rückstand auf den Etappensieger. Pozzovivo ist dann der Astana Fahrer, den ich für Cioni hielt. Garzelli im Ziel. Da kommt auch schon Gerdemann zusammen mit Klöden, die beide am diskutieren sind, was heute nicht geklappt hat. Ergebnis müsste dann auch gleich eingeblendet werden....

1.DAVIS Allan (BBO)
2.POZZATO Filippo (ALM) s.t.
3.AXELSSON Niklas (GCE) s.t.
4.CUNEGO Damiano (SAX) s.t.
5.GAVAZZI Francesco (MRM) s.t.
6.BERTAGNOLLI Leonardo (KAT) s.t.
7.VISCONTI Giovanni (THR) s.t.
8.ROSSI Enrico (BMC) s.t.
9.ROELANDTS Jürgen (SAX) +0:03
10.RIGOTTO Elia (COF) s.t.
11.PIDGORNYY Ruslan (ISD) s.t.
12.BOSISIO Gabriele (AST) s.t.
13.LOOSLI David (BMC) s.t.
14.DI LUCA Danilo (ALM) +0:09
15.MENCHOV Denis (KAT) s.t.
16.LEIPHEIMER Levi (BBO) +0:18
17.LÖVKVIST Thomas (THR) s.t.
18.BASSO Ivan (SAX) +0:23
19.POZZOVIVO Domenico (AST) +0:26
20.GARZELLI Stefano (MRM) +0:30
21.PELLIZOTTI Franco (SIL) +0:33
22.GERDEMANN Linus (THR) +0:40
23.KLÖDEN Andreas (GCE) s.t.
24.CARUSO Gianpaolo (BMC) s.t.
25.BRUSEGHIN Marzio (ALM) s.t.

Rest der GW Top30 +0:50

da ist es ja! Also damit müssen wir uns verabschieden und sehen das Menchov und Di Luca etwas Zeit gut gemacht haben auf die anderen Favoriten.

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#26

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 06.06.2009 20:55
von Möve PCT | 977 Beiträge

Auch wenn oder gerade weil die berichte immer mit verspätung kamen erstmal ein großes Kompliment an die fleißigen Giro-Schreiber und ein Rüffel an die ganze faulen Säcke die keinen Bericht übernehmen wollten (so wie mich )

Die Berichte waren eigentlich immer sehr schön zu lesen, außer man ist ISD-Manager. Leider haben wir mit einem 5. udn einem 6. Platz den angestrebten Etappensieg doch deutlich verpasst.

Das einzige was ich zu bemängeln hab ist dass auch am 20. tag zum 18. Mal im feld Tempo gebolzt wird ohne dass die teams scheinbar müde werden. das ist schade für die kleinen Teams die die Gruppen brauchen.

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#27

RE: Giro d´Italia (GT)

in Rennberichte 07.06.2009 19:19
von leif | 142 Beiträge

And the winner is...?

Heute stand also die letzte Etappe des Giro d’Italias an. Ein Einzelzeitfahren stand auf dem Programm und sowohl Denis Menchov als auch Levi Leipheimer machten sich heute einige Chancen aus. Start dann um 10:30. Alexandre Blain startete als erster. Für alle verwunderlich begann er mit knapp 15 Km/h in die Etappe. Doch was war los? Kurz darauf dann der Start von seinem Teamkollegen Thierry Hupond. Er eilte dann schon etwas schneller auf die Strecke währrend Blain weiterhin vor sich her rollerte. Als 3. startete dann ein weiterer Cofidis Fahrer-> Elia Rigotto aus Italien. Fast zeitgleich rollte Hupond zu Blain auf und nun dümpelten sie gemeinsam dort rum. Die Fans empört über das was sie sahen, machten das Cofidis trio nun zu 3. die Straßen ''unsicher''. Dann der Start von Laverde und damit der erste der die Etappe heute ernst nahm. Zog innerhalb kürzester Zeit an den dreien vorbei und sicherte sich die erste Bestzeit. Aber was war los mit den Cofidis Fahrern? Pfiffe gegen das Trio vom Publikum... nicht oft im Radsport gesehen. Gemeinsam kamen sie dann mit einem Rückstand von 15 Minuten. Und die Überraschung kam erst noch als sie kurz vorm Ziel noch ein paar Wheelies zeigten. Die Fans bezauberte das ganz und gar nicht. Die 3 sollten sich so schnell nicht mehr in Italien blicken lassen.

Dann kam es allerdings zum Showdown. Bestzeit Klöden und nur noch Leipheimer, Menchov und Di Luca auf der Strecke. Zwischenzeitlich viele Stürze unter anderem von Bodrogie und Visconti. Dann kam Leipheimer und der hatte eine klasse Zeit mitgebracht, nämlich die Bestzeit. 4 Sekunden vor Klöden und 8 vor Wiggins. Dann Menchov und er auf Rang 3, 6 Sekunden Rückstand auf Leipheimer. Nur noch Di Luca auf der Strecke. Kommt auf die Zielgeraden und verliert 40 Sekunden ! Die Frage wer hat nun gewonnen? Das Tagesergebnis hier zu sehen.

LEIPHEIMER Levi (BBO)
KLÖDEN Andreas (GCE) +0:04
MENCHOV Denis (KAT) +0:06
WIGGINS Bradley (THR) +0:08
DEVOLDER Stijn (ALM) s.t.
MARTIN Tony (BBO) +0:09
BRUSEGHIN Marzio (ALM) +0:10
GRABSCH Bert (THR) s.t.
NIBALI Vincenzo (FDJ) +0:14
QUINZIATO Manuel (ALM) +0:15
GARZELLI Stefano (MRM) +0:19
LÖVKVIST Thomas (THR) +0:21
KARPETS Vladimir (SIL) +0:22
VISCONTI Giovanni (THR) [Sturz] +0:23
IGNATIEV Mikhail (FUJ) +0:26
GERDEMANN Linus (THR) +0:27
BASSO Ivan (SAX) s.t.
KRIVTSOV Yuriy (ISD) +0:33
VOIGT Jens (BBO) +0:34
COPPEL Jérôme (FDJ) s.t.
TAARAMAE Rein (KAT) +0:38
PELLIZOTTI Franco (SIL) +0:38
DI LUCA Danilo (ALM) +0:40
LANG Sebastian (BBO) [Sturz] +0:42
KIRYIENKA Vasil (FUJ) +0:45
CUNEGO Damiano (SAX) +0:51
GASPAROTTO Enrico (MRM) +0:52
DANIELSON Tom (GCE) s.t.
SEELDRAEYERS Kevin (FUJ) +0:55
COBO Juan José (FUJ) +0:56
PIDGORNYY Ruslan (ISD) +1:00
BODROGI Laszlo (KAT) [Sturz] +1:04
FINETTO Mauro (MRM) +1:07
ZAGORODNY Volodymyr (COF) +1:10
BOSISIO Gabriele (AST) s.t.
ARROYO DURAN David (SAX) +1:16
KISERLOVSKI Robert (MRM) +1:17
LEFEVRE Laurent (ISD) +1:19
BARTKO Robert (GCE) +1:22
PARRA Ivan (ISD) +1:31
RIBLON Christophe (COF) +1:34
POZZOVIVO Domenico (AST) +1:39
NIERMANN Grischa (THR) +1:42
HØJ Frank (AST) +1:49
CAPELLI Ermanno (FUJ) +1:51
BOTCHAROV Alexandre (GCE) +1:55
CARUSO Gianpaolo (BMC) +1:59
TIRALONGO Paolo (BBO) +2:01

Rest +2:10

Doch nichts zu sehen vom Endergebnis der Gesamtwertung? Wer hat gewonnen ? keiner weiß es, grob gerechnet würde ich sagen das Di Luca auf 1 sein müsste aber warten wir weiterhin auf das Endresultat. Damit geht nun ein hoffentlich spannender Giro zuende und wir nähern uns nun der Tour de France. Also nun viel spass mit dem folgendem Programm auf SH-TV

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